Heimatklänge

Dok-Film vom Juchzen und anderen Gesängen

Was hat Babygeschrei mit dem Echo eines Jodlers im Gebirge gemeinsam, was der Kopfton eines tuvinischen Nomaden mit der Bühnenshow eines Vokalartisten? Die menschliche Stimme. Vor dem Hintergrund trutziger Alpen- und moderner adtlandschaften beschreiten Noldi Alder, Erika Stucky und Christan Zehnder unterschiedliche und gleichermaßen interessante Wege der Weiterentwicklung der alpenländischen Musik in die Moderne. In ihren experimentierfreudigen Auseinandersetzungen mit Traditionen vermischt sich Alpenkultur mit groovigem Großstadt-Lifestyle, verschmelzen Volksmusik, Jazz und Kinderlieder. Im Verhältnis von Landschaft, Musik und Mensch berauscht Schwietert mit monumentalen Bergbildern, verbindet Andacht mit Naturverbundenheit.

Schweiz, Deutschland 2007, 81 min

Regie: Stefan Schwietert

Schauspieler: Erika Stucky, Noldi Alder, Christian Zehnder

Termin(e): 06. Dezember 2007, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Blow up

Klassiker und Meilenstein in der Filmgeschichte

Zufällig entdeckt der erfolgreiche Londoner Fotograf Thomas in einem Park ein Paar beim Liebesspiel. Als er die davon gemachten Schwarz-Weiß-Aufnahmen vergrößert, glaubt er in einer Hecke eine Hand mit einer Pistole und unter einem Busch eine Leiche zu erkennen. Hat er „ohne es zu merken“ einen Mord fotografiert?
Michelangelo Antonioni spielt mit den Grenzen von Wirklichkeit und Illusion. Er demonstriert die Unzuverlässigkeit der Sinnesorgane und die Manipulierbarkeit durch Fotografien.

England 1966, 111 min

Regie: Michelangelo Antonioni

Schauspieler: David Hemmings, Vanessa Redgrave, Sarah Miles, Jane Birkin, Veruschka von Lehndorff, Peter Bowles

Termin(e): 22. November 2007, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

10 Kanus, 150 Speere und drei Frauen

Mystische Geschichte aus der Vergangenheit

Vor langer Zeit lebte das Volk der Ramingining ungestört in den Sümpfen im Norden Australiens. Der junge Dayindi, der mit seinem Stamm zum ersten Mal auf Enteneierjagd geht, begehrt die jüngste der drei Frauen seines älteren Bruders. Um ihn auf den richtigen Weg zu führen, wird ihm eine Geschichte erzählt, die sich in uralten, mythischen Zeiten zugetragen hat – eine Geschichte über eine fehlgeleitete Liebe, über Kidnapping, Hexerei und Rache. Rolf de Heer hat mit Ureinwohnern Australiens in deren eigenem Dialekt gedreht. Entstanden ist eine poetische Fabel, eine augenzwinkernde Expedition zu den Wurzeln der Menschheit.

Australien 2006, 91 min OmU

Regie: Rolf de Heer

Schauspieler: Crusoe Kurddal Jamie Gulpilil Richard Birrinbirrin Peter Minygululu Frances Djulibing

Termin(e): 08. November 2007, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Du bist nicht allein

Publikumspreisträger beim Filmkunstfest Schwerin

Als die schöne Jewgenia neben Familie Moll einzieht, entdeckt Hans Moll ein Gefühl, das er längst vergessen hatte: verliebt sein, glücklich sein. Er pflegt sich, macht kleine Geschenke, ist aufmerksam und charmant. Seine Frau indes ist mit ihrer neuen Arbeit beschäftigt, mit der steilen und unverhofften Karriere von der Wurstverkäuferin zur Wachhabenden. Frau Wellinek und ihr Mann sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Sie haben Zeit, sie haben Alternativen, aber keine richtige Perspektive. Sie alle entdecken die Sehnsucht nach einer Chance, sich selbst ins Leben zurückzuholen. Bernd Böhlich gelingt eine charmante, einfühlsam beobachtete und mit warmherzigem
Humor erzählte Tragikomödie.

Deutschland 2007, 90 min

Regie: Bernd Böhlich

Schauspieler: Axel Prahl, Katharina Thalbach, Yekaterina Medvedeva, Karoline Eichhorn, Herbert Knaup

Termin(e): 25. Oktober 2007, 20:00 – Scheelehaus, Strahlsund

dunkelblaufastschwarz

Moderne Fabel über das Erwachsenwerden

Jorge hat die letzten Jahre damit verbracht, seinen Vater zu pflegen und sein Studium zu beenden. Nun träumt er von einem selbst bestimmten Leben. Durch seinen Bruder Antonio, der im Knast sitzt, lernt er Paula kennen. Eigentlich sind Antonio und Paula ein Paar. Ein Paar im Gefängnis, wo eigene Regeln gelten: Paulas Wunsch nach einem Kind, um in den geschützten Bereich der Mutter-Kind-Station aufgenommen zu werden, beunruhigt UreinwohAntonio, der zeugungsunfähig ist. Und so wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an seinen Bruder … Mehrfach preisgekrönter, berührender und äußerst lebensnaher Film über die Suche nach dem eigenen Weg und über die Schwierigkeiten, diesen Weg dann auch einzuschlagen.

Spanien 2007, 105 min

Regie: Daniel Sánchez Arévalo

Schauspieler: Quim Gutiérrez, Marta Etura, Antonio de la Torre, Héctor Colomé, Raúl Arévalo, Eva Pallarés

Termin(e): 11. Oktober 2007, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Über die Schwelle

Unser Beitrag zur Interkulturellen Woche, Publikumspreisträger beim FiSH-Festval in Rostock

Das biographische Filmportrait erzählt das spannende Leben des Kommunisten Walter Ruge. Der 1915 in Berlin Geborene musste 1933 Deutschland verlassen und wurde nach acht Jahren des Exillebens grundlos zu 10 Jahren Arbeitslager verurteilt. Sein Weg führte ihn durch verschiedene sibirische Lager. 1958 ging Ruge wieder zurück nach Ostdeutschland. Der lebendige Kontakt mit jungen Menschen ist, neben dem Radsport, ein wichtiger Punkt im Leben des Rentners. Gemeinsam mit dem 91-jährigen begibt sich das Filmteam um Stefan Mehlhorn auf purensuche nach Ruges Vergangenheit an den nördlichen Polarkreis Sibiriens.

Deutschland 2006, 62 min

Regie: Stefan Mehlhorn

Schauspieler: Walter Ruge

Termin(e): 27. September 2007, 20:00 Anwesenheit des Regisseurs – Scheelehaus, Stralsund