Hidden Figures

Unerkannte Heldinnen

29. Juni 2017, 20:00

Film/ Hidden Figures

Trailer zum Film

USA 2016, 127 min, FSK: o.A.

R: Theodore Melfi D: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kirsten Dunst, Kevin Costner, Mahershala Ali u.a.

Hidden Figures“ erzählt die wahre Geschichte der drei brillanten Mathematikerinnen ­Katherine Johnson, ­Dorothy Vaughan und Mary Jackson, die – jede auf ihre Weise – dazu beigetragen haben, dass mit John Glenn endlich auch die USA ihren ersten Mann ins All schicken konnten. Die drei gehören zu einer Gruppe von afroamerikanischen Frauen, die noch mit Papier und Bleistift Rechenarbeiten für die Nasa ausführen. Als Katherine Johnson die Chance bekommt, direkt am Raketenprogramm mitzuarbeiten, ist sie plötzlich die einzige Schwarze im Raum. Auch ihren Freundinnen eröffnen sich unerwartet neue Chancen. Dorothy erweist sich als besonders clever im Umgang mit dem neuen Riesengerät von IBM. Und Mary ist bereit, für den Traum von der Weiterbildung zur Ingenieurin vor Gericht zu ziehen, um Abendkurse „nur für Weiße“ zu besuchen.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Programmänderungen aufgrund der Corona-Epidemie

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter den aktuellen Hygienebestimmungen planen wir ein Programm ab dem 15.10.2020.

Wir informieren Euch, sobald wir wissen, wann und unter welchen Bedingungen die Filme gezeigt werden.

Mit freundlichem Gruß

Euer Filmclub BLENDWERK

Abgesagt: Parasite

Klassenkampf für alle Sinne

26. März 2020, 20 Uhr

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Südkorea 2019, 132 min, FSK: 16

R: Bong Joon-ho D: Song Kang-ho, Lee Sun-kyun, Park So-dam u.a.

Die Kims leben mit ihren erwachsenen Kindern in größter Armut in einem Kellerloch. Doch dann bekommt Sohn Ki-woo die Chance, Nachhilfelehrer von Da-hye zu werden, der Tochter des reichen Mr. Park. Als Ki-woo mit gefälschtem Studentenausweis zum ersten Mal Mr. Parks riesige Villa betritt, staunt er nicht schlecht, wie anders doch die Reichen leben.  Auch die Parks haben zwei Kinder. Bald gelingt es Ki-woo seine Schwester als Kunsttherapeutin Jessica für den Sohn der Parks in die Villa zu bringen. Auch den Eltern verschafft er Jobs und Zugang in die Welt des Wohlstands… Regisseur Bong Joon-ho ist der Meister des Lachens, das einem alsbald im Halse stecken bleibt, so bitterböse entwickeln sich aus lustigen Momenten tiefgreifende Schicksale. Die pechschwarze Gesellschaftssatire steigert sich mit zunehmender Eskalation und hakenschlagenden Handlungen zu einem furiosen Finale.

Abgesagt: Lievalleen

Sehnsucht nach der Mutter

19. März 2020, 20 Uhr

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Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Wawerzinek und Regisseur Steffen Sebastian stellen ihren Film vor

Deutschland 2019, 91 min, FSK: 0

R: Peter Wawerzinek, Steffen Sebastian

Seit Jahrzehnten begleitet Peter Wawerzinek die Frage: Warum ließ seine Mutter ihn und seine Schwester Beate unversorgt in der Rostocker Wohnung zurück und floh in den Westen, er gerade drei, Beate zwei Jahre alt? Dieses traumatische Ereignis und die Folgen hat Peter Wawerzinek bereits in seinem Roman Rabenliebe verarbeitet. Jetzt lässt der Autor noch einen Dokumentarfilm folgen, in dem er nicht nur die Orte seiner Kindheit aufsucht, sondern auch seine Schwester erzählen lässt. Die Kinder werden bald nach ihrem Auffinden voneinander getrennt. Erst mit vierzehn erfährt Peter, dass er eine Schwester hat. Während Peter in Kinderheimen umhegt und später adoptiert wird, wird Beate als nicht entwicklungsfähig eingeschätzt und muss fünfzehn Jahre in Stralsund in der Psychiatrie leben. Während Beates Lebensgeschichte dokumentiert, was ihr und anderen Kindern in der DDR-Psychiatrie angetan wurde, zeigt der Lebensweg ihres Bruders, wie liebevoll sich Erzieherinnen um Kinder wie Peter gekümmert haben und für ihn wie eine Mutter waren.

Ausgeflogen

Wenn Kinder flügge werden

27. Februar 2020, 20 Uhr

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Frankreich 2019, 87 min, FSK: 6

R Lisa Azuelos D: Sandrine Kiberlain, Thaïs Alessandrin, Victor Belmondo u.a.

Héloïse steht mitten im Leben – sie hat drei Kinder, ist Single und führt ihr eigenes Restaurant. Doch als ihre jüngste Tochter Jade das Nest verlassen und in Kanada studieren will, gerät sie in eine existentielle Krise. Wie konnte ihre süße Kleine bloß so schnell erwachsen werden? Ihre liebevollen Erinnerungen an Jades Kindheit kann Héloïse nur schwer mit der selbstbewussten jungen Frau in Einklang bringen, die jetzt vor ihr steht. Stets waren die Kinder für sie der Mittelpunkt und Héloise wird mehr und mehr bewusst, dass sich das Leben nun grundlegend ändern wird. In ihrer warmherzigen und berührenden Komödie blickt Regisseurin Lisa Azuelos zugleich nostalgisch zurück und lebensfroh in die Zukunft. Ein emotionaler Film über Familienzusammenhalt, Loslassen und Neuanfänge.

Systemsprenger

Das verlorene Mädchen

6. Februar 2020, 20 Uhr

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In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Vorpommern-Rügen

Deutschland 2019, 125 min, FSK: 12

R: Nora Fingscheidt D: Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide u.a.

Laut, wild, unberechenbar: Benni! Die Neunjährige treibt ihre Mitmenschen zur Verzweiflung. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Sie ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien. Nora Fingscheidt hat für ihr vielfach ausgezeichnetes Spielfilmdebüt fünf Jahre recherchiert und ist tief in das System der Kinder- und Jugendhilfe eingetaucht. Der Regisseurin gelingt das Kunststück, dass man versteht, warum Benni auch pädagogisch geschultes Personal an seine Grenzen bringt. Und Hauptdarstellerin Helene Zengel lässt mit anarchischer Energie die Extreme ihrer Figur schmerzhaft deutlich werden.

Frau Stern

Sternstunde am Ende des Lebens

9. Januar 2020, 20 Uhr

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Deutschland 2019, 79 min, FSK: 12

R: Anatol Schuster D: Ahuva Sommerfeld, Kara Schröder, Pit Bukowski u.a.

Frau Stern, 90 Jahre alt, Holocaust-Überlebende, hat viel gesehen in ihrem Leben, viele Männer geliebt, viel geraucht. Liebe, hat sie gelernt, ist eine Entscheidung. Der Tod auch. Und so entscheidet Frau Stern, dass es nun an der Zeit sei, aus der Welt zu gehen. Die resolute Dame möchte gern an eine Waffe kommen. Enkelin Elli könnte helfen, denn sie kennt den coolsten Dealer in Berlin-Neukölln. Doch Elli bringt Frau Stern dem Tod nicht näher. Im Gegenteil. Anatol Schuster gelingt es, mit großem Respekt und staubtrockenem Humor von der letzten Entscheidung eines Menschen zu erzählen. Bei jeder Einstellung ist die Liebe und Bewunderung für seine Protagonistin, grandios gespielt von Ahuva Sommerfeld, spürbar, die nie zuvor vor der Kamera stand. Sie starb kurz nach der Premiere des Films, der nun ein berührendes Denkmal für diese energiegeladene, lebenslustige Frau geworden ist.