A Touch of Sin

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Ein Menschenleben zählt nichts

09. Oktober 2014, 20:00

 

Trailer zum Film

China, Japan 2013, 133 min, OmU, FSK: 16

R: Jia Zhang-Ke, D: Tao Zhao, Wu Jiang, Vivien Li, Lanshan Luo, Baoqiang Wang, Jia-yi Zhang u.a.

Ein Minenvorarbeiter, der gegen korrupte Provinzgrößen aufbegehrt, ein skrupelloser Räuber, der bald den nächsten Mord begeht, die Rezeptionistin eines Saunabordells, die sich wehrt, und ein sehr junger Wanderarbeiter, der einen Ausweg sucht aus seinem Elend. Jia Zhang-Ke, der bedeutendste Filmemacher seines Landes, zeigt in vier Episoden aus vier verschiedenen Gegenden Chinas das wuchtige Porträt einer bis in ihre feinsten zwischenmenschlichen Verästelungen barbarisierten Gesellschaft, wo Gesetzlosigkeit, hemmungslose Gier und eine schnelle, schmutzige, unberechenbare Gewalt herrschen. Auch wenn die Geschundenen des neuen Goldenen Zeitalters in China ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, Würde oder Gerechtigkeit erlangen sie dadurch nicht.

Termin: 09. Oktober 2014, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Ein Freitag in Barcelona

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Der Mann, das verstörte Geschlecht

06. Februar 2014, 20:00

Trailer zum Film

Spanien 2012, 95 min, OmU, FSK: o.A.

R: Cesc Gay D: Ricardo Darín, Luis Tosar, Javier Cámara, Eduardo Noriega, Leonor Watling u.a.

J. hat scheinbar alles, eine tolle Familie, einen guten Job, leidet aber dennoch an Phobien. E. ist nichts geblieben – geschieden und ohne einen Cent wohnt er wieder bei seiner Mutter. S. bringt endlich den Mut auf, seine Exfrau um eine zweite Chance zu bitten. Der depressive G. observiert gerade das Haus des Geliebten seiner Ehefrau. Die Männer in Cesc Gays Film bleiben namenlos – inmitten selbstbewusster Saras, Marías und Elenas. Sie haben gelernt, dass der moderne Mann einfühlsam ist, dass er sich zurücknimmt. Doch sie verwechseln Empathie mit Selbstmitleid. Ironisches Porträt über Männer diesseits und jenseits der Midlife-Crisis – rastlos, verwirrt und verloren, auf der Suche nach einer neuen Identität, über ihre Neurosen, Ängste und Schwächen und den Versuch, das Beste daraus zu machen – mit bissigem Humor, eindringlichen Charakteren und einer erstklassigen Besetzung.

Termin: 06. Februar 2014, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Kunst:Offen in Alt Ungnade: Waste Land

Kunstwerke aus Müll

19. Mai 2013, 21:00

Trailer zum Film

Produktion: Großbritannien, Brasilien 2010, 98 min
Regie: Lucy Walker

Der Freiraum e.V. zeigt im Rahmen von Kunst:Offen in Kooperation mit dem Filmclub den Film „Waste Land“.

Der renommierte Künstler Vik Muniz kehrt von Brooklyn zu seinen brasilianischen Wurzeln zurück, um Kunst zu schaffen auf der größten Müllkippe der Welt – Jardim Gramacho, gelegen an der Peripherie von Rio de Janeiro. Dort verdienen „Catadores“ ihren Lebensunterhalt durch das Sammeln recyclebarer Wertstoffe. Zwischen Armut, Dreck und Verwesung begegnet Muniz Menschen voller Optimismus und Stolz, die über Macchiavelli und die Würde der Arbeit philosophieren, eine Bibliothek einrichten und eine Gewerkschaft gründen. Zusammen mit ihnen arbeitet er an überdimensionalen Abfall-Portraits. In ihrer mehrfach ausgezeichneten Dokumentation erzählt Lucy Walker vom Müll, von lebensbejahenden, fröhlichen Individuen und von den Kunstwerken, die sie schaffen.

Termin: 19. Mai 2013,  ca. 21:00

Kulturscheune Alt Ungnade
Kurze Straße 4
17498 Alt Ungnade

3 polnische Kurzfilme: Findlingspreise 2010-12

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Preisträgerfilme

16. Mai 2013, 20:00

Der Filmclub zeigt die Gewinnerfilme des Findlingspreises 2010 bis 2012. Auch die Regisseure werden vor Ort sein.

Vögel, die am Boden bleiben

Polen 2009, 20 min, R: Michal Dawidowicz

Heniek, seine Frau und ihr Sohn führen ein einfaches Leben auf dem Land. Arbeit scheint es keine zu geben. Die Sommerhitze befördert Lethargie und Stillstand in der Familie. Heniek ist der Einzige, den noch etwas bewegt: der Traum vom Fliegen.

„A Piece of Summer“

Polen 2010, 24 min, R: Marta Minorowicz

Patryk verbringt die Sommerferien bei seinem Opa in der Wildnis des Bieszczady-Gebirges. Ein pubertierender Junge zu Besuch bei einem alten Mann – das birgt Konfliktpotenzial. Anfänglich noch schweigsam, tauen sie aber nach und nach auf und lassen mit ihren Gesprächen die Vögel und den Bach zu Hintergrundgeräuschen verkommen. Der Junge wächst dem einsamen, alten Mann langsam ans Herz.

„Pustelnicy/The Hermits“

Polen 2011, 26 min, R: Kacper Czubak

Zwei Hütten kleben an einem Hang, keinen Steinwurf voneinander entfernt. Links dient Grzegorz Gott, bedauert den Körper als seinen eigenen Feind und die Nähe der Welt. Rechts droht der alte böse Zausel Marian, der Kamera Beine zu machen. Beide Nachbarn lehnen einander ab und verhalten sich doch wie Spiegelbilder zueinander. Gibt es Liebe? Ein Leben nach dem Tod? Beide sind offen für große Fragen.

Das Fischkind

Liebe mit Hindernissen

21. Juni 2012, 20:00

Argentinien, Spanien, Frankreich 2009, 96 min, OmU, FSK: 16

R: Lucía Puenzo D: Ines Efron, Carlos Bardem, Pep Munné, Arnaldo André u.a.

Die 20-jährige Lala gehört zur wohlhabenden Schicht in Buenos Aires. Während Lalas Vater das gleichaltrige Hausmädchen Guayí sexuell missbraucht, entsteht zwischen Lala und Guayí eine Liebesbeziehung. Sie planen eine gemeinsame Flucht – über die Grenze nach Paraguay, zum See Ypoá. Doch alles kommt anders: Lalas Vater wird tot aufgefunden, Lala macht sich auf den Weg, ein düsteres Geheimnis aus Guayís Vergangenheit aufzuspüren. Guayí wird als Verdächtige verhaftet… Der nach „XXY“ zweite Spielfilm von Lucía Puenzo, der auf ihrem eigenen Roman basiert, schildert zärtlich und einfühlsam die Handlung zwischen Märchen und Realismus.

Termin: 21. Juni 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Nokan – Die Kunst des Ausklangs

Zum Sterben schön

05. April 2012, 20:00

Produktion: Japan 2008, 130 min, OmdU
Regie: Yojiro Takita
Darsteller: Tsutomu Yamazaki, Masahiro Motoki, Ryoko Hirosue u.a.

Nach der Auflösung seines Orchesters platzt Daigos Traum vom Leben als Musiker. Frustriert verlässt er Tokio und kehrt mit seiner Frau zurück in den pittoresken Norden Japans. Zwar gibt es hier kein Orchester, aber eine Firma, die auch Ungelernte als „Reiseleiter“ dafür engagiert, Verstorbene nach dem alten Ritual des tröstenden Nokan-Zeremoniells für die „Letzte Reise“ vorzubereiten… Eine perfekte Liebesgeschichte, vielfach preisgekrönt, mit warmem Humor und großartigen Cellosoli, der es gelingt, über den Abschied vom Leben zu erzählen und gleichzeitig ergreifend lebensbejahend zu sein, durchdrungen von Poesie, Weisheit und zärtlichen Klängen, ohne Kitsch und Pathos.

Termin(e): 05. April 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi