Einmal Wunder und zurück

Produktion: Österreich/D/Frankreich 2009, 96 min
Regie: Jessica Hausner
Darsteller: Bruno Todeschini, Sylvie Testud, Léa Seydoux, Gilette Barbier u.a.

Lourdes, wo sich die Muttergottes 1858 einem jungen Mädchen offenbart haben soll und wo jährlich Abertausende von Pilgern zusammenströmen, ist eines jener Ferienziele, die sich für eine junge Frau mit multipler Sklerose gut bewältigen lassen. Hier wird man als Behinderte von wohltätigen Freiwilligen gefüttert, geschoben, gebettet, gewaschen und gekämmt. „Kulturreisen mag ich allerdings lieber“, sagt Christine zu dem feschen Malteser-Betreuer, der ihr unter seinem Barett zulächelt. Christine, durch ihre Krankheit gelähmt und in unfreiwillige Isolation gezwungen, sehnt sich danach, wieder alles tun zu können, was andere problemlos können. In Lourdes geschieht das Wunder: Christine erhebt sich aus ihrem Rollstuhl. Trotz der Möglichkeit eines Rückfalls genießt sie das Glück, das sich für diesen Moment erfüllt hat, und versucht es fest zu halten. Glaube, Hoffnung, Liebe: Jessica Hausners Film verfolgt Grundkonstanten menschlicher Selbsterfindung mit lakonischem Humor und latentem Grauen, tritt weder für noch gegen Religion ein, sondern betrachtet ruhigen Auges den Ort, seinen Glaubenstourismus und den gnadenlosen Wettkampf um die Heilkraft der Muttergottes.

Termin(e): 01. September 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

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