Herbert

Film/ Herbert

Ring frei für die letzte Runde

16. Februar 2017, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2015, 109 min, FSK: 12

R: Thomas Stuber D: Peter Kurth, Lena Lauzemis, Marko Dyrlich u.a.

Herbert war einmal der Stolz von Leipzig. Meisterboxer, beinahe bei Olympia. Jetzt trainiert er einen jungen Boxer, macht Security, treibt für einen Kredithai Schulden ein. Seine längst erwachsene Tochter hat ihn nicht mehr gesehen, seit sie sechs war. Als er erstmals merkwürdige Muskelkrämpfe verspürt, stellt die Diagnose ALS sein Leben auf den Kopf. Er verliert langsam alles, was ihn ausgemacht hat: seine Muskeln, die Kontrolle über seinen Körper, Macht und Aura. Weil Herbert nie auf andere angewiesen sein wollte, hat er nicht das beste Verhältnis zu seinen Mitmenschen. Erst als er nicht mehr seiner Körperkraft trauen kann, tastet er in seinem großen, von Speck, Muskeln und Tätowierungen gepanzerten Körper nach Gefühlen. Er lädt seine Freundin zum Tanzen ein, auf dem Spielplatz lernt er seine Enkeltochter Ronja kennen. Er weiß, dass jetzt die Zeit für seinen letzten Kampf gekommen ist. Bei aller Melancholie des Krankheitsverlaufs enthält der Film hochkomische, hochpoetische Szenen, grandios sentimental, kraftvoll bewegend.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Das brandneue Testament

Kino/ DAS BRANDNEUE TESTAMENT

Gott existiert. In Brüssel.

15. Dezember 2016, 20:00

Trailer zum Film

Belgien, Frankreich, Luxemburg 2015, 105 min, FSK: 12

R: Jaco Van Dormael D: Pili Groyne, Benoît Poelvoorde, Yolande Moreau, Catherine Deneuve u.a.

Gott lebt in Brüssel, hat dauerhaft schlechte Laune und lässt diese bevorzugt an der Menschheit aus. Zuhause tyrannisiert er seine Frau und Tochter Éa. Sohn Jesus Christus hat sich bereits aus dem Staub gemacht. Irgendwann hat auch Éa die Nase voll. Höchste Zeit für eine Lektion, findet sie. Und hackt sich in Gottes Computer ein. Die geheimste seiner geheimen Dateien, die Todesdaten aller Menschen, ist schnell geöffnet. Per SMS erfährt jeder Mensch, wie lange er noch zu leben hat. Was dazu führt, dass die Menschlinge sich ihrer Endlichkeit bewusst werden und ihre Restzeit zum eigenen Vergnügen zu nutzen wissen. Danach macht Éa sich auf die Suche nach sechs weiteren Aposteln, um deren Geschichten als brandneues Testament aufzuschreiben. Doch Gott ist der Meinung, dass er auch noch ein gewaltiges Wort mitzureden hat… Van Dormael kennt kein Zögern, wenn es um die filmische Umsetzung der naheliegendsten Gedanken und der Buchstäblichkeit in Sachen Religion geht.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Der Kuaför aus der Keupstraße

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Eine Chronik des Versagens

17. November 2016, 20:00

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In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen wir in Anwesenheit des Drehbuchautors Maik Baumgärtner Der Kuaför aus der Keupstraße.

Deutschland 2015, 92 min, FSK: o.A.

R: Andreas Maus u.a.

Der Mittwochnachmittag ist mit Bedacht gewählt. Vor und in dem Friseurgeschäft der Brüder Özcan und Hasan Yildirim ist viel los, als sich am 9. Juni 2004 plötzlich 700 zehn Zentimeter lange Tischlernägel mit einer Reichweite von 250 Metern in Projektile verwandeln. Sie verletzen 22 Menschen. So infam der Anschlag ist, so skandalös der Verlauf der Ermittlungen: Verdächtigt werden die Opfer. Erst 2011 wird mit den Enthüllungen über die rechtsextreme terroristische Vereinigung “Nationalsozialistischer Untergrund” auch diese Tat aufgedeckt. Der Prozess dauert bis heute an. In seinem Dokumentarfilm gibt Regisseur Andreas Maus jenen eine Stimme, die lange niemand hören wollte. Die von ihm angewandten Erzählstrategien wollen Distanz schaffen, bewusst nicht emotionalisieren, sondern frei legen, mit welcher Systematik vertuscht, verschwiegen und verdrängt wurde.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Hello, I Am David! Eine Reise mit David Helfgott

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Genie und Wahnsinn am Klavier

13. Oktober 2016, 20:00

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Deutschland 2015, 100 min, FSK: o.A.

R: Cosima Lange

David Helfgott ist einer der außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit: Als Wunderkind gefeiert, Meisterschüler am Royal College of Music in London, mit 23 ein triumphaler Auftritt in der Royal Albert Hall, verbringt er nach einem Nervenzusammenbruch viele Jahre in psychiatrischen Kliniken. Der Umschwung kommt, als David Helfgott 1984 Gillian kennenlernt, seine große Liebe und spätere Ehefrau. Mit Gillians Hilfe kehrt er ins Leben zurück – und findet das wieder, worum er so lange gekämpft hat: seine „innere Musik“. 1986 gelingt ihm die gefeierte Rückkehr in die Konzertsäle. Regisseurin Cosima Lange begleitet ihn und seine Frau Gillian auf Europatour mit den Stuttgarter Symphonikern und sagt: „Ich durfte einen Menschen kennenlernen, der verletzbar und naiv wie ein Kind wirkt, der die Intelligenz und das Klavierspiel eines Genies besitzt und die Exzentrik eines Wahnsinnigen.“ Wir erleben David Helfgott in all seiner ansteckenden Emotionalität, Tiefe, Leidenschaft und Impulsivität.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

A Perfect Day

Film/ A Perfect Day

Hilfe, die Helfer kommen!

6. Oktober 2016, 20:00

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Spanien 2015, 106 min, FSK: 12

R: Fernando León de Aranoa, D: Benicio Del Toro, Tim Robbins, Olga Kurylenko, Mélanie Thierry u.a.

Irgendwo auf dem Balkan im Jahre 1995 siedelt Fernando León de Aranoa seine schwarze Komödie an. Der Krieg ist zwar offiziell zu Ende, aber Frieden noch nicht in Sicht. Im Zentrum steht eine Gruppe humanitärer Helfer, die zu einem Brunnen gerufen werden, in dem die Leiche eines Mannes schwimmt – ein bewährtes Mittel, um die Wasserversorgung des Gegners zu verseuchen. Der Tote muss innerhalb von 24 Stunden geborgen werden. Allein es fehlt ein Seil, um den Körper herauszuziehen. Und so machen sich der erfahrene Einsatzleiter Mambrú und sein Team auf, um es zu besorgen. Auf einer Buchvorlage der Ärzte-ohne-Grenzen-Aktivistin Paula Farias beruhend verliert sich der eindringliche Antikriegsfilm trotz hoher Pointendichte weder in Veralberung noch in Zynismus. Auf Momente, die vom Schrecken des Kriegs beherrscht sind, folgen Szenen, in denen Humor zur einzig wirksamen Waffe gegen die herrschenden Verhältnisse wird.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Mustang

Film/ Mustang

Vergitterte Unschuld

22. September 2016, 20:00

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Deutschland, Frankreich, Türkei 2015, 97 min, FSK: 12

R: D: Ilayda Akdoğan, Tuğba Sunguroğlu, Doğa Zeynep Doğuşlu, Elit Işcan, Günes Sensoy u.a.

Ein türkisches Dorf, weit entfern von Istanbul: Die fünf Schwestern Sonay, Selma, Nur, Ece und Lale laufen ausgelassen herumalbernd am Strand nach Hause. Jungs begleiten sie. Ihr als schamlos wahrgenommenes Verhalten hat dramatische Folgen: Telefone und Computer werden verboten, die Mauern um das Haus immer höher. Spätestens, als ein Mädchen nach dem anderen verheiratet werden soll, hält die Realität mit aller Brutalität Einzug. Doch die Fünf – von großem Freiheitsdrang erfüllt – beginnen, sich gegen die ihnen auferlegten Grenzen aufzulehnen. Einfühlsam und kraftvoll zugleich setzt die junge Regisseurin Deniz Gamze Ergüven die unzähmbare Lebenslust der Mädchen in Szene, die sich in einer von Männern und alten Frauen geprägten Gesellschaft ihr Recht auf Selbstbestimmung erkämpfen. Mit lichtdurchfluteten Bildern setzt der Film der Brutalität zarte Sinnlichkeit und jugendliches Aufbegehren entgegen, die tief berühren und mit Hoffnung erfüllen.

Termin: 22. September 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi