An der Saale hellem Strande – Ein Kulturhaus erzählt

Die Kunst gehört dem Volke

06. September 2012, 20:00

Der Dokumentarfilm über eines der traditionsreichsten Kulturhäuser, dem Klubhaus der ehemaligen Bunawerke in Schkopau bei Halle an der Saale, erinnert an ein denkwürdiges Kulturexperiment aus DDR Tagen: Kultur für Werktätige. Hier traten große Künstler auf wie Marcel Marceau, Juliette Greco, Igor und David Oistrach und viele andere. Ein Dauergast war über Jahre hinweg das Berliner Ensemble mit Ernst Busch und Helene Weigel. Viele der damals Tätigen, Klubhaus- und Zirkelleiter, Künstler und Teilnehmer sprechen über die hoffnungsvollen Anfänge, die alltägliche Umsetzung und die Gründe, die schließlich zum Niedergang der staatlich organisierten Kulturarbeit der DDR führten. Bei der Vorstellung des Films werden die Filmemacher Helga Storck, Peter Goedel und eine Protagonistin anwesend sein.

Termin: 06. September 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Sound of Noise

Kann Trommeln Terror sein?

10. Mai 2012, 20:00

Produktion: Schweden, Frankreich 2010, 102 min
Regie: Ola Simonsson, Johannes Stjärne Nilsson
Darsteller: Bengt Nilsson, Sanna Persson, Magnus Börjeson u.a.

Sechs Schlagzeuger terrorisieren die Stadt mit einer Symphonie der anderen Art. Zum Musizieren ist ihnen jedes Mittel recht, Hauptsache, es verursacht Geräusche. Dabei machen sie selbst vor Krankenhaus-Patienten, Geldscheinen und Strommasten nicht halt. Immer mit dabei: Ein tickendes Metronom, das den musikhassenden Polizisten Amadeus Warnebring auf den Plan ruft. Was zunächst als der seltsamste Fall von Warnebrings Karriere beginnt, entpuppt sich für ihn schließlich als die Chance, sein Leben für immer zu verändern. Eine herrlich schrille Mischung aus Musikfilm, anarchischem Thriller und Liebeskomödie mit einem großartigen Soundtrack.

Termin(e): 10. Mai 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Der Albaner

Höllenfahrt in den deutschen Untergrund

31. Mai 2012, 20:00

Prdoduktion: Deutschland, Albanien 2010, 107 min
Regie: Johannes Naber
Darsteller: Stipe Erceg, Eva Löbau, André Hennicke, Ivan Shvedoff, Nik Xhelilaj, Xhejlane Terbunia u.a.

Als seine heimliche Liebe Etleva schwanger wird, will der junge Albaner Arben in Deutschland arbeiten, bis er die geforderte Mitgift auftreibt. Illegal und ohne Sprachkenntnisse trifft er in Berlin auf Slatko, der ihn in eine Schlepperbande einführt. Der langsame Abstieg in die Kriminalität beginnt. Johannes Nabers preisgekröntes Spielfilmdebüt, mit starken Bildern und Darstellern, führt in eine Schattenwelt brutaler Ausbeutung, in der die Verwertung des Menschen als Arbeitskraft ihre radikalste Ausprägung findet. Arben wird am Ende als „Gewinner“ die Heimat wiedersehen und die Mutter seines Kindes. Doch ein Happy End ist nicht in Sicht, stattdessen: entwurzelte Menschen, zerstörte Biografien.

Termin(e): 31. Mai 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Drei

Ménage à trois

Produktion: Deutschland 2010, 119 min
Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Sebastian Schipper, Angela Winkler, Devid Striesow, Sophie Rois, Annedore Kleist u.a.

Seit 20 Jahren sind Hanna und Simon ein Paar. Sie leben nebeneinander und miteinander, sind attraktiv, modern, gereift, kinderlos, kultiviert, ernüchtert. Bis sich beide, ohne voneinander zu wissen, in denselben Mann verlieben. Adam Born, Stammzellenforscher. Heimlich führen sie ihre Affären mit Adam, nicht ahnend, wie sehr das Geheimnis, das sie voreinander haben, sie miteinander verbindet. Sex-Klamauk oder Erotik-Drama? Ironisches Berlin-Mitte-Porträt oder kompromisslose Akademiker-Innenschau? Tom Tykwer hält geschickt die Balance. Er zeigt die Pannen seiner Charaktere auf amourösem Felde, führt sie in ihrer Bildungs- und Kunstgefräßigkeit vor. Gleichzeitig setzt er jede ihrer Tastbewegungen zum anderen oder gleichen Geschlecht mit heiligem Ernst in Szene.

Termin(e): 09. Februar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Waste Land

Kunstwerke aus Müll

Produktion: Großbritannien, Brasilien 2010, 98 min
Regie: Lucy Walker

Der renommierte Künstler Vik Muniz kehrt von Brooklyn zu seinen brasilianischen Wurzeln zurück, um Kunst zu schaffen auf der größten Müllkippe der Welt – Jardim Gramacho, gelegen an der Peripherie von Rio de Janeiro. Dort verdienen „Catadores“ ihren Lebensunterhalt durch das Sammeln recyclebarer Wertstoffe. Zwischen Armut, Dreck und Verwesung begegnet Muniz Menschen voller Optimismus und Stolz, die über Macchiavelli und die Würde der Arbeit philosophieren, eine Bibliothek einrichten und eine Gewerkschaft gründen. Zusammen mit ihnen arbeitet er an überdimensionalen Abfall-Portraits. In ihrer mehrfach ausgezeichneten Dokumentation erzählt Lucy Walker vom Müll, von lebensbejahenden, fröhlichen Individuen und von den Kunstwerken, die sie schaffen.

Termin(e): 12. Januar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Four Lions

Eine politisch völlig unkorrekte Komödie

Produktion: Großbritannien 2010, 101 min
Regie: Christopher Morris
Darsteller: Julia Davis, Riz Ahmed, Benedict Cumberbatch, Kayvan Novak, Preeya Kalidas u.a.

Das Maschinengewehr im Bekennervideo ist aus Plastik und für Kinderhände gemacht – wild entschlossen sind sie trotzdem, sich und andere im Namen des Islam zu töten: Omar, der charismatische Anführer, der ängstliche Bombenbastler Faisal, Waj, der gerade nichts Besseres zu tun hat, und der militant-aggressive Konvertit Barry. Gemeinsam soll der ganz große Coup gelingen, auch wenn sie handwerklich noch weit entfernt von ihren Vorbildern sind und statt ungläubiger Feinde die eigenen Leute in die Luft sprengen. In einer pechschwarzen Satire über den Heiligen Krieg und die Schwierigkeit, Krähen als Soldaten auszubilden, packt das britische Comedy-Genie Chris Morris ein heißes Eisen an und entdeckt in der größten Bedrohung der Gegenwart einen ebenso bestürzenden wie tiefschwarzen Humor.

Termin(e): 27. Oktober 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi