Aus dem Nichts

Wenn nicht Gerechtigkeit, dann Rache

24. Mai 2018, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Vorpommern-Rügen zeigen wir Aus dem Nichts.

Deutschland, Frankreich 2017, 106 min, FSK: 12

R: Fatih Akin D: Diane Kruger, Denis Moschitto, Johannes Krisch u.a.

Katja verliert ihren Mann Nuri und ihren Sohn Rocco bei einem Bombenanschlag. Sie ist tief erschüttert, betäubt ihren Schmerz mit Drogen und denkt daran, sich umzubringen. Als die Polizei das Neonazi-Paar Edda und André Möller verhaftet, schöpft Katja Hoffnung. Der Prozess ist anstrengend, doch die Aussicht auf eine Verurteilung der Täter gibt Katja Kraft. Nachdem Verteidiger Haberbeck geschickt Zweifel gesät hat, müssen Edda und André mangels eindeutiger Beweise freigesprochen werden. Katja ermittelt auf eigene Faust weiter und findet die Täter in Griechenland. Zur Revision, die ihr Rechtsanwalt gegen das ergangene Urteil einlegen will, kommt es nicht mehr: Katja nimmt Rache… Der Umgang mit den Opfern der NSU-Morde war für Fatih Akin der Auslöser, seinen vielfach preisgekrönten Film zu machen. Für Recherchen besuchte er mehrere Verhandlungen im Prozess gegen Beate Zschäpe, hat Dialoge im Gericht, das Schweigen des Staatsanwalts und die unbeteiligte Kälte der Angeklagten übernommen.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Das unbekannte Mädchen

Das schlechte Gewissen klingelt

3. Mai 2018, 20:00

Trailer zum Film

Belgien, Frankreich 2016, 106 min, FSK: 6

R: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne D: Adéle Haenel, Olivier Bonnaud, Jérémie Renier u.a.

Nicht mehr lange und die Ärztin Jenny kann eine prestigeträchtige Stelle antreten. Doch bis dahin verdingt sie sich noch übergangsweise als Vertretung in einer Hausarztpraxis. Eines Abends, die Sprechstunde ist schon lange vorbei, klingelt es an der Tür. Jenny beschließt, der unbekannten Person nicht mehr aufzumachen. Doch am nächsten Tag erwartet sie die Polizei, denn ganz in der Nähe wurde die Leiche einer jungen Afrikanerin gefunden. Die Überwachungskameras zeigen, dass es sich bei dem Opfer um jene Person handelt, die zuvor vergeblich bei der Praxis geklingelt hat. Getrieben von Schuldgefühlen beginnt Jenny, eigene Nachforschungen anzustellen, wer die Unbekannte war – und gerät dabei selbst in Gefahr. Ein kleiner, feiner Krimi mit sozialkritischem Anliegen der unaufdringlichen Art, im minimalistischen Stil der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Django – Ein Leben für die Musik

Weltberühmt und diskriminiert

26. April 2018, 20:00

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Frankreich 2017, 115 min, FSK: 12

R: Étienne Comar D: Reda Kateb, Cécile de France u.a.

Frankreich, 1943. Der begnadete Jazzgitarrist Django Reinhardt ist auf dem Gipfel seines Erfolges. Während andere Sinti in ganz Europa verfolgt werden, kann sich Django aufgrund seiner Popularität in Sicherheit wiegen – bis ihn die Nationalsozialisten auf Tournee nach Deutschland schicken wollen. Django weigert sich. Seine Pariser Geliebte hilft ihm, mit seiner schwangeren Frau und seiner Mutter an der Schweizer Grenze unterzutauchen. Über den Genfer See will er in die Schweiz gelangen, doch die Nazis sind ihm dicht auf den Fersen. In seinem Regiedebüt porträtiert Étienne Comar einen unkonventionellen Künstler und Freigeist, dessen Leben so improvisiert war wie seine Musik. Vor die Frage gestellt, ob er seine Kunst politisch missbrauchen lässt, muss er eine existenzielle Entscheidung treffen. Reda Kateb brilliert in der Rolle des Ausnahme-Künstlers an der Seite von César-Gewinnerin Cécile de France.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Mal eben die Welt retten

12. April 2018, 20:00

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In Kooperation mit dem ANU-Projekt „Stralsund 2050“ zeigent wir Tomorrow.

Frankreich 2015, 118 min, FSK: o.A.

R: Cyril Dion, Mélanie Laurent

Umweltverschmutzung, Klimawandel, Ressourcenknappheit: Studien sagen den globalen ökologischen Kollaps in den nächsten 40 Jahren voraus. Die französische Schauspielerin Mélanie Laurent und der NGO-Aktivist Cyril Dion wollen sich mit diesem Horror-Szenario nicht abfinden. Sie besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Lösungsansätze, die vor Ort weitreichende Veränderungen anstoßen. Und die Gewissheit, dass es eine andere Zukunft geben kann. Ihr preisgekrönter mitreißender Dokumentarfilm zeigt, dass aus einem Traum die Realität von morgen werden kann, sobald Menschen aktiv werden und handeln. Im Anschluss an den Film folgt eine Diskussion mit Aktiven der Transition Town Stralsund.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Ich, Daniel Blake

Film / Ich, Daniel Blake

In den Mühlen eines maroden Sozialsystems

27. April 2017, 20:00

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GB, Frankreich, Belgien 2016, 100 min, FSK: 6

R: Ken Loach D: Dave Johns, Hayley Squires, Dylan McKiernan, Kate Rutter u.a.

In einer griechischen Tragödie wären es die Götter, die Daniel Blake zugrunde richten. In seiner realen Welt ist es die Bürokratie. Daniel ist ein ehrlicher Engländer, dessen Mutterwitz und Courage ihm auch in der Nachbarschaft Respekt garantieren. Ein Schicksalsschlag und ein schwerer Herzinfarkt haben den fast 60-jährigen Zimmermann aus der Bahn geworfen. Jetzt ist er finanziell auf den Staat angewiesen. Doch der ist alles andere als sozial. Nach einer Kurzuntersuchung wird Daniel als „arbeitsfähig“ eingestuft, die Unterstützung wird gestrichen und er gerät in eine Bürokratie, deren Schikanen und Irrwege zunehmend kafkaesk anmuten. Bis er der alleinerziehenden Katie und ihren beiden Kinder begegnet. Sie raufen sich zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und erfahren neben den ständigen Seitenhieben der Behörden auch viel Solidarität. Und so leicht geben Daniel und Katie ihre Träume und Hoffnungen nicht auf…

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Frantz

Film/ Frantz

Die Kraft des Vergebens

30. März 2017, 20:00

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Deutschland, Frankreich 2016, 113 min, FSK: 12

R: François Ozon D: Paula Beer, Ernst Stötzner, Johann von Bülow, Marie Gruber u.a.

Deutschland 1919: Der erste Weltkrieg ist gerade beendet, die deutsche Trauer sitzt noch tief. Die junge Anna verlor in Frankreich ihren Verlobten Frantz und legt täglich Blumen auf sein Grab. Eines Tages bemerkt sie dort einen weiteren Trauernden, den Franzosen Adrien. Anna versucht herauszufinden, wie sich Adrien und Frantz kennenlernten. Doch Adrien gibt sich geheimnisvoll. Wer ist er wirklich und was verbindet ihn mit Frantz? Welche Motive führen ihn nach Deutschland? Wie reagiert die vom Krieg traumatisierte Kleinstadtbevölkerung auf den Besuch aus dem verhassten Frankreich? Ozon lässt das Geheimnis Adriens lange im Dunkeln, jongliert mit Anspielungen und Lügen. Meisterhaft inszeniert er ein Wechselbad der Emotionen in Schwarz-Weiß, das nur in kurzen Momenten des Glücks in Farbe taucht. Ein sinnliches Melodram über die Kunst des Verzeihens – und die Kunst der Lüge.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi