Samaria

Parabel über Schuld, Erlösung und Barmherzigkeit

Yeo-Jin, noch keine zwanzig, lebt bei ihrem Vater. Sie ist die Managerin und Kupplerin ihrer besten Freundin Jae-Young, die als Prostituierte arbeitet. Mit dem ersparten Geld wollen die beiden eine Reise nach Europa finanzieren. Als Yeo-Jin Polizisten übersieht, die nach minderjährigen Prostituierten fahnden, verletzt sich Jae-Young auf der Flucht so schwer, dass sie kurz darauf stirbt. Von nun an trifft sich Yeo-Jin mit den ehemaligen Freiern ihrer Freundin. Doch es geht ihr nicht ums Geld, sie gibt es den Männern sogar zurück. Eines Tages kommt Yeo-Jins Vater hinter das Doppelleben seiner Tochter… Zutiefst human, aber ohne moralischen Zeigefinger, stilistisch ruhig und elegant belegt Kim Ki-duks Film einmal mehr die Stärke des asiatischen Kinos.

Südkorea 2004, 95 min OmU

Regie: Kim Ki-duk

Schauspieler: Lee Uhl, Kwak Ji-Min, Seo Min-Jung

Termin(e): 10. November 2005, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Brothers – Zwischen Brüdern

Packendes Melodram über Lebenslügen und familäre Rollenmuster

Michael scheint das Glück gepachtet zu haben: glänzende Karriere in der Armee, glücklich verheiratet mit der schönen Sarah und Vater zweier wohlgeratener Kinder. Ganz das Gegenteil seines jüngeren Bruders Jannik, der im Gefängnis saß und noch nach seinem Platz im Leben sucht. Als Michael bei einem Afghanistan-Einsatz vermisst und für tot erklärt wird, übernimmt Jannik Verantwortung für die Familie seines Bruders. Sarah und er kommen sich näher. Doch dann kehrt der aus Gefangenschaft befreite Michael zurück, ein fremder und traumatisierter Mann… Susanne Bier zerlegt in radikalen Bildern das Innenleben ganz normaler Menschen, in deren Alltag das Grauen in Gestalt eines entlegenen Krieges jäh hereinbricht.

Dänemark 2004, 110 min

Regie: Susanne Bier

Schauspieler: Connie Nielsen, Ulrich Thomsen, Nikolaj Lie Kaas

Termin(e): 27. Oktober 2005, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Die Frau des Leuchtturmwärters

„Die Frau des Leuchtturmwärters“
Kraftvolles Portrait einer verbotenen Liebe

1963 auf Ouessant, einer kleinen Insel vor der bretonischen Küste. Antoine, ein Fremder, wird geschickt, um die Leuchtturmwärter zu verstärken. Im Gegensatz zu ihren Männern zeigen die Frauen Interesse an dem Neuen. Mabé, die Frau des Leuchtturmwärters Yvon, wirkt durch Antoines Anwesenheit mehr als verunsichert. Als Yvon allein auf dem Leuchturm ist, kommt es zwischen Mabé und Antoine zu einer leidenschaftlichen Begegnung. Danach ist für Antoine klar, dass er die Insel verlassen muss. Doch er hat Spuren hinterlassen. Bis zur Ankunft von Anoine war die Ehe von Mabé und Yvon kinderlos – dann kommt Camille zur Welt … Ein Film nicht nur über die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern auch über Verantwortung, Heimatverbundenheit und Durchhaltevermögen.

Frankreich 2004, 104 min

Regie: Philippe Lioret

Schauspieler: Sandrine Bonnaire, Philippe Torreton, Grégori Derangère, Émilie Dequenne

Termin(e): 13. Oktober 2005, 20:00

Ima

Findlingspreisträger dokumentART 2003 zur Interkulturellen Woche

In diesem sehr persönlichen Film erzählt Caterina Klusemann die Geschichte der Frauen ihrer Familie. Eng verbunden leben Großmutter, Mutter und Schwester gemeinsam in einem Haus in der Toskana. Die Großmutter hüllt ihre furchbaren Erlebnisse während der Shoah in einen immer unerträglicher werdenden Mantel des Schweigens. Erst die Kamera gibt der Filmemacherin den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen. Als sie beginnt zuzuhören und nicht nur Fragen zu stellen, offenbart ihr die Großmutter die Wahrheit über die Vergangenheit.

Deutschland 2001, 58 min Dokumentarfilm

Regie: Caterina Klusemann

Schauspieler: Caterina Klusemann

Termin(e): 29. September 2005, 20:00 Regisseurin ist anwesend – Scheelehaus, Stralsund

Playa del Futuro

Auf der Suche nach dem Glück

Jan ist Koch in der Kneipe seines Freundes Rudi. Eines Tages verschwindet Rudi nach Spanien. Er hinterlässt Jan einen Haufen Schulden und die Freundin Kati. Jan reist Rudi hinterher. Er landet auf einem einsamen Bahnhof irgendwo in Andalusien. Dort begegnet er Menschen, die mit ihm eines gemeinsam haben: Alle wollen, dass ihnen das Leben endlich eine Chance bietet, ihre unerfüllten Träume zu verwirklichen…

Ein Film mit kraftvollen Bildern, der auf Peter Lichtefelds unnachahmlich lakonische, skurrile Art verdeutlicht:
Zu früh soll niemand seinen Traum begraben. Denn das Glück liegt oft näher, als man denkt.

Deutschland 2004, 90 min

Regie: Peter Lichtefeld

Schauspieler: Peter Lohmeyer, Nina Petri, Hilmi Sözer

Termin(e): 15. September 2005, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund