Mustang

Film/ Mustang

Vergitterte Unschuld

22. September 2016, 20:00

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Deutschland, Frankreich, Türkei 2015, 97 min, FSK: 12

R: D: Ilayda Akdoğan, Tuğba Sunguroğlu, Doğa Zeynep Doğuşlu, Elit Işcan, Günes Sensoy u.a.

Ein türkisches Dorf, weit entfern von Istanbul: Die fünf Schwestern Sonay, Selma, Nur, Ece und Lale laufen ausgelassen herumalbernd am Strand nach Hause. Jungs begleiten sie. Ihr als schamlos wahrgenommenes Verhalten hat dramatische Folgen: Telefone und Computer werden verboten, die Mauern um das Haus immer höher. Spätestens, als ein Mädchen nach dem anderen verheiratet werden soll, hält die Realität mit aller Brutalität Einzug. Doch die Fünf – von großem Freiheitsdrang erfüllt – beginnen, sich gegen die ihnen auferlegten Grenzen aufzulehnen. Einfühlsam und kraftvoll zugleich setzt die junge Regisseurin Deniz Gamze Ergüven die unzähmbare Lebenslust der Mädchen in Szene, die sich in einer von Männern und alten Frauen geprägten Gesellschaft ihr Recht auf Selbstbestimmung erkämpfen. Mit lichtdurchfluteten Bildern setzt der Film der Brutalität zarte Sinnlichkeit und jugendliches Aufbegehren entgegen, die tief berühren und mit Hoffnung erfüllen.

Termin: 22. September 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Macbeth

Macbeth

Seid blutig, kühn und fest

08. September 2016, 20:00

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Frankreich, USA, Großbritannien 2015, 113 min, FSK: 12

R: Justin Kurzel D: Marion Cotillard, David Thewlis, Michael Fassbender u.a.

Schottland im Mittelalter. Nach einer siegreichen Schlacht beginnt der unaufhaltsame Aufstieg des machthungrigen Heerführers Macbeth. Verführt von einer mysteriösen Prophezeiung dreier Hexen und angetrieben von seiner ehrgeizigen Frau ermordet Macbeth seinen König Duncan, um selbst den Thron von Schottland zu besteigen. Doch je brutaler seine Schreckensherrschaft wird, desto mehr plagen Macbeth und seine Frau die Dämonen ihrer Schuld. Als sich Duncans Sohn Malcolm mit Macbeths größtem Widersacher Macduff verbündet und eine Armee gegen den Tyrannen versammelt, wendet sich das Blatt. Der Königsmörder und seine machtgierige Frau: Kaum ein Werk fasziniert seit Jahrhunderten so wie Shakespeares Tragödie vom Aufstieg und Fall Macbeths. Justin Kurzels Macbeth ist eine perfekte Symbiose aus Theater und Kino, ein elektrisierendes Aufeinanderprallen von großer Schauspielkunst und einer gewaltigen Bilderflut.

Termin: 08. September 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Louder than bombs

Film/ Louder than Bombs

Drei Männer allein zu Haus

21. Juli 2016, 20:00

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Dänemark, Frankreich, Norwegen 2015, 108 min, FSK: 12

R: Joachim Trier D: Isabelle Huppert, Gabriel Byrne, Jesse Eisenberg u.a.

Drei Jahre nach dem Unfalltod der renommierten Kriegsfotografin Isabelle Reed bringen die Vorbereitungen zu einer großen Retrospektive ihren Ehemann Gene und die beiden Söhne Jonah und Conrad wieder im Elternhaus zusammen. Doch von Innigkeit ist diese entfremdete Restfamilie weit entfernt. Die Sprachlosigkeit wird noch verstärkt durch die Ankündigung von Isabelles altem Weggefährten Richard, in einem Begleitartikel zur Ausstellung neue Details zu ihrem Tod zu veröffentlichen. Details, die dem jüngsten Sohn Conrad bisher verschwiegen wurden. Die Konfrontation mit einer traumatischen Vergangenheit verschränkt sich mit gegenwärtigen Konflikten der ungleichen Reed-Männer, die in ihrer jeweils eigenen Sicht der Dinge zu gänzlich unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen. Ein klärendes Gespräch wird unvermeidbar – als vielleicht letzte Chance, die tiefe Kluft innerhalb der Familie zu überwinden und zum ersten Mal wirkliches Verständnis füreinander zu entwickeln.

Termin: 21. Juli 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Unsere kleine Schwester

Film/ Unsere kleine Schwester

Familie ist, wo das Herz wohnt

23. Juni 2016, 20:00

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Japan 2015, 128 min, FSK: o.A.

R: Hirokazu Kore-eda D: Haruka Ayase, Masami Nagasawe, Kaho, Suzu Hirose u.a.

Die Schwestern Sachi, Yoshino und Chika leben gemeinsam in einem großen Haus in Kamakura, einer Küstenstadt unweit von Tokio. Bei der Beerdigung ihres Vaters, der die Familie vor 15 Jahren verlassen hat, treffen sie ihre Halbschwester Suzu, die nun auf sich allein gestellt ist. Obwohl sie die schüchterne 13-Jährige kaum kennen, bieten sie ihr an, mit ihnen zusammen zu leben. Suzu nimmt die Einladung an, und so beginnt für die vier Schwestern ein neues Leben, in dem zwar die Vergangenheit ihren Platz hat, aber einzig die Gegenwart zählt. In gewohnt zurückhaltendem Gestus, mit japanischem Sinn für Harmonie erzählt Regisseur Kore-eda Hirokazu von der Verunsicherung zwischen den Schwestern und wie diese mit der Zeit einer familiären Vertrautheit und tiefen Sympathie weicht. Der Film basiert auf dem preisgekrönten Manga „Umimachi Diary“ von Akimi Yoshida.

 

Termin: 23. Juni 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Sture Böcke

Film/ Sture Böcke

Von Menschen und Schafen

09. Juni 2016, 20:00

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Island 2015, 93 min, FSK: 6

R: Grímur Hákonarson D: Theodór Júlíusson, Charlotte Bøving, Sigurður Sigurjónsson, Gunnar Jónsson u.a.

In einem abgelegenen Tal Islands leben die Brüder Gummi und Kiddi auf benachbarten Höfen, sorgen sich um ihre Schafherden und sprechen kein Wort miteinander. Besonders kommunikativ ist diese ländliche, karge Region allerdings ohnehin nicht, besonders Gummi verlässt seinen Hof nur im äußersten Notfall. Zum Beispiel zum Wettbewerb der Schafzüchter. Als eine tödliche Krankheit bei Kiddis Schafen ausbricht, ist das ganze Tal bedroht. Alle Schafe der Region sollen getötet werden. Aber Gummi und Kiddi geben nicht so schnell auf – die Brüder müssen sich zusammenraufen, um ihre spezielle, jahrhundertealte Rasse und auch sich selbst zu retten. Grimur Hákonarsons preisgekrönter Film erfüllt sämtliche Erwartungen, die sich mit Island verbinden: Grüne Wiesen unter blauem Himmel, schneebedeckte Felder in der Wintersonne, knorrige Charaktere, die ihre Schrullen offensiv ausleben.

Termin: 09. Juni 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

A Perfect Day

Film/ A Perfect Day

Hilfe, die Helfer kommen!

26. Mai 2016, 20:00

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Spanien 2015, 106 min, FSK: 12

R: Fernando León de Aranoa D: Benicio Del Toro, Tim Robbins, Olga Kurylenko, Mélanie Thierry u.a.

Irgendwo auf dem Balkan im Jahre 1995 siedelt Fernando León de Aranoa seine schwarze Komödie an. Der Krieg ist zwar offiziell zu Ende, aber Frieden noch nicht in Sicht. Im Zentrum steht eine Gruppe humanitärer Helfer, die zu einem Brunnen gerufen werden, in dem die Leiche eines Mannes schwimmt – ein bewährtes Mittel, um die Wasserversorgung des Gegners zu verseuchen. Der Tote muss innerhalb von 24 Stunden geborgen werden. Allein es fehlt ein Seil, um den Körper herauszuziehen. Und so machen sich der erfahrene Einsatzleiter Mambrú und sein Team auf, um es zu besorgen. Auf einer Buchvorlage der Ärzte-ohne-Grenzen-Aktivistin Paula Farias beruhend verliert sich der eindringliche Antikriegsfilm trotz hoher Pointendichte weder in Veralberung noch in Zynismus. Auf Momente, die vom Schrecken des Kriegs beherrscht sind, folgen Szenen, in denen Humor zur einzig wirksamen Waffe gegen die herrschenden Verhältnisse wird.

Termin: 26. Mai 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi