Adil geht (Let´s Break)

Unser Beitrag zur Interkulturellen Woche: Zwischen Breakdance und Abschiebung

Adil, Jonni, Elvis und Idris sind mit ihren Familien vor dem Bürgerkrieg in Jugoslawien geflohen und leben seit mehreren Jahren in Altenburg. Sie führen als geduldete Flüchtlinge zwischen zwei Kulturen ein Leben auf Abruf. Die vier Freunde sind leidenschaftliche Breakdance-Fans und trainieren gemeinsam für einen Wettbewerb. Als Adil ausgewiesen werden soll, beschließt Idris, einen Videofilm zu drehen, der Adil nach seiner Abschiebung an die gemeinsame Zeit erinnern soll. In der Jurybegründung des 2005 mit dem Hauptpreis des FilmKunstFests Schwerin ausgezeichneten Films heißt es: „(…) Die Musik und der Tanz der Jugendlichen hat eine Kraft, von der man sich wünscht, dass sie auf eine ganze Generation überspringt, um Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit keine Chance zu geben. (…)“

Deutschland 2005, 93 min

Regie: Esther Gronenborn

Schauspieler: Ali Biryar, Ahmedin Camdzic, Benjamin Berisha, Shemsedin Berisha, Sabine Krause, Leonie Fromme

Termin(e): 28. September 2006, 20:00 – Scheelehasu, Stralsund

Sonja

Findlingspreisträger vom FilmKunstFest Schwerin 2006

In ihrem Freundeskreis spricht Sonja, 16 Jahre alt, erfahren über Sex, aber ihrer besten Freundin Julia erzählt sie, dass sie noch nie mit einem Jungen geschlafen hat nicht mal mit ihrem Freund Anton. Stattdessen bemerkt Sonja ihre neuen Gefühle für Julia… Kirsi Liimatainen über ihren ersten Spielfilm: „Der Ursprung für diese Geschichte liegt in meiner eigenen Jugendzeit in einer kleiner Stadt in Finnland. Unsere Umgebung bestand aus grauen Plattenbauten, aber wir waren 16 und unsere Seelen und unsere Herzen waren voll von glücklichen Farben und unruhigen Träumen…“.

Deutschland 2006, 73 min

Regie: Kirsi Marie Liimatainen

Schauspieler: Sabrina Kruschwitz, Julia Kaufmann, Nadja Engel, Christian Kirste, Joachim Lätsch

Termin(e): 14. September 2006, 20:00 Regisseurin ist anwesend – Scheelehaus, Stralsund

Factotum

Suff, Sex und andere Lebensinhalte

Charles Bukowskis Alter Ego Henry “Hank” Chinaski (kongenial besetzt mit Matt Dillon) hält sich mit den verschiedensten Jobs über Wasser, um sich das leisten zu können, was ihn wirklich interessiert: Alkohol, Frauen, Zigaretten, Wetten abschließen und vor allem Geschichten schreiben, die niemand veröffentlichen will. Zwischen Drinks, stupiden Aushilfsjobs und kurzen Affären entfalten sich knappe komische und weniger komische Momentaufnahmen aus dem Leben eines Underdogs, den nach der ersten Veröffentlichung einer Kurzgeschichte plötzlicher Ruhm ereilt. Ihm zur Seite steht seine Bett- und Saufkumpanin, die mit fordernder Selbstverständlichkeit ihre Ansprüche an den Mann bringt. Bent Hamer (Kitchen Stories) verfilmt Charles Bukowskis zweiten Roman als andächtiges und heiter-melancholisches Episodendrama. Hamers lakonischer Humor harmoniert bestens mit dem Erzählstil seines Protagonisten.

