1000 Arten, den Regen zu beschreiben

Sich wegschließen

25. Oktober 2018, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2017, 90 min, FSK: 12

R: Isabel Prahl D: Bibiana Beglau, Bjarne Mädel u.a.

Seit Wochen ist die Tür zu: Mike, gerade 18, hat sich eingeschlossen. Er ist nicht krank. Er hat sich bewusst dazu entschieden, am Leben draußen nicht mehr teilzunehmen. Sein einziges Fenster zur Welt ist das Internet. Die Eltern und Schwester Miriam stehen ratlos vor seiner Tür und erleben, wie Mikes Verschwinden auch ihr Leben verändert.  Der Film bezieht sich auf das aus Japan bekannte Phänomen Hikikomori, das sich zunehmend auch in Westeuropa verbreitet, verursacht u.a. durch Überforderung, Versagensangst, Leistungsdruck.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Das Blinde Auge – Ein Todesfall in Thüringen 2001

Extreme Rechte

27. September 2018, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit “Rock gegen Rechts Stralsund e.V.” und unterstützt von Friedrich-Ebert-Stiftung MV, Rosa-Luxemburg-Stiftung MV, VVN-BdA Stralsund und der Landeszentrale für politische Bildung M.

Deutschland 2018, 45 min

R: Jan Smendek

Axel U. wurde in der thüringischen Kleinstadt Bad Blankenburg am 24. Mai 2001 von einem stadtbekannten Neonazi brutal getötet. Doch Polizei, lokale Medien und Stadtpolitik tun sich schwer damit, dies als Tat eines gewalttätigen Neonazis einzuordnen. In monatelangen Recherchen wird der Tod Axel U.´s von den Filmpiraten in Kooperation mit EZRA erneut aufgerollt. Regisseur Jan Smendek zeigt in seiner Dokumentation, wie viel Geheimdienste und Polizei schon damals wussten und verweist auf Verbindungen des Täters zum NSU-Umfeld. Der Fall wird bis heute nicht als  neonazistische Gewalttat eingestuft. Im Anschluss an den Film erfolgt eine Diskussion über Opfer und Gefahr rechter Gewalt u.a. mit Regisseur Jan Smendek und Claudia Wangerin, Berichterstatterin aus dem NSU-Prozess.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Uns zieht es hinaus

20. September 2018, 20:00

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Deutschland 2017, 125 min, FSK: o.A.

R: Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier

Zu zweit sind Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier in den Osten aufgebrochen, um dreieinhalb Jahre und 96.707 Kilometer später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zurück zu kehren. Einmal rund um den Globus – die Kamera immer mit dabei. Ihre Reise, die sie zu Fuß, per Anhalter, Bus, Zug oder Schiff machten, dokumentieren sie in einem Video-Tagebuch. Im Mittelpunkt steht dabei der unmittelbare Kontakt zu den Menschen, denen sie begegnen. Sie – und wir mit ihnen – sind mitten drin im Alltag der Menschen. Mit einem kleinen Budget in der Tasche erkunden sie die Welt, stets von Neugierde und Spontaneität begleitet. Während wieder Zäune gezogen und sogar über Mauern diskutiert wird, machen Gwen Weisser und Patrick Allgaier vor, wie spielerisch leicht sich kulturelle Grenzen überwinden lassen, wenn man bereit dazu ist.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Die Nile Hilton Affaire

Das Gesetz bin ich

5. Juli 2018, 20:00

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Schweden, DK, D 2017, 100 min, FSK: 12

R: Tarik Saleh D: Fares Fares, Mari Malek, Yaser Maher, Hania Amar u.a.

Kairo 2011. Noredin, Polizist, der seine Frau bei einem Autounfall verloren hat, sucht Zuflucht in der Routine seines Jobs. Als in einer Luxussuite des Hotels Nile Hilton eine berühmte Sängerin tot aufgefunden wird, soll er ermitteln. Was auf den ersten Blick nach einem Verbrechen aus Leidenschaft aussieht, wandelt sich schnell in einen Fall, der die führende Elite Ägyptens bedroht. Noch bevor Noredin mit der Aufklärung beginnen kann, wird der Tod des Popstars als Selbstmord zu den Akten gelegt. Doch als er neue Hinweise erhält, ermittelt er weiter auf eigene Faust. Während die Unruhen am Tahrir-Platz immer lauter werden, verfängt Noredin sich zusehends in einem gefährlichen Netz aus Macht, Dekadenz und Gier nach Geld. Ein wahrer Fall, der die arabische Welt erschütterte. Der hervorragend inszenierte Politthriller verknüpft fesselnd die Verstrickung von Politik und Wirtschaft, Macht, Gier und Korruption bis in die höchsten Regierungskreise mit der aufgeheizten Stimmung in Kairo kurz vor dem Ende des Mubarak-Regimes.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Leaning Into The Wind – Andy Goldsworthy

Ab durch die Hecke

21. Juni 2018, 20:00

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D, GB 2017, 93 min, OmU, FSK: o.A. R: Thomas Riedelsheimer

Goldsworthy ist bekannter geworden, sicherlich nachdenklicher und ganz bestimmt auch älter. „Leaning Into The Wind – Andy Goldsworthy“ folgt ihm bei der Durchdringung seiner vielschichtigen Welten und untersucht die Spuren, die die Zeit bei Künstler und Werk hinterlassen hat. Goldsworthy selbst wird mittlerweile Teil seiner Kunstwerke, die zugleich zerbrechlicher, persönlicher, ernster und rauer geworden sind und zum Teil den Einsatz von schweren Maschinen und großen Teams erfordern. Immer noch aber ist Goldsworthy der entwaffnend offene und verschmitzte Erzähler, der so faszinierend von der Natur, der Liebe zu einem Bach in seiner Gegend, den leicht vermosten Bäumen an dessen Ufer und vom stetig fließende Wasser zu sprechen vermag, während Riedelsheimer das Universum seines Protagonisten in hinreißende Bilder und Töne fasst.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Teheran Tabu

Eine Welt aus Verboten

7. Juni 2018, 20:00

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Deutschland, Österreich 2017, 96 min, FSK: 16

R: Ali Soozandeh D: Arash Marandi, Alireza Bayram, Zahra Amir Ebrahimi,  Elmira Rafizadeh u.a.

In Teheran kreuzen sich die Lebenswege von Pari, Sara, Donya und Babak, drei selbstbewussten Frauen und einem jungen Musiker. Wütend, bitter und komisch bringt Ali Soozandeh die Schizophrenie zwischen öffentlichem und privatem Leben und die Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern auf den Punkt. Sex, Korruption, Drogen und Prostitution gehen einher mit Verboten, Dogmen und strengen religiösen Gesetzen. Pari darf sich ohne seine Zustimmung nicht von ihrem lebenslang im Knast sitzenden Mann scheiden lassen. Den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn verdient sie als Prostituierte. Sara darf ohne Zustimmung ihres Mannes nicht arbeiten. Und Donya verlangt nach einem One-Night-Stand von Babak Geld, um ihre Jungfräulichkeit wieder herstellen zu lassen. Der Animationsfilm basiert auf Szenen, die mit iranisch-stämmigen Schauspielern im Studio gedreht und dann mit Rotoskopie-Technik verfremdet wurden.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi