Das Fischkind

Liebe mit Hindernissen

21. Juni 2012, 20:00

Argentinien, Spanien, Frankreich 2009, 96 min, OmU, FSK: 16

R: Lucía Puenzo D: Ines Efron, Carlos Bardem, Pep Munné, Arnaldo André u.a.

Die 20-jährige Lala gehört zur wohlhabenden Schicht in Buenos Aires. Während Lalas Vater das gleichaltrige Hausmädchen Guayí sexuell missbraucht, entsteht zwischen Lala und Guayí eine Liebesbeziehung. Sie planen eine gemeinsame Flucht – über die Grenze nach Paraguay, zum See Ypoá. Doch alles kommt anders: Lalas Vater wird tot aufgefunden, Lala macht sich auf den Weg, ein düsteres Geheimnis aus Guayís Vergangenheit aufzuspüren. Guayí wird als Verdächtige verhaftet… Der nach „XXY“ zweite Spielfilm von Lucía Puenzo, der auf ihrem eigenen Roman basiert, schildert zärtlich und einfühlsam die Handlung zwischen Märchen und Realismus.

Termin: 21. Juni 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Die Beschissenheit der Dinge

Dem Leben Spaß abringen

Produktion: Belgien 2009, 108 min
Regie: Felix van Groeningen
Darsteller: Kenneth Vanbaeden, Valentijn Dhaenens, Koen De Graeve, Wouter Hendrickx, Johan Heldenbergh u.a.

Der 13-jährige Gunther Strobbe lebt mit seinem Vater, einem Säufer, und drei ebenso abgewrackten Onkeln bei seiner liebenswürdigen Großmutter. Die vier Männer sind mit wenig anderem beschäftigt, als die Ehre der Strobbes in der Dorfkneipe und bei  Großereignissen wie einem Nacktfahrradrennen zu verteidigen. Die Bedürfnisse des 13-Jährigen werden rücksichtslos übergangen. Erst als Gunther in ein Internat kommt, kann er dort, in der Sicherheit fester Strukturen, in Ruhe lernen und damit beginnen, sein Leben zu ordnen. Der Film basiert auf dem autobiographischen Bestsellerroman von Dimitri Verhulst über seine Jugend und ist nichts für Zartbesaitete. Szenen großer Zärtlichkeit schlagen unvermittelt um in Gewalt. Hinter Momenten lakonischen Witzes lauert stets die Traurigkeit eines verkorksten Lebens. In Cannes gab es dafür den Prix Art et Essai.

Termin(e): 26. Januar 2012, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Women Without Men

Wundersame Freundschaften

Produktion: Deutschland, Frankreich, Österreich 2009, 95 min
Regie: Shirin Neshat, Asghar Faradi
Darsteller: Orsolya Tóth, Shabnam Toloui, Tahmoures Tehrani, Arita Shahrzad, Pegah Ferydoni, Mina Azarian u.a.

Ein wunderschöner Garten vor den Toren Teherans. Hier treffen sich vier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten – die kunstliebende Fakhri, die junge Prostituierte Zarin, die politische Aktivistin Munis und deren konservativ-religiöse Freundin Faezeh. Das Chaos, das nach einem Militärputsch in den Straßen Teherans herrscht, hat sie an diesem Ort zufällig zusammengeführt. Sie finden Schutz in einer Natur, die in ihrer spirituellen Schönheit die Seele zu heilen scheint. In einem verborgenen Landhaus inmitten des paradiesisch anmutenden Gartens erleben die vier Frauen für einen kurzen Moment das, wonach sich jede von ihnen sehnt und wofür jede von ihnen kämpft: Lebensfreude, Freiheit und das Gefühl von Glück. Dem ersten Spielfilm der Videokünstlerin Shirin Neshat liegt der gleichnamige Roman der iranischen Schriftstellerin Sharnush Parsipur zugrunde, der sich offen mit Fragen der kulturellen und geschlechtlichen Unterdrückung, denen Frauen in der iranischen Gesellschaft ausgesetzt sind, und der Aufarbeitung der politischen Umstände 1953 beschäftigt.

Termin(e): 24. November 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Lourdes

Einmal Wunder und zurück

Produktion: Österreich/D/Frankreich 2009, 96 min
Regie: Jessica Hausner
Darsteller: Bruno Todeschini, Sylvie Testud, Léa Seydoux, Gilette Barbier u.a.

Lourdes, wo sich die Muttergottes 1858 einem jungen Mädchen offenbart haben soll und wo jährlich Abertausende von Pilgern zusammenströmen, ist eines jener Ferienziele, die sich für eine junge Frau mit multipler Sklerose gut bewältigen lassen. Hier wird man als Behinderte von wohltätigen Freiwilligen gefüttert, geschoben, gebettet, gewaschen und gekämmt. „Kulturreisen mag ich allerdings lieber“, sagt Christine zu dem feschen Malteser-Betreuer, der ihr unter seinem Barett zulächelt. Christine, durch ihre Krankheit gelähmt und in unfreiwillige Isolation gezwungen, sehnt sich danach, wieder alles tun zu können, was andere problemlos können. In Lourdes geschieht das Wunder: Christine erhebt sich aus ihrem Rollstuhl. Trotz der Möglichkeit eines Rückfalls genießt sie das Glück, das sich für diesen Moment erfüllt hat, und versucht es fest zu halten. Glaube, Hoffnung, Liebe: Jessica Hausners Film verfolgt Grundkonstanten menschlicher Selbsterfindung mit lakonischem Humor und latentem Grauen, tritt weder für noch gegen Religion ein, sondern betrachtet ruhigen Auges den Ort, seinen Glaubenstourismus und den gnadenlosen Wettkampf um die Heilkraft der Muttergottes.

Termin(e): 01. September 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Me Too – Wer will schon normal sein?

Großes spanisches Gefühlskino

Daniel ist es gewöhnt, dass andere ihm wenig zutrauen und ihn verstohlen anschauen. Er hat ein klitzekleines Chromosom zu viel – Daniel ist mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen. Jetzt, mit 34 Jahren, hat er ein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Das hätte wirklich niemand für möglich gehalten! Voller Energie, Lust und Freude beginnt er seinen neuen Job und trifft doch wieder auf alte Vorbehalte bei Freunden, Kollegen und selbst bei seiner Familie. Als sich zwischen seiner Kollegin Laura und ihm eine intensive Freundschaft entwickelt, sind alle völlig verunsichert. Die Ablehnung, auf die ihre Freundschaft stößt, führt die beiden rebellischen Seelen noch enger zusammen: sie verlieben sich – unerwartet und überraschend für sie selbst und unvorstellbar für alle Anderen. Vorurteile, Ressentiments und eingefahrenen Verhaltensweisen werden kräftig durchgeschüttelt. Realität und Film laufen ein Stück weit parallel, denn der Schauspieler Pablo Pineda ist auch im wirklichen Leben der erste Europäer mit Down Syndrom und einem Hochschulabschluss. Vielfach preisgekrönter Film, Publikumsliebling zahlreicher Festivals, der zwischen befreiendem Lachen und leiser Traurigkeit die richtige Balance findet und die Frage „was ist schon normal“ auf sehr unkonventionelle und bewegende Weise beantwortet.

Spanien 2009, 103 min

Regie: Álvaro Pastor, Antonio Naharro

Darsteller: Lola Dueñas, Pablo Pineda, Lourdes Naharro, Isabel Garcia Lorca, Pedro Alvarez Ossorio u.a.

Termin(e): 26. Mai 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Kommissar Bellamy

Krimi-Urlaub mit Gérard Depardieu

Wie jedes Jahr verbringen der Pariser Kommissar Paul Bellamy und seine Frau Françoise die Sommerferien in ihrem Elternhaus im südfranzösischen Nîmes. Mit der gemütlichen Zweisamkeit ist es in diesem Jahr jedoch nicht sehr weit her. Denn ein Fremder drängt sich Bellamy auf und behauptet, er habe im Zuge eines Versicherungsbetrugs einen Obdachlosen umgebracht, um danach ein neues Leben zu beginnen. Der ganze merkwürdig verzwickte Fall fasziniert den Kommissar dermaßen, dass er eigene Ermittlungen anzustellen beginnt. Schließlich nistet sich auch noch Pauls Halbbruder Jacques, ein schwermütiger, unbeherrschter Alkoholiker und Tunichtgut, bei ihnen ein…

Frankreich 2009, 110 min

Regie: Claude Chabrol

Schauspieler: Gérard Depardieu, Clovis Cornillac, Jacques Gamblin, Marie Bunel, Vahina Giocante

Termin(e): 05. November 2009, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund