Winter adé

ADE_2_Copyright_DEFA_Stiftung_Thomas_Plenert

Ein Film als Vorbote der Geschichte

23. Oktober 2014, 20:00

DDR 1988, 115 min

R: Helke Misselwitz

Als Helke Misselwitz auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche im Herbst 1988 ihren Film „Winter adé“ vorstellte, kam dies einer Sensation gleich: Noch nie vorher waren Frauen in der DDR derart offen vor der Kamera aufgetreten, um von ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und Enttäuschungen zu erzählen. Der Film verwies auf einen deutlichen Stimmungswechsel im Osten Deutschlands, der sich ein Jahr später, wiederum in Leipzig, endgültig seine Bahn brach. Darüber hinaus erweist sich „Winter adé“ als ein künstlerisch nachhaltig wichtiger und ästhetisch geschlossener Film, den es neu zu entdecken gilt.

 

 

Winter adé läuft im Rahmen der Ausstellung “Wir müssen schreien, sonst hört man uns nicht! Frauenwiderstand in der DDR der 1980er Jahre”, die auf Initiative der Gleichstellungs-beauftragten der Hansestadt Stralsund vom 15.09. bis 09.11.2014 in der St. Nikolaikirche präsentiert wird.

 

 Termin: 23. Oktober 2014, 20 Uhr – Kulturkirche St. Jakobi

 

Ein Film als Vorbote der Geschichte

Früher war ich Filmkind

Lesung und Filme mit DEFA Kinderstar Knut Elstermann

Der Filmjournalist Knut Elstermann liest aus seinem neuen Buch „Früher war ich Filmkind“. Die Lesung wird szenisch mit Ausschnitten aus DEFA Kinderfilmen begleitet, die in der DDR Millionen von Zuschauern begeisterten. Knut Elstermann hat vierzehn ehemalige Filmkinder getroffen, um mit der „dicken Tilla“, „Sabine Kleist“ oder „Alfons Zitterbacke“ über die aufregende Drehzeit, die Entdeckung und Betreuung durch die DEFA und ihr Leben nach dem Film zu sprechen. Sie wurden nicht als Stars gefeiert, auch nicht mit einer Rolle nach der anderen besetzt – aber der Erfolg der Filme hing maßgeblich von den Leistungen der Kinderdarsteller ab. Für jede Hauptrolle wurde ein neues, frisches Gesicht gesucht, denn die DEFA wollte keine kleinen Schauspieler, sondern Kinder, die als Darsteller einfach sie selbst sein konnten. Kein Wunder also, dass sie neben alt gedienten Schauspielern vor allem durch ihre Natürlichkeit brillierten.

Termin(e): 15. September 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Levins Mühle

DDR-Klassiker

Das Jahr 1874 in einem westpreußischen Dorf: Seit Generationen leben hier Juden und Deutsche, Polen und Zigeuner zusammen. Doch mit der Reichsgründung 1871 beginnt der Nationalismus zu brodeln. So auch beim reichen Mühlenbesitzer Johann. Er fühlt sich in seinem Nationalempfinden,seinem Glauben und auch in seinem Geschäft bedroht. Der jüdische Müller Levin wird nun als vermeintlicher Konkurrent zu seinem Sündenbock. Schließlich öffnet Johann eines Nachts das Wehr und schwemmt Levins Mühle einfach weg… Eine barocke Bildorgie feiert der Defa-Regisseur Horst Seemann in seiner Verfilmung des Romans von Johannes Bobrowski.

DDR 1980, 113 min

Regie: Horst Seemann

Schauspieler: Christian Grashof, Erwin Geschonneck, Fred Düren

Termin(e): 21. Februar 2008, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Junge Leute in der Stadt

Happy Birthday, Karl Heinz Lotz!

1929, Berlin während der Weltwirtschaftskrise. Der arbeitslose Taxifahrer Emanuel lernt das Tanzmädchen Susi kennen. Sie ist jung, schön, selbstbewusst. Nach dem gleichnamigen Roman von Rudolf Braune wird ein Tag im Leben eines Taxifahrers, eines Arbeitslosen, zweier Tanzgirls und eines Polizisten geschildert, deren Wege sich in Berlin kreuzen. Karl Heinz Lotz konzentriert sich ganz auf die Figuren und die Situationen, erreicht dadurch Authentizität. Dokumentarisches und Fiktives stehen sich gegenüber, atmosphärisch werden die letzten Jahre der Weimarer Republik eingefangen. Beim Max Ophüls-Preis 1987 erhält der Film den Preis des saarländischen Ministerpräsidenten. Auszug aus der Begründung der Jury: „… Aus der Sicht der Machtlosen ist es Lotz gelungen, in atmosphärisch dichten Bildern ein Kapitel deutscher Geschichte emotional berührend nacherlebbar zu machen – auch eine Herausforderung, über unsere heutigen Probleme nachzudenken.“

DDR 1985, 88 min

Regie: Karl-Heinz Lotz

Schauspieler: Mirko Haninger, Ulrike Krumbiegel, Maria Probosz, Beata Maj-Dabal, Sylvester Groth

Termin(e): 21. Dezember 2006, 20:00 Anwesenheit des Regisseurs – Scheelehaus, Stralsund