Norwegen/USA 2005, 94 min

Regie: Bent Hamer

Schauspieler: Matt Dillon, Lili Taylo,r Marisa Tomei

Termin(e): 29. Juni 2006, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Die große Stille

Dok-Film über das Leben der Karthäuser

Die Klosteranlage La Grande Chartreuse liegt in der Nähe von Grenoble, umgeben von magischen Berggipfeln. Philip Gröning hat das Leben der Mönche mehrere Monate lang geteilt, hat wie sie in einer Zelle gelebt und nebenher gedreht. Er beschreibt ein Leben, das vom Gebot des Schweigens und von weltlicher Abgeschiedenheit geprägt ist und erzählt von Menschen, die ihre Lebenszeit in aller Klarheit Gott gewidmet haben. Entstanden ist ein schlichter und schöner Film, der den Blick fürs Wesentliche schärft. Ein Film, mehr Meditation als Abbild. Eine Reise in die Stille. Keine Musik, keine Interviews, keine Kommentare, kein zusätzliches Material. Nur der Lauf der Zeit, der Wechsel der Jahreszeiten und das sich immer wiederholende Element des Tages: das Gebet. Erst in der Stille beginnt man zu hören. Erst wenn die Sprache verstummt, beginnt man zu sehen.

Deutschland 2005, 169 min – Achtung Überlänge! – Scheelehaus, Stralsund

Regie: Philip Gröning

Termin(e): 15. Juni 2006, 20:00 Achtung Überlänge! – Scheelehaus, Stralsund

Das zweite Leben des Monsieur Manesquier

Besser spät als nie

Eine zufällige Begegnung in einer kleinen französischen Dorfapotheke führt zwei Männer zusammen, die eigentlich nur eins gemeinsam haben: drei Tage Zeit. Drei Tage, bis der in die Jahre gekommene Bankräuber Milan mit drei Komplizen die ortsansässige Bank überfallen wird. Drei Tage, bis sich der pensionierte Lehrer Manesquier einer dreifachen Bypass-Operation unterziehen muss. Drei Tage, in denen die beiden konträren Charaktere über ihr Leben, ihre Versäumnisse und ihre Träume reflektieren, sich die Frage stellen, was wäre, wenn ich das Leben des anderen geführt hätte? Patrice Lecontes Film ist ein stiller, beinahe philosophischer Film, der dank der beiden Hauptdarsteller und der sensiblen Regie des Meisters des psychologisch fundierten Dramas zum Lächeln ebenso anregt wie zum Nachdenken. Ein kluger und poetischer Film über das Älterwerden und die Freundschaft, verpasste Chancen und die Zufälle des Lebens, die jeden zu dem machen, der er ist.

Frankreich/D/GB/Schweiz 2002, 90 min OmU

Regie: Patrice Leconte

Schauspieler: Jean Rochefort, Johnny Hallyday

Termin(e): 01. Juni 2006, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Populärmusik aus Vittula

Furiose Zeitreise durch ein rebellisches Jahrzehnt

In der nördlichsten Ecke Schwedens, wo man schwedisch und finnisch gleichermaßen unverständlich spricht und sich das Leben so rau wie die Einwohner selbst gestaltet, hier liegt Vittula. Zwischen harten Trinkern, illegalen Schnapsbrennern, fingerhakelnden Frauen und Sauna bis zum Umfallen wachsen Matti und sein schweigsamer, sensibler Freund Niila auf und träumen von der großen, weiten Welt. Eine Beatles-Platte verändert das Leben der beiden Jungs. Unterstützt vom neuen Musiklehrer Greger gründen sie eine Rockband. Nach dem erfolgreichen Roman von Mikael Niemi erzählt Reza Bagher die Geschichte einer Jugend jenseits des Polarkreises. Die Verfilmung wird nicht nur dem rauen Witz und dem literarischen Niveau der Vorlage gerecht, sondern entwickelt mit schräger Komik, karikaturhaften Zuspitzungen und märchenhaften Wendungen einen ganz eigenen Charme.

Schweden/Finnland 2004, 100 min

Regie: Reza Bagher

Schauspieler: Max Enderfors, Andreas af Enehjelm, Björn Kjellman, Kati Outinen

Termin(e): 18. Mai 2006, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund