Rabbi Wolff – Ein Gentleman vor dem Herrn

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Der etwas andere Rabbiner

09. Februar 2017, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen.

Deutschland 2016, 90 min, FSK: o.A.

R: Britta Wauer

William Wolff, fast 90, ist der wohl ungewöhnlichste Rabbiner der Welt. Der kleine Mann mit Hut wurde in Berlin geboren, hat einen britischen Pass und wohnt in einem Häuschen in der Nähe von London. Immer Mitte der Woche fliegt er nach Hamburg, steigt dort in den Zug und pendelt zu seinen Jüdischen Gemeinden nach Schwerin und Rostock. Samstags nach dem Gottesdienst geht es zurück nach London – es sei denn, er ist bei Verwandten in Jerusalem, auf Fastenkur in Bad Pyrmont oder beim Pferderennen in Ascot. Denn das Leben muss vor allem Spaß machen, findet er. Britta Wauers berührender Dokumentarfilm zeigt den turbulenten Alltag von Willy Wolff und beleuchtet seine bewegte Vergangenheit: Bevor er Rabbiner wurde, war er politischer Korrespondent in London; als Kind floh er mit seiner Familie aus Nazideutschland. Rabbi Wolff ist nicht nur das Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit – eines tief religiösen Menschen, der sich voller Lebensfreude über Konventionen hinwegsetzt. Der Film führt auch auf mitreißende Weise in die Welt des Judentums ein und präsentiert uns einen ganz besonderen deutschen Lebenslauf.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Mahana – Eine Maori-Saga

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Geheimnisse und Lügen

19. Januar 2017, 20:00

Trailer zum Film

Neuseeland 2016, 103 min, FSK: 6

R: Lee Tamahori D: Nancy Brunning, Morrison Temuera, Akuhata Keefe, Jim Moriarty u.a.

Die Maori-Familien der Mahanas und Poatas leben an der Ostküste Neuseelands vom Schafe scheren. Zwischen den beiden Clans herrscht eine alte Feindschaft, die sich nicht nur bei den alljährlichen Schafschur-Wettbewerben als erbitterte Rivalität äußert. Auch innerhalb der Familie Mahana gibt es Spannungen, als immer öfter Tradition und Moderne aufeinanderprallen. Besonders der 14-jährige Simeon lehnt sich gegen seinen herrschsüchtigen und traditionell denkenden Großvater Tamihana auf. Einzig dessen Frau Ramona, das spirituelle Oberhaupt, hält die Familie zusammen. Als Simeon ein Foto seiner Großmutter mit dem Patriarchen des verhassten Poata-Clans findet, kommt er der Wahrheit hinter der Familienfehde auf die Spur… Lee Tamahoris Verfilmung des gleichnamigen Buches von Whale Rider-Autor Witi Ihimaera portraitiert unaufgeregt und mit herrlichen Bildern das harte Leben der Ureinwohner Neuseelands in den 1960er Jahren.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Toni Erdmann

Festival Cannes 2016

Schutzengel mit Perücke und Gebiss

05. Januar 2017, 20:00

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Deutschland, Österreich 2016, 162 min, FSK: 12

R: Maren Ade D: Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Wittenborn, Ingrid Burkhard, Ingrid Bisu u.a.

Die Schöne und das Biest: Maren Ades Komödie um eine Vater-Tochter-Beziehung war die Filmsensation des Jahres 2016. Der Musiklehrer Winfried, der sein Provinz-Dasein gerne mit Plastikgebiss, Billigperücke und Fake-Identitäten aufheitert, macht sich Sorgen um seine supererfolgreiche Tochter Ines. Beim Heimatbesuch hängt sie nur am Smartphone, glücklich ist sie jedenfalls nicht. Also sitzt Winfried bald in der Lobby ihrer Unternehmensberater-Firma in Bukarest, Überraschungsbesuch! Papa ist peinlich, und wie. Winfried reist ab – und kehrt in Gestalt von Toni Erdmann wieder zurück, als Coach von Ion Tiriac, wie er behauptet, mit besagtem Klappergebiss, Zottelperücke und Stretch-Limo. Und Ines fängt an, das Spiel mitzuspielen.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Das brandneue Testament

Kino/ DAS BRANDNEUE TESTAMENT

Gott existiert. In Brüssel.

15. Dezember 2016, 20:00

Trailer zum Film

Belgien, Frankreich, Luxemburg 2015, 105 min, FSK: 12

R: Jaco Van Dormael D: Pili Groyne, Benoît Poelvoorde, Yolande Moreau, Catherine Deneuve u.a.

Gott lebt in Brüssel, hat dauerhaft schlechte Laune und lässt diese bevorzugt an der Menschheit aus. Zuhause tyrannisiert er seine Frau und Tochter Éa. Sohn Jesus Christus hat sich bereits aus dem Staub gemacht. Irgendwann hat auch Éa die Nase voll. Höchste Zeit für eine Lektion, findet sie. Und hackt sich in Gottes Computer ein. Die geheimste seiner geheimen Dateien, die Todesdaten aller Menschen, ist schnell geöffnet. Per SMS erfährt jeder Mensch, wie lange er noch zu leben hat. Was dazu führt, dass die Menschlinge sich ihrer Endlichkeit bewusst werden und ihre Restzeit zum eigenen Vergnügen zu nutzen wissen. Danach macht Éa sich auf die Suche nach sechs weiteren Aposteln, um deren Geschichten als brandneues Testament aufzuschreiben. Doch Gott ist der Meinung, dass er auch noch ein gewaltiges Wort mitzureden hat… Van Dormael kennt kein Zögern, wenn es um die filmische Umsetzung der naheliegendsten Gedanken und der Buchstäblichkeit in Sachen Religion geht.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

El Clan

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Ein mörderischer Familienbetrieb

01. Dezember 2016, 20:00

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Argentinien, Spanien 2014, 108 min, FSK: 16

R: Pablo Trapero D: Guillermo Francella, Peter Lanzani, Lili Popovich u.a.

Argentinien in den frühen Achtzigern. Die Puccios leben in einem gutbürgerlichen Stadtteil in Buenos Aires, nach außen wirken sie wie eine ganz normale Großfamilie. Doch der Schein trügt. Im Verborgenen führt Patriarch Arquímedes Puccio die dunklen Geschäfte der Familie: Kidnapping, Lösegelderpressung, Mord. Dafür braucht er vor allem die bedingungslose Unterstützung seines ältesten Sohnes Alejandro, der für ihn geeignete Opfer ausfindig macht. Als Star der Rugby-Nationalmannschaft ist dieser durch seine Berühmtheit über jeden Verdacht erhaben. Doch als Alejandro sich verliebt und das makabre Familienbusiness in Frage stellt, droht die Fassade zu bröckeln. Der Thriller des argentinischen Regisseurs Pablo Trapero beruht auf einem wahren Kriminalfall.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Der Kuaför aus der Keupstraße

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Eine Chronik des Versagens

17. November 2016, 20:00

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In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen wir in Anwesenheit des Drehbuchautors Maik Baumgärtner Der Kuaför aus der Keupstraße.

Deutschland 2015, 92 min, FSK: o.A.

R: Andreas Maus u.a.

Der Mittwochnachmittag ist mit Bedacht gewählt. Vor und in dem Friseurgeschäft der Brüder Özcan und Hasan Yildirim ist viel los, als sich am 9. Juni 2004 plötzlich 700 zehn Zentimeter lange Tischlernägel mit einer Reichweite von 250 Metern in Projektile verwandeln. Sie verletzen 22 Menschen. So infam der Anschlag ist, so skandalös der Verlauf der Ermittlungen: Verdächtigt werden die Opfer. Erst 2011 wird mit den Enthüllungen über die rechtsextreme terroristische Vereinigung “Nationalsozialistischer Untergrund” auch diese Tat aufgedeckt. Der Prozess dauert bis heute an. In seinem Dokumentarfilm gibt Regisseur Andreas Maus jenen eine Stimme, die lange niemand hören wollte. Die von ihm angewandten Erzählstrategien wollen Distanz schaffen, bewusst nicht emotionalisieren, sondern frei legen, mit welcher Systematik vertuscht, verschwiegen und verdrängt wurde.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi