Me Too – Wer will schon normal sein?

Großes spanisches Gefühlskino

Daniel ist es gewöhnt, dass andere ihm wenig zutrauen und ihn verstohlen anschauen. Er hat ein klitzekleines Chromosom zu viel – Daniel ist mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen. Jetzt, mit 34 Jahren, hat er ein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Das hätte wirklich niemand für möglich gehalten! Voller Energie, Lust und Freude beginnt er seinen neuen Job und trifft doch wieder auf alte Vorbehalte bei Freunden, Kollegen und selbst bei seiner Familie. Als sich zwischen seiner Kollegin Laura und ihm eine intensive Freundschaft entwickelt, sind alle völlig verunsichert. Die Ablehnung, auf die ihre Freundschaft stößt, führt die beiden rebellischen Seelen noch enger zusammen: sie verlieben sich – unerwartet und überraschend für sie selbst und unvorstellbar für alle Anderen. Vorurteile, Ressentiments und eingefahrenen Verhaltensweisen werden kräftig durchgeschüttelt. Realität und Film laufen ein Stück weit parallel, denn der Schauspieler Pablo Pineda ist auch im wirklichen Leben der erste Europäer mit Down Syndrom und einem Hochschulabschluss. Vielfach preisgekrönter Film, Publikumsliebling zahlreicher Festivals, der zwischen befreiendem Lachen und leiser Traurigkeit die richtige Balance findet und die Frage „was ist schon normal“ auf sehr unkonventionelle und bewegende Weise beantwortet.

Spanien 2009, 103 min

Regie: Álvaro Pastor, Antonio Naharro

Darsteller: Lola Dueñas, Pablo Pineda, Lourdes Naharro, Isabel Garcia Lorca, Pedro Alvarez Ossorio u.a.

Termin(e): 26. Mai 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

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Wind River

Kälte als Daseinsform

23. August 2018, 20:00

Trailer zum Film

USA 2017, 111 min, FSK: 16

R: Taylor Sheridan D: Elizabeth Olsen, Jeremy Renner, Kelsey Chow u.a.

Auf der Jagd nach Pumas findet Fährtenleser Cory Lambert in der schroffen Wildnis des vereisten Indianer-Reservats „Wind River“ die Leiche einer jungen Frau. Sofort fühlt er sich an seine eigene Tochter erinnert, die drei Jahre zuvor unter ähnlichen Umständen ums Leben gekommen ist. Zur Ermittlung schickt die Bundespolizei Jane Banner an den Tatort, eine junge, noch unerfahrene Agentin aus Florida. Weil sie weder mit der unwirtlichen Witterung noch den Regeln des Reservats vertraut ist, engagiert sie Lambert als Führer, um ihr bei den Ermittlungen zu helfen. Je näher Jane und Cory der Auflösung des Falls kommen, desto mehr wird ihnen bewusst, dass sie es mit einem Gegenspieler zu tun haben, der vor nichts zurückschreckt, um seine Haut zu retten…

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Die Nile Hilton Affaire

Das Gesetz bin ich

5. Juli 2018, 20:00

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Schweden, DK, D 2017, 100 min, FSK: 12

R: Tarik Saleh D: Fares Fares, Mari Malek, Yaser Maher, Hania Amar u.a.

Kairo 2011. Noredin, Polizist, der seine Frau bei einem Autounfall verloren hat, sucht Zuflucht in der Routine seines Jobs. Als in einer Luxussuite des Hotels Nile Hilton eine berühmte Sängerin tot aufgefunden wird, soll er ermitteln. Was auf den ersten Blick nach einem Verbrechen aus Leidenschaft aussieht, wandelt sich schnell in einen Fall, der die führende Elite Ägyptens bedroht. Noch bevor Noredin mit der Aufklärung beginnen kann, wird der Tod des Popstars als Selbstmord zu den Akten gelegt. Doch als er neue Hinweise erhält, ermittelt er weiter auf eigene Faust. Während die Unruhen am Tahrir-Platz immer lauter werden, verfängt Noredin sich zusehends in einem gefährlichen Netz aus Macht, Dekadenz und Gier nach Geld. Ein wahrer Fall, der die arabische Welt erschütterte. Der hervorragend inszenierte Politthriller verknüpft fesselnd die Verstrickung von Politik und Wirtschaft, Macht, Gier und Korruption bis in die höchsten Regierungskreise mit der aufgeheizten Stimmung in Kairo kurz vor dem Ende des Mubarak-Regimes.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Leaning Into The Wind – Andy Goldsworthy

Ab durch die Hecke

21. Juni 2018, 20:00

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D, GB 2017, 93 min, OmU, FSK: o.A. R: Thomas Riedelsheimer

Goldsworthy ist bekannter geworden, sicherlich nachdenklicher und ganz bestimmt auch älter. „Leaning Into The Wind – Andy Goldsworthy“ folgt ihm bei der Durchdringung seiner vielschichtigen Welten und untersucht die Spuren, die die Zeit bei Künstler und Werk hinterlassen hat. Goldsworthy selbst wird mittlerweile Teil seiner Kunstwerke, die zugleich zerbrechlicher, persönlicher, ernster und rauer geworden sind und zum Teil den Einsatz von schweren Maschinen und großen Teams erfordern. Immer noch aber ist Goldsworthy der entwaffnend offene und verschmitzte Erzähler, der so faszinierend von der Natur, der Liebe zu einem Bach in seiner Gegend, den leicht vermosten Bäumen an dessen Ufer und vom stetig fließende Wasser zu sprechen vermag, während Riedelsheimer das Universum seines Protagonisten in hinreißende Bilder und Töne fasst.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Teheran Tabu

Eine Welt aus Verboten

7. Juni 2018, 20:00

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Deutschland, Österreich 2017, 96 min, FSK: 16

R: Ali Soozandeh D: Arash Marandi, Alireza Bayram, Zahra Amir Ebrahimi,  Elmira Rafizadeh u.a.

In Teheran kreuzen sich die Lebenswege von Pari, Sara, Donya und Babak, drei selbstbewussten Frauen und einem jungen Musiker. Wütend, bitter und komisch bringt Ali Soozandeh die Schizophrenie zwischen öffentlichem und privatem Leben und die Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern auf den Punkt. Sex, Korruption, Drogen und Prostitution gehen einher mit Verboten, Dogmen und strengen religiösen Gesetzen. Pari darf sich ohne seine Zustimmung nicht von ihrem lebenslang im Knast sitzenden Mann scheiden lassen. Den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn verdient sie als Prostituierte. Sara darf ohne Zustimmung ihres Mannes nicht arbeiten. Und Donya verlangt nach einem One-Night-Stand von Babak Geld, um ihre Jungfräulichkeit wieder herstellen zu lassen. Der Animationsfilm basiert auf Szenen, die mit iranisch-stämmigen Schauspielern im Studio gedreht und dann mit Rotoskopie-Technik verfremdet wurden.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Aus dem Nichts

Wenn nicht Gerechtigkeit, dann Rache

24. Mai 2018, 20:00

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In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Vorpommern-Rügen zeigen wir Aus dem Nichts.

Deutschland, Frankreich 2017, 106 min, FSK: 12

R: Fatih Akin D: Diane Kruger, Denis Moschitto, Johannes Krisch u.a.

Katja verliert ihren Mann Nuri und ihren Sohn Rocco bei einem Bombenanschlag. Sie ist tief erschüttert, betäubt ihren Schmerz mit Drogen und denkt daran, sich umzubringen. Als die Polizei das Neonazi-Paar Edda und André Möller verhaftet, schöpft Katja Hoffnung. Der Prozess ist anstrengend, doch die Aussicht auf eine Verurteilung der Täter gibt Katja Kraft. Nachdem Verteidiger Haberbeck geschickt Zweifel gesät hat, müssen Edda und André mangels eindeutiger Beweise freigesprochen werden. Katja ermittelt auf eigene Faust weiter und findet die Täter in Griechenland. Zur Revision, die ihr Rechtsanwalt gegen das ergangene Urteil einlegen will, kommt es nicht mehr: Katja nimmt Rache… Der Umgang mit den Opfern der NSU-Morde war für Fatih Akin der Auslöser, seinen vielfach preisgekrönten Film zu machen. Für Recherchen besuchte er mehrere Verhandlungen im Prozess gegen Beate Zschäpe, hat Dialoge im Gericht, das Schweigen des Staatsanwalts und die unbeteiligte Kälte der Angeklagten übernommen.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Das unbekannte Mädchen

Das schlechte Gewissen klingelt

3. Mai 2018, 20:00

Trailer zum Film

Belgien, Frankreich 2016, 106 min, FSK: 6

R: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne D: Adéle Haenel, Olivier Bonnaud, Jérémie Renier u.a.

Nicht mehr lange und die Ärztin Jenny kann eine prestigeträchtige Stelle antreten. Doch bis dahin verdingt sie sich noch übergangsweise als Vertretung in einer Hausarztpraxis. Eines Abends, die Sprechstunde ist schon lange vorbei, klingelt es an der Tür. Jenny beschließt, der unbekannten Person nicht mehr aufzumachen. Doch am nächsten Tag erwartet sie die Polizei, denn ganz in der Nähe wurde die Leiche einer jungen Afrikanerin gefunden. Die Überwachungskameras zeigen, dass es sich bei dem Opfer um jene Person handelt, die zuvor vergeblich bei der Praxis geklingelt hat. Getrieben von Schuldgefühlen beginnt Jenny, eigene Nachforschungen anzustellen, wer die Unbekannte war – und gerät dabei selbst in Gefahr. Ein kleiner, feiner Krimi mit sozialkritischem Anliegen der unaufdringlichen Art, im minimalistischen Stil der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi