Victoria

victoria_1

Atemloses Abenteuer

07. Januar 2016, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2015, 140 min, OmU, FSK: 12

R: Sebastian Schipper D: Laia Costa, Frederick Lau, Max Mauff, Burak Yigit, Franz Rogowski u.a.

Kamera an, los geht’s und 140 Minuten später ist der Film abgedreht, der beste deutsche Film 2015, ohne einen einzigen Schnitt, wie ein Theaterstück, mit Berlin als riesiger Freiluftbühne. Folge ist eine bedingungslose Nähe zu Figuren und Handlung. Victoria aus Madrid, seit drei Monaten in Berlin, verlässt einen Club, begegnet ein paar Berliner Jungs, mit rauem Charme, ein bisschen gefährlich, die ihr das wahre Berlin zeigen wollen. Sie geht mit, das Risiko wächst, die Ereignisse überschlagen sich, im Morgengrauen ist sie als Komplizin eines Verbrechens auf kopfloser Flucht vor der Polizei.

Termin: 07. Januar 2016, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

A Girl Walks Home Alone at Night

girl_walk_1

Das Wunder von Bad City

08. Oktober 2015, 20:00

Trailer zum Film

USA 2014, 100 min, OmU, FSK: 12

R: Ana Lily Amirpour D: Mozhan Mamò, Sheila Vand, Arash Marandi, Dominic Rains, Marshall Manesh u.a.

In Bad City, einer fiktiven Stadt irgendwo im Iran, gehen seltsame Dinge vor. Hier tummeln sich die Erschöpften und Verbrauchten, Gesetzlose und ihre Opfer. Dann ist da noch dieses Mädchen, das man immer nur nachts und immer nur in ihrem offenen, schwarzen Tschador sieht. Schon bald entdeckt Arash, der junge Mann mit den schönen Augen und dem weißen James Dean T-Shirt, ihr Geheimnis: sie ist ein Vampir und erleichtert Bad City um so manches widerliche Subjekt. In spektakulären Schwarz-Weiß-Bildern gelingt der jungen iranisch-amerikanischen Regisseurin Ana Lily Amirpour ein doppelbödiges und sinnliches Traumspiel voll visueller Kraft und abgründiger Provokationslust.

Termin: 08. Oktober 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Finding Vivian Maier

vivian_1

Durch die Augen einer Unsichtbaren

19. März 2015, 20:00

Trailer zum Film

USA 2013, 84 min, OmU, FSK: o.A.

R: John Maloof, Charlie Siskel

Vivian Maier lebte als Nanny in Chicago und New York. Sie galt als exzentrische Frau, die nie ohne ihre Kamera das Haus verließ. Mit den in ihre Obhut gegebenen Kindern unternahm sie Streifzüge, auch in Stadtteile, in der weniger Privilegierte lebten. Regisseur John Maloof entdeckte zufällig bei einer Auktion die überwältigende Anzahl von Fotos, die Vivian Maier hinterließ. Über 100.000 Negative hat Maier, die 1926 in New York geboren wurde, zu Lebzeiten aufgenommen. Nur einen Bruchteil davon hat sie entwickeln lassen – und diese wenigen Abzüge niemandem gezeigt. Der Dokumentarfilm ist die spannende Spurensuche im Leben einer Frau, die ihre Umwelt in bewegenden Momenten auf ihren Fotos festhielt – selbst aber keine Spuren hinterließ. Heute gilt Vivian Maier als eine der wichtigsten Street Photographer des 20. Jahrhunderts.

Termin: 19. März 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Die langen hellen Tage

langehelle_1

… ein Stein, wem da das Herz nicht aufgeht

05. März 2015, 20:00

 

Trailer zum Film

 

Georgien, Frankreich, D 2013, 102 min, OmU, FSK: o.A.

R: Simon Groß, Nana Ekvtimishvili D: Lika Babluani, Mariam Bokeria, Zurab Gogdaladze u.a.

Tiflis, während der heißen, langen, hellen Sommertage 1992: Eka und Natia sind 14, die Sowjetunion ist gerade Geschichte, Georgien unabhängig geworden. Es ist eine chaotische Zeit, in der keine Regeln zu gelten scheinen. In diesem Durcheinander sind die Mädchen auf sich allein gestellt. Die Erwachsenen sind mit sich selbst beschäftigt und als Vorbilder unbrauchbar geworden. Eka und Natia sind aber auch ganz normale Teenager, die Spaß haben wollen. Nana Ekvtimishvili, selbst im Tiflis der 1990er aufgewachsen, und Simon Groß zeigen auch das Untergehen einer Männerwelt. Kaum ein Mann, der nicht betrunken ist, im Gefängnis sitzt oder im Krieg verschwindet. Natürlich ist am Ende keineswegs alles gut, aber die Mädchen sind stark geworden, Eka und Natia sind zu jungen Frauen heran- und über gesellschaftliche Konventionen hinausgewachsen und haben schließlich die Kette der Gewalt ganz ohne fremde Hilfe durchbrochen.

Termin: 05. März 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Beware of Mr. Baker

bewaremrbaker_1

Genie und Knochenbrecher

20. November 2014, 20:00

Trailer zum Film

2012, 92 min, OmU, FSK: 12

R: Jay Bulger

Alkohol, Drogen, Faustkämpfe: Wo er auch ging, hinterließ er verbrannte Erde, Ginger Baker. Der wahre Meisterdrummer des Rock, Erfinder des Drum-Solos, Mitbegründer von Cream. Bakers Spiel war laut, aggressiv, aber auch elegant, fließend, rhythmisch. Das Genie am Schlagzeug, das ein Vermögen verdiente und bis auf den letzten Penny wieder verlor, ist zwar alt und krank, aber immer noch Ginger Baker. Jay Bulger erzählt die außergewöhnliche Geschichte eines Ausnahmemusikers spannend und abwechslungsreich. Geschickt vermischt er erfrischend offene Aussagen früherer Kollegen, Ausschnitte von Auftritten, Musikclips und Animationssequenzen zu einem äußerst kurzweiligen und anregenden Film und inszeniert ein eindrucksvolles Porträt voller Respekt vor der einzigartigen Lebensleistung Ginger Bakers, über ein Leben zwischen Drogen, Groupies, Leidenschaft für Polo und einer unstillbaren Spiellust.

 

Termin: 20. November 2014, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

A Touch of Sin

touchofsin_1

Ein Menschenleben zählt nichts

09. Oktober 2014, 20:00

 

Trailer zum Film

China, Japan 2013, 133 min, OmU, FSK: 16

R: Jia Zhang-Ke, D: Tao Zhao, Wu Jiang, Vivien Li, Lanshan Luo, Baoqiang Wang, Jia-yi Zhang u.a.

Ein Minenvorarbeiter, der gegen korrupte Provinzgrößen aufbegehrt, ein skrupelloser Räuber, der bald den nächsten Mord begeht, die Rezeptionistin eines Saunabordells, die sich wehrt, und ein sehr junger Wanderarbeiter, der einen Ausweg sucht aus seinem Elend. Jia Zhang-Ke, der bedeutendste Filmemacher seines Landes, zeigt in vier Episoden aus vier verschiedenen Gegenden Chinas das wuchtige Porträt einer bis in ihre feinsten zwischenmenschlichen Verästelungen barbarisierten Gesellschaft, wo Gesetzlosigkeit, hemmungslose Gier und eine schnelle, schmutzige, unberechenbare Gewalt herrschen. Auch wenn die Geschundenen des neuen Goldenen Zeitalters in China ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, Würde oder Gerechtigkeit erlangen sie dadurch nicht.

Termin: 09. Oktober 2014, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi