Der Dieb des Lichts

Flirrende Lichtkomödie

Ein kleines Dorf in den Weiten Kirgisistans. Der örtliche Elektriker Svet-Ake ist die Lichtgestalt des Films, ein leiser, allzeit hilfsbereiter, spitzbübischer, bisweilen auch naiver, schüchterner Held mit einem offenen Ohr für alle Sorgen und Kümmernisse der Umgebung, aber auch für Stromrechnungen, die wegen der Privatisierung der alten staatlichen Stromkraftwerke in astronomische Höhen geschossen sind. Und so lässt Svet-Ake die Stromzähler schon mal rückwärts laufen – bis er seinen Posten verliert. Zugleich ist er ein liebevoller Träumer mit einer kühnen Vision, die das Dorf aus der Misere führen und für zukünftige Generationen lebenswert machen soll: einen riesigen Windpark will er bauen. Um diesen realisieren zu können, muss sich Svet-Ake mit dem neuen Bürgermeister arrangieren, der mit einem windigen Investor unter einer Decke steckt. Aktan Arym Kubat begleitet und beobachtet seine Hauptfigur mit unendlicher Sympathie. Svet-Ake ist das personifizierte Gute, das freilich, wie so oft, in seinen Grundfesten bedroht wird. Die Welt ist nicht für solche uneigennützigen Visionäre geschaffen: Dem Idealismus Svet-Akes stehen handfeste materielle Interessen einer neuen, brutal agierenden Funktionärselite entgegen. Nach dem mehrfach preisgekrönten „Beschkempir“ (1998) bringt Aktan Arym Kubat erneut Licht und Luft der kirgisischen Landschaften zum Tanzen und erzählt eine lebensmutige wie bewegende Geschichte, mit betörender Bilderkraft und feinsinnigem Humor.

Kirgisien/Deutschland/Frankreich/NL 2010, 80 min

Regie: Aktan Arym Kubat

Darsteller: Aktan Arym Kubat, Taalaikan Abazova, Askat Sulaimanov, Asan Amanov, Stanbek Toichubaev u.a.

Termin(e): 09. Juni 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi