Ein Kopf liegt brach

Es ist die Geschichte über eine dieser Begegnungen, die das ganze Leben verändern können: das Zusammentreffen in einem Park zwischen Germain, um die 50, praktisch Analphabet, und Margueritte, einer kleinen alten Dame und leidenschaftlichen Leserin. Vierzig Jahre und hundert Kilo trennen sie. Margueritte liest Germain Passagen aus Romanen vor und eröffnet ihm die Welt und die Magie der Bücher, von denen er sich immer ausgeschlossen fühlte. Buch um Buch scheint das Leben Germain plötzlich mehr zu bieten als das bloße Dasein des grobgeistigen Dorftrottels. Literatur wird zu einem Versprechen, einer Entdeckungsreise, die Germain zögerlich und mit Scham beginnt. Denn zunächst hat er Angst, mehr zu sehen, als er vielleicht vertragen könnte. Doch Germain muss feststellen, dass er nicht mehr der Alte ist. Bald schleichen sich in seine ungehobelte Wortwahl Begriffe, die selbst seine halbgebildeten Bistrofreunde nicht verstehen. Als Margueritte immer mehr ihr Augenlicht verliert, übt Germain lesen, aus tief empfundener Freundschaft zu dieser charmanten, verschmitzten und aufmerksamen alten Dame. Jean Becker inszeniert mit leisem Humor und einer Spur Tragik ein berührendes Drama über die Möglichkeiten zur Veränderung. Am Ende ist es Germain, der Margueritte durch das Labyrinth der Wörter leitet.

Frankreich 2010, 82 min

Regie: Jean Becker

Darsteller: Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Claude Maurane u.a.

Termin(e): 07. Juli 2011, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

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