Die Beschissenheit der Dinge

Dem Leben Spaß abringen

Produktion: Belgien 2009, 108 min
Regie: Felix van Groeningen
Darsteller: Kenneth Vanbaeden, Valentijn Dhaenens, Koen De Graeve, Wouter Hendrickx, Johan Heldenbergh u.a.

Der 13-jährige Gunther Strobbe lebt mit seinem Vater, einem Säufer, und drei ebenso abgewrackten Onkeln bei seiner liebenswürdigen Großmutter. Die vier Männer sind mit wenig anderem beschäftigt, als die Ehre der Strobbes in der Dorfkneipe und bei  Großereignissen wie einem Nacktfahrradrennen zu verteidigen. Die Bedürfnisse des 13-Jährigen werden rücksichtslos übergangen. Erst als Gunther in ein Internat kommt, kann er dort, in der Sicherheit fester Strukturen, in Ruhe lernen und damit beginnen, sein Leben zu ordnen. Der Film basiert auf dem autobiographischen Bestsellerroman von Dimitri Verhulst über seine Jugend und ist nichts für Zartbesaitete. Szenen großer Zärtlichkeit schlagen unvermittelt um in Gewalt. Hinter Momenten lakonischen Witzes lauert stets die Traurigkeit eines verkorksten Lebens. In Cannes gab es dafür den Prix Art et Essai.

Termin(e): 26. Januar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

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Gigante

Der Riese mit dem Herzen aus Gold

01. März 2012, 20:00

Produktion: Argentinien, Uruguay, D, Niederlande 2008, 88 min
Regie: Adrián Biniez
Darsteller: Horacio Camandulle, Leonor Svarcas, Néstor Guzzini, Federico García, Fabiana Charlo u.a.

Der schüchterne bullige Jara arbeitet als Wachmann in einem Supermarkt. Eines Nachts erblickt er auf dem Bildschirm die neue Putzfrau Julia, und plötzlich gerät der regelmäßige Lebenstakt des Heavy-Metal- und Kreuzworträtsel-Fans aus dem Gleichgewicht. Gebannt vom Bild der schönsten aller Putzfrauen heftet er sich an ihre zauberhaften Fersen. Als Julia in Folge eines Mitarbeiterstreiks entlassen wird, muss Jara sich entscheiden – seine Sehnsucht aufzugeben oder sich ihr zu stellen. Regisseur Adrián Biniez erzählt mit wunderbar trockenem Humor eine einfühlsame und subversive Komödie über die Liebe und die vielen kleinen und großen Schwierigkeiten auf dem Weg zu ihr.

Termin(e): 01. März 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Ein Tick anders

Schluckauf im Gehirn

08. März 2012, 20:00

Produktion: Deutschland 2010, 87 min
Regie: Andi Rogenhagen
Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Victoria Trauttmansdorff, Stefan Kurt, Renate Delfs u.a.

Die siebzehnjährige Eva leidet unter Tourette. Manchmal treiben ihre Tics sie in den Wahnsinn, doch eigentlich ist sie glücklich. Denn im Kreise ihrer Familie akzeptiert jeder sie, wie sie ist. Erst als ihr Vater seinen Job verliert, gerät die familiäre Balance aus dem Lot: Gemeinsam mit ihrer kauzigen Oma und ihrem durchgeknallten Onkel versucht Eva bei der Existenzsicherung zu helfen, was zusehends ins Chaos führt… Eine anarchische, überdrehte, unbändige und zartfühlende Familienkomödie über Liebe, Toleranz und die vielleicht verrückteste Krankheit der Welt – das Tourette-Syndrom.

Termin(e): 08. März 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Nader und Simin – Eine Trennung

Irans zerrissene Gesellschaft

22. März 2012, 20:00

Produktion: Iran 2011, 123 min
Regie: Asghar Farhadi
Darsteller: Sareh Bayat, Sarina Farhadi, Peyman Moadi, Ali-Asghar Shahbazi, Leila Hatami u.a.

Simin will sich von ihrem Ehemann Nader scheiden lassen, um mit ihrer Tochter ins Ausland zu gehen. Doch Nader will seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht allein zurücklassen. Als Simin auszieht, stellt Nader eine Pflegerin für ihn ein. Als Nader erfährt, dass die überforderte Helferin den Vater vernachlässigt, kommt es zu einer Kurzschlussreaktion. Nader wird wegen Mordes angeklagt. Recht oder Unrecht? Sünde oder ein Akt der Barmherzigkeit? Diese Fragen ziehen sich durch den Film wie ein Gespinst undurchsichtiger Fäden, in dem sich am Ende alle Beteiligten unrettbar verfangen. Sozialdrama, Kriminalfall und menschliche Tragödie verknüpft Farhadi zu einem unter die Haut gehenden Porträt der iranischen Gesellschaft.

Termin(e): 22. März 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Drei

Ménage à trois

Produktion: Deutschland 2010, 119 min
Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Sebastian Schipper, Angela Winkler, Devid Striesow, Sophie Rois, Annedore Kleist u.a.

Seit 20 Jahren sind Hanna und Simon ein Paar. Sie leben nebeneinander und miteinander, sind attraktiv, modern, gereift, kinderlos, kultiviert, ernüchtert. Bis sich beide, ohne voneinander zu wissen, in denselben Mann verlieben. Adam Born, Stammzellenforscher. Heimlich führen sie ihre Affären mit Adam, nicht ahnend, wie sehr das Geheimnis, das sie voreinander haben, sie miteinander verbindet. Sex-Klamauk oder Erotik-Drama? Ironisches Berlin-Mitte-Porträt oder kompromisslose Akademiker-Innenschau? Tom Tykwer hält geschickt die Balance. Er zeigt die Pannen seiner Charaktere auf amourösem Felde, führt sie in ihrer Bildungs- und Kunstgefräßigkeit vor. Gleichzeitig setzt er jede ihrer Tastbewegungen zum anderen oder gleichen Geschlecht mit heiligem Ernst in Szene.

Termin(e): 09. Februar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Die Beschissenheit der Dinge

Dem Leben Spaß abringen

Produktion: Belgien 2009, 108 min
Regie: Felix van Groeningen
Darsteller: Kenneth Vanbaeden, Valentijn Dhaenens, Koen De Graeve, Wouter Hendrickx, Johan Heldenbergh u.a.

Der 13-jährige Gunther Strobbe lebt mit seinem Vater, einem Säufer, und drei ebenso abgewrackten Onkeln bei seiner liebenswürdigen Großmutter. Die vier Männer sind mit wenig anderem beschäftigt, als die Ehre der Strobbes in der Dorfkneipe und bei  Großereignissen wie einem Nacktfahrradrennen zu verteidigen. Die Bedürfnisse des 13-Jährigen werden rücksichtslos übergangen. Erst als Gunther in ein Internat kommt, kann er dort, in der Sicherheit fester Strukturen, in Ruhe lernen und damit beginnen, sein Leben zu ordnen. Der Film basiert auf dem autobiographischen Bestsellerroman von Dimitri Verhulst über seine Jugend und ist nichts für Zartbesaitete. Szenen großer Zärtlichkeit schlagen unvermittelt um in Gewalt. Hinter Momenten lakonischen Witzes lauert stets die Traurigkeit eines verkorksten Lebens. In Cannes gab es dafür den Prix Art et Essai.

Termin(e): 26. Januar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Waste Land

Kunstwerke aus Müll

Produktion: Großbritannien, Brasilien 2010, 98 min
Regie: Lucy Walker

Der renommierte Künstler Vik Muniz kehrt von Brooklyn zu seinen brasilianischen Wurzeln zurück, um Kunst zu schaffen auf der größten Müllkippe der Welt – Jardim Gramacho, gelegen an der Peripherie von Rio de Janeiro. Dort verdienen „Catadores“ ihren Lebensunterhalt durch das Sammeln recyclebarer Wertstoffe. Zwischen Armut, Dreck und Verwesung begegnet Muniz Menschen voller Optimismus und Stolz, die über Macchiavelli und die Würde der Arbeit philosophieren, eine Bibliothek einrichten und eine Gewerkschaft gründen. Zusammen mit ihnen arbeitet er an überdimensionalen Abfall-Portraits. In ihrer mehrfach ausgezeichneten Dokumentation erzählt Lucy Walker vom Müll, von lebensbejahenden, fröhlichen Individuen und von den Kunstwerken, die sie schaffen.

Termin(e): 12. Januar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi