The Future

Im Zeichen der Katze

22. November 2012, 20:00

USA, D 2011, 91 min, FSK: 6

R: Miranda July  D: Miranda July, Hamish Linklater, David Warshofsky, Isabella Acres, Joe Putterlik u.a.

Seit vier Jahren sind Sophie und Jason ein Paar. Gewohnheit, Routine, Langeweile, Erstarrung und ebenso großes wie stilles Einverständnis mit dem anderen prägen ihre Beziehung. Meistens sind die beiden sowieso online, was das Zusammenleben auch nicht einfacher macht. Um noch einmal etwas gemeinsam in Angriff zu nehmen, starten sie das ehrgeizige Projekt, eine kranke Katze aus dem Tierheim zu adoptieren. Doch „Pfötchen“ muss noch dreißig Tage im Tierheim bleiben, bis die verletzte Pfote wieder verheilt ist. Unter der einerseits drohenden und andererseits herbeigesehnten Verantwortung für das Kätzchen, das die Lücke, das Vakuum zwischen den beiden ausfüllen soll, beginnen die beiden, ihr Leben noch einmal neu zu überdenken. Die Allround-Künstlerin Miranda July erzählt eine einfache Geschichte über ein Paar, das keine Antwort auf die Frage weiß: Wollen wir zusammen alt werden?

Termin: 22. November 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Take Shelter

Familie am Abgrund

04. Oktober 2012, 20:00

USA 2011, 120 min, FSK: 12

R: Jeff Nichols D: Shea Whigham, Michael Shannon, Kathy Baker, Jessica Chastain, Katy Mixon u.a.  

Curtis LaForche lebt mit seiner Frau Samantha und der sechsjährigen, tauben Tochter Hannah in einer Kleinstadt in Ohio. Als Teamleiter der örtlichen Baufirma verfügt er über ein bescheidenes Einkommen. Doch eines Tages beginnt seine Existenz zu bröckeln. Curtis sieht einen Wirbelsturm nie gekannten Ausmaßes auf sich zukommen. Seine Furcht wird zur Obsession. Arbeitsplatz, Gesundheit, Krankenversorgung, Umwelt, aber auch die eigene Rolle im größeren und engeren sozialen Umfeld sind unklar, bedroht, unsicher. Wer ist krank – Curtis oder seine Umgebung? Gerade als diese Frage gelöst erscheint, wirft das verblüffende Ende alle Gewissheiten vollends über den Haufen. Mit filmischen Mitteln gelingt Jeff Nichols die facettenreiche Beschreibung der aktuellen sozialen und politischen Situation der weißen amerikanischen Mittelschicht, in der sich ein ambivalentes und wachsend alarmiertes Lebensgefühl verdichtet.

Termin: 04. Oktober 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

The Tree of Life

Elektrisiert vom Wunder Leben

Produktion: USA 2011, 138 min
Regie: Terrence Malick
Darsteller: Sean Penn, Brad Pitt, Fiona Shaw, Jessica Chastain, Kari Matchett u.a.

Amerika in den fünfziger Jahren, in der Zeit von grenzenlosem Wachstum und Wohlstand. Drei Jungen spielen im Garten, Vater und Mutter O’Brien blicken mit Wohlgefallen auf ihre Kinder, das Licht scheint weich, gütig und sanft. Dann ein brutaler Zeitsprung: Die Mutter erhält ein Telegramm: Ihr zweitgeborener Sohn ist tot. Jack, der ältere Bruder, erzählt die Geschichte des familiären Zerfalls, die Chronik eines unabwendbaren Todes. Der Vater, der seine Kinder auf einen harten Überlebenskampf in einer gnadenlosen Welt einstimmen will, quält und demütigt sie mit einer Gewalt, die ihre ätherisch-madonnenhafte Mutter durch Liebe nicht ausgleichen kann. Das weltumspannende, das die Welt zusammenhaltende Wesen vom Lebensbaum ist die Ausgangsidee, die Terrence Malick auf eine scheinbar ganz normale Familie überträgt. Er unternimmt mit seinem verfilmten Bewusstseinsstrom voller Erinnerungsfetzen und unendlich schöner Bilder nichts weniger als den Versuch, Schöpfung und Evolution mit filmischen Mitteln miteinander zu vereinbaren, auf der Suche nach Sinn, vielleicht nach Gott.

Termin(e): 08. Dezember 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Banksy – Exit Through the Gift Shop

Produktion: USA/Großbritannien 2010, 86 min
Regie: Banksy
Darsteller: Rhys Ifans u.a.

Obwohl seine Kunst Fassaden und Mauern auf der ganzen Welt ziert, weiß niemand, wer hinter Banksy, dem gefeierten Street Art Künstler, eigentlich steckt. Bis Thierry Guetta, ein wunderbar durchgeknallter Franzose und Video-Maniac, Banksy aufspüren und filmen möchte. Was ihm durch gute Kontakte und ein bisschen Zufall auch gelingt. Doch Banksy dreht den Spieß um und übernimmt Regie. Bei all den Geschichten über die Anfänge und Entwicklung der Street Art, über wilde Kunstaktionen und menschliches Versagen bleibt es völlig im Unklaren, ob Banksy im Film überhaupt auftaucht. Vielleicht gibt es auch gar keinen Mann namens Thierry Guetta, sondern nur einen strubbeligen, überkandidelten Schauspieler, der sich so nennt. Vielleicht sitzen wir auch gerade einem Street-Art-Märchen auf. Eine wahre (?) Geschichte über Kleinkriminalität, Freundschaft und Inkompetenz.

Termin(e): 18. August 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Weiter Informationen unter: www.exit-through-the-gift-shop.de

I´m not there

Ein Leben, sieben Geschichten

Nie fällt sein Name, doch gleich fünf Schauspieler und eine Schauspielerin verkörpern den Musiker und Poeten Bob Dylan zeigen Facetten, widersprüchliche Momentaufnahmen einer widersprüchlichen Persönlichkeit. Da gibt es einen kleinen schwarzen Jungen im Sonntagsanzug, einen jugendlichen, grübelnden Folksänger, einen herben Priester, einen Superstar und Frauenverführer, der nicht monogam sein will, einen Poeten und einen alten Cowboy. Ein Fest für alle Dylan-Fans und ein Kaleidoskop, so flirrend und ungreifbar wie His Bobness.

USA 2007, 135 min

Regie: Todd Haynes

Schauspieler: Cate Blanchett, Richard Gere, Ben Whishaw, Heath Ledger

Termin(e): 30. Oktober 2008, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Schmetterling und Taucherglocke

Gefangen im Körper

Als Jean-Dominique Bauby erwacht, realisiert er erst nach und nach, dass er einen Gehirnschlag erlitten hat. Ein Schock für den vitalen 42-jährigen Elle-Chefredakteur. Er kann fortan nur noch das linke Auge bewegen. Mit dem Blinzeln dieses Auges diktiert er seine Memoiren und lässt darin nicht nur sein Leben Revue passieren sondern auch ganze Gedanken- und Erfahrungswelten entstehen. Der New Yorker Künstler Julian Schnabel schuf mit der Verfilmung der Memoiren des am Locked-In-Syndrom erkrankten Jean-Dominique Bauby ein unvergessliches und erhebendes emotionales Erlebnis, eine Hymne an die Liebe, betrachtet aus der Perspektive eines einzigen Augenaufschlags.

Frankreich/USA 2007, 112 min

Regie: Ho-jeong Yu

Schauspieler: Julian Schnabel, Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze, Anne Consigny

Termin(e): 17. Juli 2008, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund