Über Uns

Der Filmclub BLENDWERK e.V. wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, das anspruchsvolle Weltkino abseits des Mainstreams auch in Stralsund einem interessierten Publikum zugänglich zu machen.

15 Jahre lang fanden regelmäßig mindestens alle zwei Wochen Filmabende im “Scheelehaus” statt. Es gab Themenreihen, Dokumentarfilme, Beiträge zur “Woche des polnischen Films”, anspruchsvolle und ungewöhnliche Filme aus Osteuropa, dem Iran, Israel oder Afrika.

Highlights waren Abende, an denen die Protagonisten oder Regisseure als Gesprächspartner anwesend waren, wie z.B. Marcus Welsch und Katharina Bullin mit dem Film “Und ich dachte, ich wär’ die Größte” oder die junge Regisseurin Hanni Welter mit “Pretzels, Polka & the pursuit of happiness”. Ein weiterer Höhepunkt war die jahrelange Zusammenarbeit mit den Organisatoren des Kurzfilmfestes “g-niale” im Rahmen des Kulturfestivals “garage”.

BLENDWERK 2.o Ab 2011 beginnt ein neues Kaiptel des Filmclubs. Endlich können wir mit Hilfe unseres Kooperationspartners dem Förderverein St. Jakobi im Gustav-Adolf-Saal in der Kulturkirche St. Jakobi Filme zeigen. Einhergeht damit die Anpassung an neue Filmformate und Medien. So sind wir von unseren klassischchen 35 mm – Projektoren (TK-35) auf Beamer und DVDs umgestiegen. Mit dieser Veränderung hoffen wir unsere Qualität zu steigern und aktuelle Filme weiterhin zeigen zu können.

Denn mit ständig wachsenden Besucherzahlen ist das BLENDWERK zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Stralsund geworden.

Und damit wir das weiterhin im Ehrenamt leisten können, sind wir auf tatkräftige Mitglieder, ein treues Publikum und auch finanzelle Unterstützung angewiesen. Wenn Sie ein Teil davon sein wollen, hier finden Sie folgende Möglichkeiten…

Spenden, Aufnahmeantrag, Satzung

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Nokan – Die Kunst des Ausklangs

Zum Sterben schön

05. April 2012, 20:00

Produktion: Japan 2008, 130 min, OmdU
Regie: Yojiro Takita
Darsteller: Tsutomu Yamazaki, Masahiro Motoki, Ryoko Hirosue u.a.

Nach der Auflösung seines Orchesters platzt Daigos Traum vom Leben als Musiker. Frustriert verlässt er Tokio und kehrt mit seiner Frau zurück in den pittoresken Norden Japans. Zwar gibt es hier kein Orchester, aber eine Firma, die auch Ungelernte als „Reiseleiter“ dafür engagiert, Verstorbene nach dem alten Ritual des tröstenden Nokan-Zeremoniells für die „Letzte Reise“ vorzubereiten… Eine perfekte Liebesgeschichte, vielfach preisgekrönt, mit warmem Humor und großartigen Cellosoli, der es gelingt, über den Abschied vom Leben zu erzählen und gleichzeitig ergreifend lebensbejahend zu sein, durchdrungen von Poesie, Weisheit und zärtlichen Klängen, ohne Kitsch und Pathos.

Termin(e): 05. April 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Cheyenne – This must be the place

Heimat ist eher ein Gefühl als ein Ort

19. April 2012, 20:00

Produktion: Italien, Frankreich, Irland 2011, 118 min
Regie: Paolo Sorrentino
Darsteller: Sean Penn, Frances McDormand, Harry Dean Stanton, Eve Hewson, Judd Hirsch u.a.

Rockmusik hat Cheyenne reich gemacht, aber auch gelangweilt und zynisch. Nachdem er sich vom Musikgeschäft verabschiedet hat, macht er sich auf die Suche nach dem einstigen Peiniger seines im Sterben liegenden Vaters, dem Nazi-Kriegsverbrecher Alois Lange, der sich in den USA versteckt halten soll. Für Cheyenne beginnt eine Reise ins Hinterland der Vereinigten Staaten, die ihn nachhaltig verändert, bis er dem Todesengel aus Auschwitz gegenübersteht. „This Must Be The Place”, der Song von den Talking Heads, ist die Hymne, die sich durch Paolo Sorrentinos Film zieht, der seltsame Augenblicke, bizarre Szenerien und merkwürdige Begegnungen sammelt – ein versponnenes, widerspenstiges Roadmovie. As Cheyenne endlich bei sich selbst angekommen ist, ist alles anders.

Termin(e): 19. April 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Wir sitzen im Süden mit Regisseurin Martina Priessner

Fremd im eigenen Land

03. Mai 2012, 20:00

Produktion: Deutschland, Türkei 2011, 88 min Deutsch/Türkisch mit Untertiteln
Regie: Martina Priessner

Sie melden sich mit Ralf Becker und Ilona Manzke. Sie sind freundlich, geduldig und kompetent. „Wir sitzen im Süden“ lautet die Antwort auf gelegentliche Fragen der Kunden nach dem Standort der Firma. Die Callcenter-Agents, die fränkisch, alemannisch oder auch hochdeutsch sprechen, sitzen tatsächlich im Süden – in klimatisierten Großraumbüros mitten in Istanbul. Deutsche Firmen von Lufthansa bis Neckermann finden hier für wenig Lohn qualifizierte Arbeitskräfte. Was Bülent, Murat, Fato? und Çi?dem miteinander verbindet, ist ihre Kindheit und Jugend in Deutschland. Für ein Leben in Istanbul haben sie sich nicht selbst entschieden. Bülent wurde vor fünf Jahren abgeschoben. Fato? und Murat wurden gegen ihren Willen von den Eltern in die Türkei geschickt. Auf der Suche nach Geborgenheit und Identität wird Deutschland zum Sehnsuchtsort. Martina Priessner ist ein wundervoller, durchaus ironischer Dokumentarfilm über die Paradoxien von Migration und Globalisierung gelungen.

Termin(e): 03. Mai 2012, 20:00 – Regisseurin ist anwesend – Kulturkirche St. Jakobi

Sound of Noise

Kann Trommeln Terror sein?

10. Mai 2012, 20:00

Produktion: Schweden, Frankreich 2010, 102 min
Regie: Ola Simonsson, Johannes Stjärne Nilsson
Darsteller: Bengt Nilsson, Sanna Persson, Magnus Börjeson u.a.

Sechs Schlagzeuger terrorisieren die Stadt mit einer Symphonie der anderen Art. Zum Musizieren ist ihnen jedes Mittel recht, Hauptsache, es verursacht Geräusche. Dabei machen sie selbst vor Krankenhaus-Patienten, Geldscheinen und Strommasten nicht halt. Immer mit dabei: Ein tickendes Metronom, das den musikhassenden Polizisten Amadeus Warnebring auf den Plan ruft. Was zunächst als der seltsamste Fall von Warnebrings Karriere beginnt, entpuppt sich für ihn schließlich als die Chance, sein Leben für immer zu verändern. Eine herrlich schrille Mischung aus Musikfilm, anarchischem Thriller und Liebeskomödie mit einem großartigen Soundtrack.

Termin(e): 10. Mai 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Der Albaner

Höllenfahrt in den deutschen Untergrund

31. Mai 2012, 20:00

Prdoduktion: Deutschland, Albanien 2010, 107 min
Regie: Johannes Naber
Darsteller: Stipe Erceg, Eva Löbau, André Hennicke, Ivan Shvedoff, Nik Xhelilaj, Xhejlane Terbunia u.a.

Als seine heimliche Liebe Etleva schwanger wird, will der junge Albaner Arben in Deutschland arbeiten, bis er die geforderte Mitgift auftreibt. Illegal und ohne Sprachkenntnisse trifft er in Berlin auf Slatko, der ihn in eine Schlepperbande einführt. Der langsame Abstieg in die Kriminalität beginnt. Johannes Nabers preisgekröntes Spielfilmdebüt, mit starken Bildern und Darstellern, führt in eine Schattenwelt brutaler Ausbeutung, in der die Verwertung des Menschen als Arbeitskraft ihre radikalste Ausprägung findet. Arben wird am Ende als „Gewinner“ die Heimat wiedersehen und die Mutter seines Kindes. Doch ein Happy End ist nicht in Sicht, stattdessen: entwurzelte Menschen, zerstörte Biografien.

Termin(e): 31. Mai 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Der Fall Chodorkowski

Vom Milliardär zum Sträfling

07. Juni 2012, 20:00

Produktion: Deutschland 2011, 111 min
Regie: Cyril Tuschi

Eine russische Spezialeinheit stürmt den Privatjet von Michail Chodorkowski. So endet abrupt die Karriere des reichsten Manns Russlands. Spannend wie in einem Politthriller zeigt die Dokumentation des Regisseurs Cyril Tuschi den Aufstieg und Fall Chodorkowskis, der zugleich Vorzeigekapitalist, ehemaliger Vertrauter Putins, Kreml-Kritiker und Unterstützer der Opposition ist. Ein Mann der Gegensätze. Mehrere Jahre lang hat Cyril Tuschi recherchiert, dabei Freunde, Familienangehörige, ehemalige Geschäftspartner und Weggefährten Chodorkowskis befragt, mit einem sicheren Gespür für die Bedeutung und das Exemplarische dieses Falles. Am Ende kommt Chodorkowski selbst in einem kurzen Interview während eines neuerlichen Prozesses 2010 in Moskau zu Wort.

Termin(e): 07. Juni 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi