Das brandneue Testament

Kino/ DAS BRANDNEUE TESTAMENT

Gott existiert. In Brüssel.

15. Dezember 2016, 20:00

Trailer zum Film

Belgien, Frankreich, Luxemburg 2015, 105 min, FSK: 12

R: Jaco Van Dormael D: Pili Groyne, Benoît Poelvoorde, Yolande Moreau, Catherine Deneuve u.a.

Gott lebt in Brüssel, hat dauerhaft schlechte Laune und lässt diese bevorzugt an der Menschheit aus. Zuhause tyrannisiert er seine Frau und Tochter Éa. Sohn Jesus Christus hat sich bereits aus dem Staub gemacht. Irgendwann hat auch Éa die Nase voll. Höchste Zeit für eine Lektion, findet sie. Und hackt sich in Gottes Computer ein. Die geheimste seiner geheimen Dateien, die Todesdaten aller Menschen, ist schnell geöffnet. Per SMS erfährt jeder Mensch, wie lange er noch zu leben hat. Was dazu führt, dass die Menschlinge sich ihrer Endlichkeit bewusst werden und ihre Restzeit zum eigenen Vergnügen zu nutzen wissen. Danach macht Éa sich auf die Suche nach sechs weiteren Aposteln, um deren Geschichten als brandneues Testament aufzuschreiben. Doch Gott ist der Meinung, dass er auch noch ein gewaltiges Wort mitzureden hat… Van Dormael kennt kein Zögern, wenn es um die filmische Umsetzung der naheliegendsten Gedanken und der Buchstäblichkeit in Sachen Religion geht.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Zwei Tage, eine Nacht

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Geld oder Solidarität

04. Juni 2015, 20:00

Trailer zum Film

Frankreich, Belgien, Italien 2014, 95 min, FSK: 6

R: Jean-Pierre und Luc Dardenne D: Marion Cotillard, Fabrizio Rongione, Pili Groyne, Simon Caudry  u.a.

Zwei Tage und eine Nacht, in denen für Sandra alles auf dem Spiel steht: So lange hat sie Zeit, um ihre Arbeitskollegen zu überreden, auf ihre begehrten Bonuszahlungen zu verzichten, damit sie selbst ihren Job behalten kann… 16 Kollegen sind es, bei denen sie am Wochenende aufkreuzen und die sie um Solidarität bitten muss. Und fast alle haben gute Gründe, lieber zuerst an das Geld zu denken. So reagieren sie ganz unterschiedlich auf die verzweifelte junge Frau, die unvermutet vor ihnen steht: Mal ablehnend, mal voller Scham, dann wieder bestimmt, brüsk und aggressiv. Mit ihrer fiktiven, aber nicht irrealen Geschichte zeigen die Dardennes, die Vielschichtigkeit menschlichen Verhaltens in Zeiten von Finanzkrisen und Zeitverträgen und einer Arbeitswelt, in der ausschließlich Leistung zählt.

Termin: 04. Juni 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Der Junge mit dem Fahrrad

Auf der Suche nach Geborgenheit

20. September 2012, 20:00

Frankreich, Italien, Belgien2010, 87 min, FSK: 12

R: : Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne D: Cécile de France, Jérémie Renier, Fabrizio Rongione, Thomas Doret u.a.

Der zwölfjährige Cyril hat nur einen Wunsch: Seinen Vater wiederzufinden, der ihn auf unbestimmte Zeit in einem Kinderheim untergebracht hat. Bei seiner verzweifelten Suche trifft er auf Samantha. Sie findet sein verschwun­denes Fahrrad und stellt sich auch dann noch schützend vor Cyril, als er auf die schiefe Bahn gerät. Der warmherzige vielfach preisgekrönte Film der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne ist ein modernes Märchen, das von Hoffnung und Menschlichkeit erzählt und statt Ausweglosigkeit als Heilmittel gegen die Trostlosigkeit ihres unterprivilegierten Helden  Verantwortungsgefühl, Geduld und Zuwendung präsentiert.

Termin: 20. September 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Die Beschissenheit der Dinge

Dem Leben Spaß abringen

Produktion: Belgien 2009, 108 min
Regie: Felix van Groeningen
Darsteller: Kenneth Vanbaeden, Valentijn Dhaenens, Koen De Graeve, Wouter Hendrickx, Johan Heldenbergh u.a.

Der 13-jährige Gunther Strobbe lebt mit seinem Vater, einem Säufer, und drei ebenso abgewrackten Onkeln bei seiner liebenswürdigen Großmutter. Die vier Männer sind mit wenig anderem beschäftigt, als die Ehre der Strobbes in der Dorfkneipe und bei  Großereignissen wie einem Nacktfahrradrennen zu verteidigen. Die Bedürfnisse des 13-Jährigen werden rücksichtslos übergangen. Erst als Gunther in ein Internat kommt, kann er dort, in der Sicherheit fester Strukturen, in Ruhe lernen und damit beginnen, sein Leben zu ordnen. Der Film basiert auf dem autobiographischen Bestsellerroman von Dimitri Verhulst über seine Jugend und ist nichts für Zartbesaitete. Szenen großer Zärtlichkeit schlagen unvermittelt um in Gewalt. Hinter Momenten lakonischen Witzes lauert stets die Traurigkeit eines verkorksten Lebens. In Cannes gab es dafür den Prix Art et Essai.

Termin(e): 26. Januar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Rumba

Im Wiegeschritt durchs Leben

Fiona und Dom sind unsterblich ineinander verliebt. Ihre größte Leidenschaft ist es, Rumba zu tanzen. Auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung stellt sich ihnen das Schicksal in Person eines tollpatschigen Selbstmörders in den Weg. Um ihn vor dem Freitod zu bewahren, fahren sie mit dem Auto gegen eine Wand. Und ihr Leben ist nicht mehr wie es vorher war. Fiona wacht in einem Ganzkörpergips auf, und Doms Gedächtnis leidet fortan unter Systemausfall. Als sich Dom nicht mehr an den Heimweg erinnern kann und in einer Imbissbude mit Meerblick landet, begibt sich Fiona auf eine abenteuerliche Suche nach ihm. Ein Lustspiel aus Possen, Spaß und halsbrecherischem Slapstick, das der Tradition von Buster Keaton und Jacques Tati alle Ehre macht. Clownesker, selbstironischer Humor und eine sinnliche Inszenierung ergeben zusammen eine zärtliche Geschichte über das Verlieren und Wiederfinden der Liebe, ihre Verletzbarkeit und Widerstandskraft.

Frankreich / Belgien 2008, 77 min

Regie: Dominique Abel, Fiona Gordon, Bruno Romy

Schauspieler: Dominique Abel, Fiona Gordon, Bruno Romy, Philippe Martz, Louis Lecouvreur

Termin(e): 09. Juli 2009, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Das große Rennen von Belleville

Unser Weihnachtsfilmklassiker: Die Tour der Leiden

Champion ist ein aufgeweckter kleiner Junge, der als Waisenkind von seiner Großmutter Souza großgezogen wird. Als er ein Fahrrad geschenkt bekommt, beginnt er mit einem harten Training. Liebevoll, aber ehrgeizig unterstützt Madame Souza ihren Enkel. Er will am berühmtesten Rennen der Welt teilnehmen: der Tour de France. An seinem großen Tag wird er entführt in die Übersee-Metropole Belleville. Madame Souza macht sich zusammen mit dem treuen Hund Bruno auf, um Champion zu befreien. Formal wie inhaltlich hervorragender Trickfilm, der virtuos mit Versatzstücken des Neorealismus, bildender Künstler wie Dix und Grosz spielt und dabei zu einem eigenständigen, fesselnden Erzählstil findet.

Belgien, F, Canada 2003, 78 min Original ohne Untertitel, aber sehr verständlich

Regie: Sylvain Chomet

Schauspieler: Zeichentrick

Termin(e): 20. Dezember 2007, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund