Hello, I Am David! Eine Reise mit David Helfgott

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Genie und Wahnsinn am Klavier

13. Oktober 2016, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2015, 100 min, FSK: o.A.

R: Cosima Lange

David Helfgott ist einer der außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit: Als Wunderkind gefeiert, Meisterschüler am Royal College of Music in London, mit 23 ein triumphaler Auftritt in der Royal Albert Hall, verbringt er nach einem Nervenzusammenbruch viele Jahre in psychiatrischen Kliniken. Der Umschwung kommt, als David Helfgott 1984 Gillian kennenlernt, seine große Liebe und spätere Ehefrau. Mit Gillians Hilfe kehrt er ins Leben zurück – und findet das wieder, worum er so lange gekämpft hat: seine „innere Musik“. 1986 gelingt ihm die gefeierte Rückkehr in die Konzertsäle. Regisseurin Cosima Lange begleitet ihn und seine Frau Gillian auf Europatour mit den Stuttgarter Symphonikern und sagt: „Ich durfte einen Menschen kennenlernen, der verletzbar und naiv wie ein Kind wirkt, der die Intelligenz und das Klavierspiel eines Genies besitzt und die Exzentrik eines Wahnsinnigen.“ Wir erleben David Helfgott in all seiner ansteckenden Emotionalität, Tiefe, Leidenschaft und Impulsivität.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Himmelverbot

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Mein Freund, der Mörder

31. März 2016, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland, Rumänien 2014, 87 min, OmU, FSK: 12

R: Andrei Schwartz

Er sitze lebenslänglich, weil er eine Staatsanwältin erschossen habe. Als „lausigen Juden“ habe sie ihn beschimpft. Das erzählt Gavriel Hrieb dem Filmemacher Andrei Schwartz. Sie lernten sich bei Dreharbeiten im rumänischen Hochsicherheitsgefängnis Rahova kennen. Der Regisseur empfindet Sympathie für den kleinen Mann mit den melancholischen Augen und als Gavriel nach über zwanzig Jahren Haft auf Bewährung entlassen wird, ist Schwartz als Dokumentarfilmer und Freund an dessen Seite. Doch ihre Gespräche führen immer wieder zum Anfangspunkt zurück: dem Mord. Um Licht ins Dunkel zu bringen, beantragt Schwartz Einsicht in die Mordakte. Der Dokumentarfilm über die schmerzhaften Versuche von Gavriel, in der Welt da draußen wieder Fuß zu fassen, ist zugleich ein Film über eine außergewöhnliche Freundschaft, über Vertrauen und Enttäuschung, Wahrheit und Lüge.

Termin: 31. März 2016, 20:00 – Brauhaus, Alter Markt 5a, Eingang über Knieperstraße 18

Anderson

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Star und Verräter

10. September 2015, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen wir Anderson.

Deutschland 2014, 95 min, FSK: o.A.

R: Annekatrin Hendel

Es gab Zeiten, da war der Schriftsteller Alexander Sascha Anderson so berühmt, dass man ihn in gewissen Kreisen nur „A“ nannte und jeder wusste sofort, wer gemeint war. Doch die Zeiten ändern sich. Wolf Biermann hatte ihn 1991 mit der Bezeichnung „Sascha Arschloch“ als früheren Stasi-Spitzel gebrandmarkt. Spätestens von diesem Moment an war „A“ nicht mehr der strahlende Mittelpunkt und Spiritus Rector der Künstler- und Literatenbohème vom Prenzlauer Berg. Zum zweiten Mal beschäftigt sich Annekatrin Hendel mit dem Thema Stasi und Verrat in der DDR. Nach Vaterlandsverräter (2011) gelingt ihr mit diesem Film ein Werk von außerordentlicher Feinfühligkeit und Ausbalanciertheit, das nicht wertet, sondern wie ein Seismograph Menschen und ihre Geschichten, ihre Enttäuschungen und ihre Lebenslügen registriert.

Termin: 10. September 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Nirgendland

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Familiengeheimnis: Sexueller Missbrauch

07. Mai 2015, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2014, 72 min, FSK: 16

R: Helen Simon

In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der MISS.Beratungsstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt

Tina (57) wurde schon früh eingetrichtert, dass nichts, was in der gutsituierten Familie passiert, nach außen getragen wird. So hält sie still, als ihr eigener Vater sie in ihrer Kindheit über Jahre hinweg sexuell missbraucht und verdrängt diesen Teil ihres Lebens, vergräbt das Trauma in ihrem Unterbewusstsein. Vergräbt es so tief, dass sie die verzweifelten Signale ihrer Tochter Sabine nicht zu interpretieren weiß, als diese unter dem gleichen Täter ebenfalls eine jahrelange Tortur durchleidet. Als der Fall endlich vor Gericht kommt, geht der Täter straffrei aus. Tina muss zusehen, wie in ihrer Tochter Sabine langsam der Lebenswille dahinschwindet. Berührend teilt sich das Schicksal in Erzählungen der Mutter und den Gerichtsprotokollen mit. Im Anschluss an den Dokumentarfilm besteht die Möglichkeit zu einem Gespräch mit der Regisseurin und einer Beraterin der MISS.Beratungsstelle.

Termin: 07. Mai 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Winter adé

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Ein Film als Vorbote der Geschichte

23. Oktober 2014, 20:00

DDR 1988, 115 min

R: Helke Misselwitz

Als Helke Misselwitz auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche im Herbst 1988 ihren Film „Winter adé“ vorstellte, kam dies einer Sensation gleich: Noch nie vorher waren Frauen in der DDR derart offen vor der Kamera aufgetreten, um von ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und Enttäuschungen zu erzählen. Der Film verwies auf einen deutlichen Stimmungswechsel im Osten Deutschlands, der sich ein Jahr später, wiederum in Leipzig, endgültig seine Bahn brach. Darüber hinaus erweist sich „Winter adé“ als ein künstlerisch nachhaltig wichtiger und ästhetisch geschlossener Film, den es neu zu entdecken gilt.

 

 

Winter adé läuft im Rahmen der Ausstellung „Wir müssen schreien, sonst hört man uns nicht! Frauenwiderstand in der DDR der 1980er Jahre“, die auf Initiative der Gleichstellungs-beauftragten der Hansestadt Stralsund vom 15.09. bis 09.11.2014 in der St. Nikolaikirche präsentiert wird.

 

 Termin: 23. Oktober 2014, 20 Uhr – Kulturkirche St. Jakobi

 

Ein Film als Vorbote der Geschichte

Work Hard – Play Hard

Huxley trifft Orwell und Kafka

07. Februar 2013, 20:00

D 2011, 94 min, FSK: o.A.

R: Carmen Losmann

Das Streben nach Gewinnmaximierung und grenzenlosem Wachstum hat die Ressource Mensch entdeckt. Die Grenzen zwischen Arbeit und Lifestyle verschwinden. Selbstoptimierung steht auf dem Programm. Wer dazugehören will, passt sich an, gibt sich zu erkennen. Die Suche nach idealen Mitarbeitern, die dem modernen Leistungsbild entsprechen, hat für Konzerne oberste Priorität bekommen. Die bestehenden Mitarbeiter werden motiviert, trainiert oder aussortiert. Wie moderne Galeerensklaven lassen sich junge Manager vor einen Konzern spannen, der ihnen verspricht, Teil von etwas ganz Großem zu sein und ihnen nahelegt sich der Unternehmenskultur zu unterwerfen und die globalen Ziele 24 Stunden am Tag mitzutragen. Carmen Losmann hat einen zu zutiefst beunruhigenden Dokumentarfilm über moderne Arbeitswelten gedreht. Ohne jeglichen Kommentar und fast ohne Musikuntermalung vertraut der Film allein auf die Aussagekraft seiner eiskalten, glasklaren Bilder und die Schlüssigkeit seiner Szenen.

Termin: 07. Februar 2013, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi