Django – Ein Leben für die Musik

Weltberühmt und diskriminiert

26. April 2018, 20:00

Trailer zum Film

Frankreich 2017, 115 min, FSK: 12

R: Étienne Comar D: Reda Kateb, Cécile de France u.a.

Frankreich, 1943. Der begnadete Jazzgitarrist Django Reinhardt ist auf dem Gipfel seines Erfolges. Während andere Sinti in ganz Europa verfolgt werden, kann sich Django aufgrund seiner Popularität in Sicherheit wiegen – bis ihn die Nationalsozialisten auf Tournee nach Deutschland schicken wollen. Django weigert sich. Seine Pariser Geliebte hilft ihm, mit seiner schwangeren Frau und seiner Mutter an der Schweizer Grenze unterzutauchen. Über den Genfer See will er in die Schweiz gelangen, doch die Nazis sind ihm dicht auf den Fersen. In seinem Regiedebüt porträtiert Étienne Comar einen unkonventionellen Künstler und Freigeist, dessen Leben so improvisiert war wie seine Musik. Vor die Frage gestellt, ob er seine Kunst politisch missbrauchen lässt, muss er eine existenzielle Entscheidung treffen. Reda Kateb brilliert in der Rolle des Ausnahme-Künstlers an der Seite von César-Gewinnerin Cécile de France.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Mal eben die Welt retten

12. April 2018, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit dem ANU-Projekt „Stralsund 2050“ zeigent wir Tomorrow.

Frankreich 2015, 118 min, FSK: o.A.

R: Cyril Dion, Mélanie Laurent

Umweltverschmutzung, Klimawandel, Ressourcenknappheit: Studien sagen den globalen ökologischen Kollaps in den nächsten 40 Jahren voraus. Die französische Schauspielerin Mélanie Laurent und der NGO-Aktivist Cyril Dion wollen sich mit diesem Horror-Szenario nicht abfinden. Sie besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Lösungsansätze, die vor Ort weitreichende Veränderungen anstoßen. Und die Gewissheit, dass es eine andere Zukunft geben kann. Ihr preisgekrönter mitreißender Dokumentarfilm zeigt, dass aus einem Traum die Realität von morgen werden kann, sobald Menschen aktiv werden und handeln. Im Anschluss an den Film folgt eine Diskussion mit Aktiven der Transition Town Stralsund.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

The Square

Ideale und Realität

5. April 2018, 20:00

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Schweden, D, F, USA 2017, 145 min, FSK: 12

R: Ruben Östlund D: Claes Bang, Dominic West, Elisabeth Moss, Terry Notary u.a.

Christian ist der smarte Kurator eines großen Museums in Stockholm. Die nächste spektakuläre Ausstellung ist „The Square“. Ein Platz, der als moralische Schutzzone fungieren und das schwindende Vertrauen in die Gemeinschaft hinterfragen soll. Doch auch bei Christian reicht das Vertrauen nicht weit. Als er ausgeraubt wird und ihm kurz darauf die provokante Medienkampagne zu „The Square“ um die Ohren fliegt, geraten sein Selbstverständnis und sein Gesellschaftsbild schwer ins Wanken. Pointiert und mit feinsinnigem Humor widmet sich Ruben Östlund dem modernen Kunstbetrieb und stellt brisante Fragen zu sozialer Ungerechtigkeit und zur Empathiefähigkeit unserer Gesellschaft. Was darf Kunst, welche Verantwortung tragen Kulturschaffende? Wann soll man auf den Hilferuf eines anderen reagieren, wann die Not des anderen einfach ignorieren?

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Born to Be Blue

Genie oder Junkie

15. März 2018, 20:00

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Kanada, GB 2016, 97 min, FSK: 12

R: Robert Budreau D: Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Stephen McHattie, Callum Keith Rennie u.a.

Der Trompeter Chet Baker (1929-1988) gehört zu den prägenden Künstlern des Jazz. Nach einem kometenhaften Aufstieg in den 1950er Jahren, gefeiert als der „James Dean of Jazz“, war Chet Baker schon zehn Jahre später am Ende. Zerrissen von seinen inneren Dämonen, von Drogen und Exzessen des Musikerlebens, begegnet er einer Frau, mit der wieder alles möglich scheint. Angefeuert von seiner neuen Leidenschaft und ihrem bedingungslosen Glauben an ihn, kämpft sich Baker zurück und erschafft so einige der unvergesslichsten Musikaufnahmen seiner Karriere. Robert Budreau erzählt von einem Wendepunkt im Leben des legendären Jazz-Trompeters, teils anhand von Fakten, teils fiktiv. Eine eindrucksvolle Comeback-Story und eine Liebeserklärung an einen begnadeten Musiker.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Die göttliche Ordnung

In einem Land vor unserer Zeit

01. März 2018, 20:00

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In Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Hansestadt Stralsund:

Schweiz 2017, 96 min, FSK: 6

R: Petra Volpe D: Marie Leuenberger, Maximilian Simonischek, Sibylle Brunner u.a.

Schweiz, 1970/71: Nora, eine junge Hausfrau, lebt mit Mann, zwei Söhnen und Schwiegervater in einem beschaulichen Dorf. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren. Die Dorf- und Familienordnung gerät gehörig ins Wanken, als Nora sich für das Frauenwahlrecht einsetzt, über dessen Einführung die Männer abstimmen sollen. Von ihren politischen Ambitionen werden auch andere Frauen angesteckt. Beherzt kämpfen die züchtigen Dorfdamen nicht nur für ihre Gleichberechtigung, sondern auch gegen eine verstaubte Sexualmoral. Doch in der aufgeladenen Stimmung drohen Noras Familie und die ganze Dorfgemeinschaft zu zerbrechen. In ihrer warmherzigen Komödie lässt Regisseurin Petra Volpe chauvinistische Vorurteile und Frauen-Solidarität aufeinander treffen. Differenziert zeigt sie, dass auch Männer unter der rigiden Rollenteilung leiden. Ein Film mit Happy End: Am 7. Februar 1971 erhalten die Schweizerinnen das Stimm- und Wahlrecht.

 

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Körper und Seele

Der Weg allen Fleisches

15. Februar 2018, 20:00

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Ungarn 2017, 115 min, FSK: 12

R: Ildikó Enyedi D: Tamás Jordán, Géza Morcsányi, Szandra Borbély u.a.

Die neue Qualitätskontrolleurin Mária tritt ihre Arbeit im Schlachthof an. Eine eigentümliche Frau, das sieht Endre, Finanzdirektor des Schlachthofs, sofort: Steif, fast roboterhaft, mit unbewegtem Blick sucht sie einen unbesetzten Tisch in der Kantine. Und doch ist sie von einer elfenhaften Schönheit, die Endre nicht verborgen bleibt. Dann kommt durch einen Zufall heraus, dass Endre und Mária in der Nacht zuvor dasselbe geträumt haben: Ein Hirsch trifft in einem verschneiten Wald eine Hirschkuh. Langsam, sehr langsam kommen sich Endre und Mária, zwei Menschen mit großen Wunden auf der Seele, näher. Eine Liebesgeschichte – verhalten und doch romantisch, langsam und doch packend, märchenhaft und doch realistisch. Und das an einem Ort, wo Liebe gar nicht möglich scheint: in einem Schlachthof, diesem archaischen, blutgetränkten Ort.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi