Me Too – Wer will schon normal sein?

Großes spanisches Gefühlskino

Daniel ist es gewöhnt, dass andere ihm wenig zutrauen und ihn verstohlen anschauen. Er hat ein klitzekleines Chromosom zu viel – Daniel ist mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen. Jetzt, mit 34 Jahren, hat er ein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Das hätte wirklich niemand für möglich gehalten! Voller Energie, Lust und Freude beginnt er seinen neuen Job und trifft doch wieder auf alte Vorbehalte bei Freunden, Kollegen und selbst bei seiner Familie. Als sich zwischen seiner Kollegin Laura und ihm eine intensive Freundschaft entwickelt, sind alle völlig verunsichert. Die Ablehnung, auf die ihre Freundschaft stößt, führt die beiden rebellischen Seelen noch enger zusammen: sie verlieben sich – unerwartet und überraschend für sie selbst und unvorstellbar für alle Anderen. Vorurteile, Ressentiments und eingefahrenen Verhaltensweisen werden kräftig durchgeschüttelt. Realität und Film laufen ein Stück weit parallel, denn der Schauspieler Pablo Pineda ist auch im wirklichen Leben der erste Europäer mit Down Syndrom und einem Hochschulabschluss. Vielfach preisgekrönter Film, Publikumsliebling zahlreicher Festivals, der zwischen befreiendem Lachen und leiser Traurigkeit die richtige Balance findet und die Frage „was ist schon normal“ auf sehr unkonventionelle und bewegende Weise beantwortet.

Spanien 2009, 103 min

Regie: Álvaro Pastor, Antonio Naharro

Darsteller: Lola Dueñas, Pablo Pineda, Lourdes Naharro, Isabel Garcia Lorca, Pedro Alvarez Ossorio u.a.

Termin(e): 26. Mai 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

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Hidden Figures

Film/ Hidden Figures

Unerkannte Heldinnen

29. Juni 2017, 20:00

Trailer zum Film

USA 2016, 127 min, FSK: o.A.

R: Theodore Melfi D: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kirsten Dunst, Kevin Costner, Mahershala Ali u.a.

Hidden Figures“ erzählt die wahre Geschichte der drei brillanten Mathematikerinnen ­Katherine Johnson, ­Dorothy Vaughan und Mary Jackson, die – jede auf ihre Weise – dazu beigetragen haben, dass mit John Glenn endlich auch die USA ihren ersten Mann ins All schicken konnten. Die drei gehören zu einer Gruppe von afroamerikanischen Frauen, die noch mit Papier und Bleistift Rechenarbeiten für die Nasa ausführen. Als Katherine Johnson die Chance bekommt, direkt am Raketenprogramm mitzuarbeiten, ist sie plötzlich die einzige Schwarze im Raum. Auch ihren Freundinnen eröffnen sich unerwartet neue Chancen. Dorothy erweist sich als besonders clever im Umgang mit dem neuen Riesengerät von IBM. Und Mary ist bereit, für den Traum von der Weiterbildung zur Ingenieurin vor Gericht zu ziehen, um Abendkurse „nur für Weiße“ zu besuchen.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Die letzte Sau

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Humor ist eine Waffe

15. Juni 2017, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2016, 86 min, FSK: 12

R: Aron Lehmann D: Golo Euler, Rosalie Thomass, Thorsten Merten u.a.

Es sind schwarze Tage für den Schweinebauern Huber. Seine Freundin Birgit verlässt ihn. Sein Hof ist pleite. Als sein Freund Willi Selbstmord begeht, glaubt Huber, dass es nicht schlimmer werden kann. In dem Moment kracht ein Meteorit direkt auf seinen Hof und legt ihn in Schutt und Asche. Einzig eine letzte Sau – die rebellische, die nie in die Scheune gehen wollte – bleibt ihm. Zusammen mit ihr verlässt Huber die Ruine, die sein Hof war, und beginnt ein Leben als Heimatloser. Auf der Reise nach Brandenburg zu seiner großen Liebe Birgit begegnet er Menschen, denen es ähnlich erging wie ihm. Kleine, die von den Großen und der Agrarindustrie kaputt gemacht wurden. Für diese Kleinen erhebt er sich und ruft zum Widerstand auf. Die Musik von „Ton Steine Scherben“ und alles was der Kultband von Rio Reiser wichtig war, durchzieht den Film: Freiheit, Unabhängigkeit, Sehnsucht, Anarchie.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

 

Nicht ohne uns!

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Zum Internationalen Kindertag: Kleine Helden auf dem Weg in ihre Zukunft

01. Juni 2017, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit Bündis 90/Die Grünen Kreisverband Vorpommern-Rügen zeigen wir Nicht ohne uns!

Deutschland 2017, 87 min, FSK: o.A.

R: Sigrid Klausmann D: Finya, Yamabuki, Anish, Rebekka, Jaffer, Alphosine u.a.

15 Länder, 16 Kinder, 5 Kontinente, eine Stimme – so unterschiedlich ihr Lebensumfeld, so unterschiedlich ihre Persönlichkeiten auch sind, so sehr ähneln sich ihre Träume, Ängste und Hoffnungen. Egal ob privilegiert aufwachsend oder unmittelbar konfrontiert mit Kinderarbeit, Prostitution, Krieg und Gewalt, haben alle diese Kinder die universelle Sehnsucht nach Sicherheit und Frieden, Glück, Freundschaft und Liebe. Sie eint die Ablehnung und die Angst vor Krieg und Gewalt. Jedes Kind macht sich Sorgen um die Natur und die damit verbundene Zerstörung ihres Lebensraums. Neugierig und wissensdurstig wollen sie die Welt verändern und die Zukunft unseres Planeten einmal mitgestalten. Der verbindende Rahmen für die Portraits der Kinder ist ihr Schulweg, als Sinnbild für den Weg ins Leben. Ein wichtiger Dokumentarfilm mit einem Appell an uns alle: NICHT OHNE UNS!

 Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Amerikanisches Idyll

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Der amerikanische Traum, ein Konstrukt

11. Mai 2017, 20:00

Trailer zum Film

USA 2016, 109 min, OmU, FSK: 12

R: Ewan McGregor D: Ewan McGregor, Jennifer Connelly, Dakota Fanning u.a.

Seymour Levov, wegen seiner robusten Statur und blonden Haarpracht genannt der „Schwede“, war schon als Schüler der Stolz seiner Highschool. Jetzt ist er erfolgreicher Geschäftsmann, verheiratet mit der aus reichem Haus stammenden ehemaligen „Miss New Jersey“ Dawn. Ihre Tochter Meredith, kurz „Merry“ genannt, stottert und rebelliert schon früh gegen ihre Vorzeige-Wohlstandseltern. Eines Morgens wird ihre amerikanische Idylle brutal zerstört. Teenager-Tochter Merry wird eines Bombenanschlags auf ein Postamt beschuldigt und verschwindet. Erschüttert bis ins Mark muss „der Schwede“ unter die Oberfläche schauen und sich dem Chaos der Welt um sich stellen. Basierend auf dem pulitzerpreisgekrönten Roman von Philip Roth, folgt der Film einer Familie, deren scheinbar idyllische Existenz durch die sozialen und politischen Unruhen der 1960er Jahre erschüttert wird.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Ich, Daniel Blake

Film / Ich, Daniel Blake

In den Mühlen eines maroden Sozialsystems

27. April 2017, 20:00

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GB, Frankreich, Belgien 2016, 100 min, FSK: 6

R: Ken Loach D: Dave Johns, Hayley Squires, Dylan McKiernan, Kate Rutter u.a.

In einer griechischen Tragödie wären es die Götter, die Daniel Blake zugrunde richten. In seiner realen Welt ist es die Bürokratie. Daniel ist ein ehrlicher Engländer, dessen Mutterwitz und Courage ihm auch in der Nachbarschaft Respekt garantieren. Ein Schicksalsschlag und ein schwerer Herzinfarkt haben den fast 60-jährigen Zimmermann aus der Bahn geworfen. Jetzt ist er finanziell auf den Staat angewiesen. Doch der ist alles andere als sozial. Nach einer Kurzuntersuchung wird Daniel als “arbeitsfähig” eingestuft, die Unterstützung wird gestrichen und er gerät in eine Bürokratie, deren Schikanen und Irrwege zunehmend kafkaesk anmuten. Bis er der alleinerziehenden Katie und ihren beiden Kinder begegnet. Sie raufen sich zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität. Und so leicht geben Daniel und Katie ihre Träume und Hoffnungen nicht auf…

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

24 Wochen

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Unglaublich ehrlich

13. April 2017, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2016, 103 min, FSK: 12

R: Anne Zohra Berrached D: Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Emilia Pieske u.a.

Wie Sie sehen, mache ich Gebrauch von ihm“, sagt Kabarettistin Astrid über ihren Mann und Manager Markus und deutet auf ihren Schwangerschaftsbauch. Markus begleitet Astrid zu ihren Auftritten und zu den Arztterminen. Als bei dem Ungeborenen ein Down-Syndrom feststellt wird, entscheiden sie sich trotz Ängsten und Zweifeln, das Kind zu bekommen. Gemeinsam wollen sie lernen, damit umzugehen. Eine weitere Untersuchung zeigt schwere Herzdeformationen und die taffe Astrid droht angesichts der Verantwortung zu zerbrechen. Ihre Beziehung stößt an ihre Grenzen. Nichts und niemand kann ihnen die Entscheidung über Leben und Tod abnehmen. Anne Zohra Berrached inszeniert extrem nah an der Realität, alle beteiligten Fachleute sind echt. Ein kraftvoller Film, der unter die Haut geht, authentisch, realistisch, eindringlich, mit großartigen Schauspielern.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi