Der Kuaför aus der Keupstraße

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Eine Chronik des Versagens

17. November 2016, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen wir in Anwesenheit des Drehbuchautors Maik Baumgärtner Der Kuaför aus der Keupstraße.

Deutschland 2015, 92 min, FSK: o.A.

R: Andreas Maus u.a.

Der Mittwochnachmittag ist mit Bedacht gewählt. Vor und in dem Friseurgeschäft der Brüder Özcan und Hasan Yildirim ist viel los, als sich am 9. Juni 2004 plötzlich 700 zehn Zentimeter lange Tischlernägel mit einer Reichweite von 250 Metern in Projektile verwandeln. Sie verletzen 22 Menschen. So infam der Anschlag ist, so skandalös der Verlauf der Ermittlungen: Verdächtigt werden die Opfer. Erst 2011 wird mit den Enthüllungen über die rechtsextreme terroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ auch diese Tat aufgedeckt. Der Prozess dauert bis heute an. In seinem Dokumentarfilm gibt Regisseur Andreas Maus jenen eine Stimme, die lange niemand hören wollte. Die von ihm angewandten Erzählstrategien wollen Distanz schaffen, bewusst nicht emotionalisieren, sondern frei legen, mit welcher Systematik vertuscht, verschwiegen und verdrängt wurde.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Grüsse aus Fukushima

GRÜSSE AUS FUKUSHIMA

Egal woher wir kommen. Wir können einander helfen

03. November 2016, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2016, 108 min, FSK: 12

R: Doris Dörrie D: Rosalie Thomass, Moshe Cohen, Kaori Momoi u.a.

Auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen reist die junge Deutsche Marie nach Fukushima. Als Clown will sie den restlichen Bewohnern, die immer noch in Notunterkünften wohnen, ein wenig Freude bringen. Eine Aufgabe, für die Marie überhaupt nicht geeignet ist. Doch bevor Sie erneut davon läuft, beschließt sie, bei der störrischen alten Satomi zu bleiben, der letzten Geisha Fukushimas, die ihr völlig zerstörtes Haus in der Sperrzone wieder aufbauen will. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die beide – jede auf ihre Art- in der Vergangenheit gefangen sind und lernen müssen, sich von ihren Schuldgefühlen und der Last ihrer Erinnerungen zu befreien. Fünf Jahre nach dem Erdbeben ist Regisseurin Doris Dörrie ins Katastrophengebiet gereist. Mit ruhigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen und bedrückenden Bildern der Katastrophenlandschaft, nur noch von den Geistern der Toten bevölkert, gelingt ihr eine stimmige Verbindung klassischer japanischer und der eigenen Bildsprache.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Hello, I Am David! Eine Reise mit David Helfgott

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Genie und Wahnsinn am Klavier

13. Oktober 2016, 20:00

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Deutschland 2015, 100 min, FSK: o.A.

R: Cosima Lange

David Helfgott ist einer der außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit: Als Wunderkind gefeiert, Meisterschüler am Royal College of Music in London, mit 23 ein triumphaler Auftritt in der Royal Albert Hall, verbringt er nach einem Nervenzusammenbruch viele Jahre in psychiatrischen Kliniken. Der Umschwung kommt, als David Helfgott 1984 Gillian kennenlernt, seine große Liebe und spätere Ehefrau. Mit Gillians Hilfe kehrt er ins Leben zurück – und findet das wieder, worum er so lange gekämpft hat: seine „innere Musik“. 1986 gelingt ihm die gefeierte Rückkehr in die Konzertsäle. Regisseurin Cosima Lange begleitet ihn und seine Frau Gillian auf Europatour mit den Stuttgarter Symphonikern und sagt: „Ich durfte einen Menschen kennenlernen, der verletzbar und naiv wie ein Kind wirkt, der die Intelligenz und das Klavierspiel eines Genies besitzt und die Exzentrik eines Wahnsinnigen.“ Wir erleben David Helfgott in all seiner ansteckenden Emotionalität, Tiefe, Leidenschaft und Impulsivität.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Mustang

Film/ Mustang

Vergitterte Unschuld

22. September 2016, 20:00

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Deutschland, Frankreich, Türkei 2015, 97 min, FSK: 12

R: D: Ilayda Akdoğan, Tuğba Sunguroğlu, Doğa Zeynep Doğuşlu, Elit Işcan, Günes Sensoy u.a.

Ein türkisches Dorf, weit entfern von Istanbul: Die fünf Schwestern Sonay, Selma, Nur, Ece und Lale laufen ausgelassen herumalbernd am Strand nach Hause. Jungs begleiten sie. Ihr als schamlos wahrgenommenes Verhalten hat dramatische Folgen: Telefone und Computer werden verboten, die Mauern um das Haus immer höher. Spätestens, als ein Mädchen nach dem anderen verheiratet werden soll, hält die Realität mit aller Brutalität Einzug. Doch die Fünf – von großem Freiheitsdrang erfüllt – beginnen, sich gegen die ihnen auferlegten Grenzen aufzulehnen. Einfühlsam und kraftvoll zugleich setzt die junge Regisseurin Deniz Gamze Ergüven die unzähmbare Lebenslust der Mädchen in Szene, die sich in einer von Männern und alten Frauen geprägten Gesellschaft ihr Recht auf Selbstbestimmung erkämpfen. Mit lichtdurchfluteten Bildern setzt der Film der Brutalität zarte Sinnlichkeit und jugendliches Aufbegehren entgegen, die tief berühren und mit Hoffnung erfüllen.

Termin: 22. September 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Die Gewählten

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Nach der Wahl ist vor der Wahl

14. Juli 2016, 20:00

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In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENzeigen wir Die Gewählten

Deutschland 2014, 102 min, FSK: o.A.

R: Nancy Brandt

2009 treten sie ihre erste Legislatur im deutschen Bundestag an: Fünf junge Menschen aus fünf verschiedenen Parteien: Steffen Bilger (CDU), Sebastian Körber (FDP), Daniela Kolbe (SPD), Agnes Krumwiede (B90/Die Grünen) und Niema Movassat (DIE LINKE). So unterschiedlich ihr Umgang mit dem parlamentarischen System und ihrer Partei auch sein mag, alle Fünf eint eine Herausforderung: Sie haben vier Jahre Zeit, um sich und anderen zu beweisen, dass sie in der Politik etwas erreichen können. Und am Ende steht für alle die Frage: Wird man wiedergewählt? Regisseurin Nancy Brandt begleitet die fünf Protagonisten über die ganze Legislatur hinweg, zeigt ihre Aufgaben in Kommissionen und Ausschüssen, ihre ersten Reden und Medienauftritte und ihre Besuche in den Wahlkreisen und geht der Frage nach: Können sie tatsächlich etwas bewirken und ihre Ideen umsetzen

Termin: 14. Juli 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Himmelverbot

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Mein Freund, der Mörder

31. März 2016, 20:00

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Deutschland, Rumänien 2014, 87 min, OmU, FSK: 12

R: Andrei Schwartz

Er sitze lebenslänglich, weil er eine Staatsanwältin erschossen habe. Als „lausigen Juden“ habe sie ihn beschimpft. Das erzählt Gavriel Hrieb dem Filmemacher Andrei Schwartz. Sie lernten sich bei Dreharbeiten im rumänischen Hochsicherheitsgefängnis Rahova kennen. Der Regisseur empfindet Sympathie für den kleinen Mann mit den melancholischen Augen und als Gavriel nach über zwanzig Jahren Haft auf Bewährung entlassen wird, ist Schwartz als Dokumentarfilmer und Freund an dessen Seite. Doch ihre Gespräche führen immer wieder zum Anfangspunkt zurück: dem Mord. Um Licht ins Dunkel zu bringen, beantragt Schwartz Einsicht in die Mordakte. Der Dokumentarfilm über die schmerzhaften Versuche von Gavriel, in der Welt da draußen wieder Fuß zu fassen, ist zugleich ein Film über eine außergewöhnliche Freundschaft, über Vertrauen und Enttäuschung, Wahrheit und Lüge.

Termin: 31. März 2016, 20:00 – Brauhaus, Alter Markt 5a, Eingang über Knieperstraße 18