Nader und Simin – Eine Trennung

Irans zerrissene Gesellschaft

Produktion: Iran 2011, 123 min
Regie: Asghar Farhadi
Darsteller: Sareh Bayat, Sarina Farhadi, Peyman Moadi, Ali-Asghar Shahbazi, Leila Hatami u.a.

Simin will sich von ihrem Ehemann Nader scheiden lassen, um mit ihrer Tochter ins Ausland zu gehen. Doch Nader will seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht allein zurücklassen. Als Simin auszieht, stellt Nader eine Pflegerin für ihn ein. Als Nader erfährt, dass die überforderte Helferin den Vater vernachlässigt, kommt es zu einer Kurzschlussreaktion. Nader wird wegen Mordes angeklagt. Recht oder Unrecht? Sünde oder ein Akt der Barmherzigkeit? Diese Fragen ziehen sich durch den Film wie ein Gespinst undurchsichtiger Fäden, in dem sich am Ende alle Beteiligten unrettbar verfangen. Sozialdrama, Kriminalfall und menschliche Tragödie verknüpft Farhadi zu einem unter die Haut gehenden Porträt der iranischen Gesellschaft.

Termin(e): 22. März 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Ein Tick anders

Schluckauf im Gehirn

Produktion: Deutschland 2010, 87 min
Regie: Andi Rogenhagen
Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Victoria Trauttmansdorff, Stefan Kurt, Renate Delfs u.a.

Die siebzehnjährige Eva leidet unter Tourette. Manchmal treiben ihre Tics sie in den Wahnsinn, doch eigentlich ist sie glücklich. Denn im Kreise ihrer Familie akzeptiert jeder sie, wie sie ist. Erst als ihr Vater seinen Job verliert, gerät die familiäre Balance aus dem Lot: Gemeinsam mit ihrer kauzigen Oma und ihrem durchgeknallten Onkel versucht Eva bei der Existenzsicherung zu helfen, was zusehends ins Chaos führt… Eine anarchische, überdrehte, unbändige und zartfühlende Familienkomödie über Liebe, Toleranz und die vielleicht verrückteste Krankheit der Welt – das Tourette-Syndrom.

Termin(e): 08. März 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Pina

Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren

Produktion: Deutschland 2011, 100 min
Regie: Wim Wenders

Ein Film mit Pina Bausch sollte es eigentlich werden, den Wim Wenders geplant hatte, doch der überraschende Tod der Tänzerin und Choreographin kam dazwischen und sorgte dafür, dass dies nun ein Film für Pina und all ihre Fans, aber auch für jeden Tanzinteressierten geworden ist. Zusammen mit dem Tanztheater Wuppertal entstand eine sinnliche, bildgewaltige Entdeckungsreise mitten hinein auf die Bühne und hinaus aus dem Theater in die Stadt und das Umland von Wuppertal – den Ort, der 35 Jahre für Pina Bausch Heimat und Zentrum ihres kreativen Schaffens war. Getanzt wird zu den Choreographien „Le Sacre du Printemps“, „Vollmond“, „Café Müller“ und „Kontakthof“, die Wim Wenders noch zusammen mit Bausch aussuchte.

Termin(e): 22. Dezember 2011 – Kulturkirche St. Jakobi

The Tree of Life

Elektrisiert vom Wunder Leben

Produktion: USA 2011, 138 min
Regie: Terrence Malick
Darsteller: Sean Penn, Brad Pitt, Fiona Shaw, Jessica Chastain, Kari Matchett u.a.

Amerika in den fünfziger Jahren, in der Zeit von grenzenlosem Wachstum und Wohlstand. Drei Jungen spielen im Garten, Vater und Mutter O’Brien blicken mit Wohlgefallen auf ihre Kinder, das Licht scheint weich, gütig und sanft. Dann ein brutaler Zeitsprung: Die Mutter erhält ein Telegramm: Ihr zweitgeborener Sohn ist tot. Jack, der ältere Bruder, erzählt die Geschichte des familiären Zerfalls, die Chronik eines unabwendbaren Todes. Der Vater, der seine Kinder auf einen harten Überlebenskampf in einer gnadenlosen Welt einstimmen will, quält und demütigt sie mit einer Gewalt, die ihre ätherisch-madonnenhafte Mutter durch Liebe nicht ausgleichen kann. Das weltumspannende, das die Welt zusammenhaltende Wesen vom Lebensbaum ist die Ausgangsidee, die Terrence Malick auf eine scheinbar ganz normale Familie überträgt. Er unternimmt mit seinem verfilmten Bewusstseinsstrom voller Erinnerungsfetzen und unendlich schöner Bilder nichts weniger als den Versuch, Schöpfung und Evolution mit filmischen Mitteln miteinander zu vereinbaren, auf der Suche nach Sinn, vielleicht nach Gott.

Termin(e): 08. Dezember 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi