Aus dem Nichts

Wenn nicht Gerechtigkeit, dann Rache

24. Mai 2018, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Vorpommern-Rügen zeigen wir Aus dem Nichts.

Deutschland, Frankreich 2017, 106 min, FSK: 12

R: Fatih Akin D: Diane Kruger, Denis Moschitto, Johannes Krisch u.a.

Katja verliert ihren Mann Nuri und ihren Sohn Rocco bei einem Bombenanschlag. Sie ist tief erschüttert, betäubt ihren Schmerz mit Drogen und denkt daran, sich umzubringen. Als die Polizei das Neonazi-Paar Edda und André Möller verhaftet, schöpft Katja Hoffnung. Der Prozess ist anstrengend, doch die Aussicht auf eine Verurteilung der Täter gibt Katja Kraft. Nachdem Verteidiger Haberbeck geschickt Zweifel gesät hat, müssen Edda und André mangels eindeutiger Beweise freigesprochen werden. Katja ermittelt auf eigene Faust weiter und findet die Täter in Griechenland. Zur Revision, die ihr Rechtsanwalt gegen das ergangene Urteil einlegen will, kommt es nicht mehr: Katja nimmt Rache… Der Umgang mit den Opfern der NSU-Morde war für Fatih Akin der Auslöser, seinen vielfach preisgekrönten Film zu machen. Für Recherchen besuchte er mehrere Verhandlungen im Prozess gegen Beate Zschäpe, hat Dialoge im Gericht, das Schweigen des Staatsanwalts und die unbeteiligte Kälte der Angeklagten übernommen.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Gegen den Strom

Ökothriller, schräg, witzig, isländisch

6. Juni 2019, 20:00

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Island, Frankreich, Ukraine 2018, 101 min, FSK: 6

R: Benedikt Erlingsson D: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, Juan Camillo Roman Estrada u.a.

Eine Frau Ende 40 geht durch die isländische Landschaft, eigentlich sieht alles gewohnt schroff, atemberaubend und faszinierend aus. Sie könnte eine Wanderin sein. Dann hält sie an einem Strommast und legt los: Mit einer Säge und Pfeil und Bogen sabotiert sie routiniert und konzentriert diesen Mast und damit die Stromversorgung. Wer Halla im Alltag erlebt, der würde wohl kaum ahnen, dass die freundliche, unauffällige Chorleiterin ein Doppelleben führt. Unter dem Namen „Bergfrau“ verübt sie schon seit einiger Zeit Anschläge auf Unternehmen und das Stromnetz, um damit gegen die Ausbeutung der Natur vorzugehen. Vor allem die geplante chinesische Beteiligung bei den Unternehmen Islands sieht sie kritisch und versucht sie mit allen Mitteln zu verhindern. Doch der Kampf wird immer riskanter, immer wieder droht ihre Tarnung aufzufliegen. Mit viel skurrilem Witz erzählt Benedikt Erlingsson von Hallas Kampf David gegen Goliath und von isländischen Gepflogenheiten.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Capernaum – Stadt der Hoffnung

Klage eines ruppigen Kindes

20. Juni 2019, 20:00

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Libanon 2018, 126 min, FSK: 12

R: Nadine Labaki D: Zain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Boluwatife Treasure Bankole u.a.

Zains Alter wird auf zwölf Jahre geschätzt, er hat keine Papiere, seine Familie weiß nicht genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, ohne für ihn sorgen zu können. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Warum er von zu Hause weggelaufen ist, wie er bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt. In visuell eindrucksvollen Bildern, ausschließlich mit Darstellern gedreht, die tatsächlich in den gezeigten Verhältnissen leben, erzählt der Film von den Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber keine Chance haben. Mitreißend inszeniert legt Nadine Labaki die Mechanismen unglaublicher, sozialer Ungerechtigkeit offen und gibt denen eine Stimme, die im Schatten leben.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Styx

Wasser des Grauens

16. Mai 2019, 20:00

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In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Vorpommern-Rügen zeigen wir Styx.

Deutschland, Österreich 2018, 94 min., FSK: 12

R: Wolfgang Fischer D: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa u.a.

Rike, Ärztin, 40 Jahre alt, verkörpert eine westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, selbstbewusst, zielstrebig und engagiert, Einhandseglerin. In Köln arbeitet sie als Notärztin, in Gibraltar beginnt sie ihren Urlaub, sticht alleine mit ihrem Segelboot in See. Ziel ihrer Reise ist Ascension Island. Ihr Urlaub wird abrupt beendet, als sie sich nach einem Sturm auf hoher See in unmittelbarer Nachbarschaft eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet. Mehrere Dutzend Menschen drohen zu ertrinken. Rike fordert per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, muss sie handeln. Einen über Bord gegangenen Jungen rettet sie, für alle aber ist ihr Schiff zu klein. Sie trifft schließlich eine radikale Entscheidung… Die Realität der Flüchtlingskrise ist ein Albtraum, den Wolfgang Fischer in surreal anmutenden Bildern, fast sprachlos, packend und puristisch gefilmt hat.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Alles ist gut

NEIN heißt NEIN

9. Mai 2019, 20:00

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Deutschland 2018, 93 min, FSK: 12

R: Aenne Schwarz, Andreas Döhler, Hans Löw u.a.

Janne ist mit Piet zusammen. In den vergangenen Jahren haben sie einen kleinen Verlag geleitet und in den Konkurs geführt, zusammen gewohnt, miteinander geschlafen. Nun wollen sie von München in die Provinz ziehen, einen Neuanfang machen. Doch dann ändert sich alles. Bei einem Klassentreffen trifft Janne Martin. Er will Sex, Janne sagt „Nein“. Er holt sich, was er will. Sie ist in einer stillen Form erschüttert über das Geschehene, macht normal weiter, als wäre nichts geschehen. Sie will kein Opfer sein, will selbstbestimmt mit dem umgehen, was passiert ist. Aber nichts ist gut. Ihr Schweigen über den Vorfall weicht nach und nach einer stillen Ohnmacht. Bis Janne ihr Leben und die Liebe zu ihrem Freund Piet langsam entgleiten. Der vielfach ausgezeichnete Film regt zum Nachdenken an – auch darüber, warum sich Vergewaltigungsopfer nicht sofort zu Wort melden, sondern oft erst viel später dazu in der Lage sind.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Eleanor & Colette

Eine flog übers Kuckucksnest

11. April 2019, 20:00

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Deutschland, Belgien 2017, 115 min, FSK: 12

R: Bille August D: Helena Bonham Carter, Hilary Swank, Jonathan Kerrigan u.a.

Mein Name ist Eleanor Riese und ich will einen Anwalt“. Irgendwie schafft Eleanor es zu telefonieren, nachdem sie in einer Klinik in San Francisco zur Einnahme von Medikamenten gezwungen wurde – obwohl sie beteuert, dass ihr die hohe Dosierung schade. Eleanor leidet unter paranoider Schizophrenie. Sie geht vor Gericht und kämpft mit ihrer Anwältin Colette Hughes für die Rechte psychisch Kranker. Eleanor und Colette, zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine mit juristischem Knowhow, die andere mit jener Emotionalität, die Colette sich im Leben versagt. Die Frauen werden Freundinnen im Kampf für die Bürgerrechte psychisch Kranker. Eine wahre Geschichte aus den 80er Jahren. Allein in Kalifornien profitieren heute 150 000 Menschen davon, die keine Gefahr für sich und andere darstellen. Ihnen steht ein Mitspracherecht bei der eigenen Therapie zu.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Mama gegen Papa – Wer hier verliert, gewinnt

Wie werde ich meine Kinder los?

4. April 2019, 20:00

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Anlässlich der Ausstellung “Swedish Dads” im Rahmen der Kommunikationsoffensive „Apropos Partnerschaft – Macht’s gemeinsam!“ zeigen wir Euch Mama gegen Papa.

Frankreich, Belgien 2015, 85 min, FSK: o.A.

R: Martin Bourboulon D: Marina Foïs, Laurent Lafitte, Anna Lemarchand, Achille Potier u.a.

Nach Jahren als Traumpaar mit Traumberufen und Traumkindern soll auch die anstehende Trennung ein Traum sein, vernünftig, voller Zuneigung und Verständnis, mit gemeinsamem Sorgerecht. Jedenfalls bis zu dem Moment, in dem sich für Florence und Vincent gleichzeitig interessante Karrierechancen im Ausland eröffnen, die mit dem Status der/des Alleinerziehenden von drei Kindern völlig inkompatibel sind… Gerichtlich wird festgelegt, dass ihre Kinder nach drei Wochen selbst entscheiden sollen, wer das Sorgerecht behalten muss. Drei Wochen Zeit für die Eltern, um ihre Kinder von den Nachteilen des Zusammenlebens zu überzeugen. So entspinnt sich ein Rosenkrieg der etwas anderen Art, der schnell Fahrt aufnimmt. Allen Zumutungen zum Trotz erweisen sich die Kinder als erstaunlich widerstandsfähig.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi