Tipp: Film im Speicher am Katharinenberg

MO 29.11. FILM : Ich verteidige den Regenwald
FR 03.12. FILM : Margarete

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MO 29.11. FILM : Ich verteidige den Regenwald
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Beginn: 19 Uhr . Eintritt: frei
Ort: Speicher am Katharinenberg
Katharinenberg 35
18439 Stralsund
Der 28-jährige Kichwa-Indianer Eriberto Gualinga hat mit der Videokamera den Kampf seines Dorfes Sarayacu gegen die geplante Ölförderung auf Gemeindegebiet dokumentiert. Die Dokumentation „Ich verteidige den Regenwald…“ wurde mit dem bolivianischen ANACONDA-Filmpreis 2005 ausgezeichnet und wird am Montag, den 29.11. um 19:00 kostenlos im Speicher am Katharinenberg gezeigt. Der Film und die zeitgleich hängende Foto-Ausstellung sind ein beeindruckendes Beispiel für bürgerlichen Widerstand gegen die Interessen von Rohstoffkonzernen und sollen so auch Menschen in Deutschland ermutigen, für ihre Interessen couragiert einzutreten.

Die Fotoausstellung »Sarayaku – ein Dorf im Widerstand gegen die Ölförderung« wird noch ein Woche länger als geplant bis zum 7.12.2010 im Speicher zu sehen sein.
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FR 03.12. FILM : Margarete
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Beginn: 20 Uhr . Eintritt: 2 Euro . Karten an der Abendkasse
Ort: Speicher am Katharinenberg
Katharinenberg 35
18439 Stralsund
Aufrund weniger Plätze wird um Reservierungen gebeten: Tel. 03831-703360 oder post@speicheramkatharinenberg.de

Das Phänomen der Massenpublizierung „intimer“ Statements und Tagebücher im Internet begann den polnischen Künstler und Schauspieler Janek Turkowski im Jahre 2005 zu faszinieren. „Dieses plötzliche Auftreten einer ungeheuren Menge an Blogs erinnerte mich an die einstige Popularität des Silva Rerum – Latein für „Wald der Dinge“ – ein literarisches Genre, das in Polen im 16. Jahrhundert beliebt war. Silvae waren gemeinhin in Besitz reicher Adeliger, die Sammlungen von Texten zu einer Vielzahl von Themen anlegten. Diese Texte dokumentierten das einzigartige tägliche Leben ihrer Autoren.

Im Juli 2008 wurde ich durch Zufall zum Besitzer einiger Amateur Filme einer deutschen Frau, die nahe der polnischen Grenze wohnte. Ich war sofort ergriffen von diesen Zelluloid Bändern. Im Mai 2010 begann ich, diese Filme dem Publikum zu zeigen. Diese Filme werden von Multimedia- und 8mm-Projektoren abgespielt.“

Mehr Informationen zum Festival polenmARkT: www.polenmarkt-greifswald.de
Zur Veranstaltung: www.speicheramkatharinenberg.de

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Systemsprenger

Das verlorene Mädchen

6. Februar 2020, 20 Uhr

Trailer zum Film

In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Vorpommern-Rügen

Deutschland 2019, 125 min, FSK: 12

R: Nora Fingscheidt D: Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide u.a.

Laut, wild, unberechenbar: Benni! Die Neunjährige treibt ihre Mitmenschen zur Verzweiflung. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Sie ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien. Nora Fingscheidt hat für ihr vielfach ausgezeichnetes Spielfilmdebüt fünf Jahre recherchiert und ist tief in das System der Kinder- und Jugendhilfe eingetaucht. Der Regisseurin gelingt das Kunststück, dass man versteht, warum Benni auch pädagogisch geschultes Personal an seine Grenzen bringt. Und Hauptdarstellerin Helene Zengel lässt mit anarchischer Energie die Extreme ihrer Figur schmerzhaft deutlich werden.

Parasite

Klassenkampf für alle Sinne

26. März 2020, 20 Uhr

Trailer zum Film

Südkorea 2019, 132 min, FSK: 16

R: Bong Joon-ho D: Song Kang-ho, Lee Sun-kyun, Park So-dam u.a.

Die Kims leben mit ihren erwachsenen Kindern in größter Armut in einem Kellerloch. Doch dann bekommt Sohn Ki-woo die Chance, Nachhilfelehrer von Da-hye zu werden, der Tochter des reichen Mr. Park. Als Ki-woo mit gefälschtem Studentenausweis zum ersten Mal Mr. Parks riesige Villa betritt, staunt er nicht schlecht, wie anders doch die Reichen leben.  Auch die Parks haben zwei Kinder. Bald gelingt es Ki-woo seine Schwester als Kunsttherapeutin Jessica für den Sohn der Parks in die Villa zu bringen. Auch den Eltern verschafft er Jobs und Zugang in die Welt des Wohlstands… Regisseur Bong Joon-ho ist der Meister des Lachens, das einem alsbald im Halse stecken bleibt, so bitterböse entwickeln sich aus lustigen Momenten tiefgreifende Schicksale. Die pechschwarze Gesellschaftssatire steigert sich mit zunehmender Eskalation und hakenschlagenden Handlungen zu einem furiosen Finale.

Lievalleen

Sehnsucht nach der Mutter

19. März 2020, 20 Uhr

Trailer zum Film

Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Wawerzinek und Regisseur Steffen Sebastian stellen ihren Film vor

Deutschland 2019, 91 min, FSK: 0

R: Peter Wawerzinek, Steffen Sebastian

Seit Jahrzehnten begleitet Peter Wawerzinek die Frage: Warum ließ seine Mutter ihn und seine Schwester Beate unversorgt in der Rostocker Wohnung zurück und floh in den Westen, er gerade drei, Beate zwei Jahre alt? Dieses traumatische Ereignis und die Folgen hat Peter Wawerzinek bereits in seinem Roman Rabenliebe verarbeitet. Jetzt lässt der Autor noch einen Dokumentarfilm folgen, in dem er nicht nur die Orte seiner Kindheit aufsucht, sondern auch seine Schwester erzählen lässt. Die Kinder werden bald nach ihrem Auffinden voneinander getrennt. Erst mit vierzehn erfährt Peter, dass er eine Schwester hat. Während Peter in Kinderheimen umhegt und später adoptiert wird, wird Beate als nicht entwicklungsfähig eingeschätzt und muss fünfzehn Jahre in Stralsund in der Psychiatrie leben. Während Beates Lebensgeschichte dokumentiert, was ihr und anderen Kindern in der DDR-Psychiatrie angetan wurde, zeigt der Lebensweg ihres Bruders, wie liebevoll sich Erzieherinnen um Kinder wie Peter gekümmert haben und für ihn wie eine Mutter waren.

Ausgeflogen

Wenn Kinder flügge werden

27. Februar 2020, 20 Uhr

Trailer zum Film

Frankreich 2019, 87 min, FSK: 6

R Lisa Azuelos D: Sandrine Kiberlain, Thaïs Alessandrin, Victor Belmondo u.a.

Héloïse steht mitten im Leben – sie hat drei Kinder, ist Single und führt ihr eigenes Restaurant. Doch als ihre jüngste Tochter Jade das Nest verlassen und in Kanada studieren will, gerät sie in eine existentielle Krise. Wie konnte ihre süße Kleine bloß so schnell erwachsen werden? Ihre liebevollen Erinnerungen an Jades Kindheit kann Héloïse nur schwer mit der selbstbewussten jungen Frau in Einklang bringen, die jetzt vor ihr steht. Stets waren die Kinder für sie der Mittelpunkt und Héloise wird mehr und mehr bewusst, dass sich das Leben nun grundlegend ändern wird. In ihrer warmherzigen und berührenden Komödie blickt Regisseurin Lisa Azuelos zugleich nostalgisch zurück und lebensfroh in die Zukunft. Ein emotionaler Film über Familienzusammenhalt, Loslassen und Neuanfänge.

Frau Stern

Sternstunde am Ende des Lebens

9. Januar 2020, 20 Uhr

Trailer zum Film

Deutschland 2019, 79 min, FSK: 12

R: Anatol Schuster D: Ahuva Sommerfeld, Kara Schröder, Pit Bukowski u.a.

Frau Stern, 90 Jahre alt, Holocaust-Überlebende, hat viel gesehen in ihrem Leben, viele Männer geliebt, viel geraucht. Liebe, hat sie gelernt, ist eine Entscheidung. Der Tod auch. Und so entscheidet Frau Stern, dass es nun an der Zeit sei, aus der Welt zu gehen. Die resolute Dame möchte gern an eine Waffe kommen. Enkelin Elli könnte helfen, denn sie kennt den coolsten Dealer in Berlin-Neukölln. Doch Elli bringt Frau Stern dem Tod nicht näher. Im Gegenteil. Anatol Schuster gelingt es, mit großem Respekt und staubtrockenem Humor von der letzten Entscheidung eines Menschen zu erzählen. Bei jeder Einstellung ist die Liebe und Bewunderung für seine Protagonistin, grandios gespielt von Ahuva Sommerfeld, spürbar, die nie zuvor vor der Kamera stand. Sie starb kurz nach der Premiere des Films, der nun ein berührendes Denkmal für diese energiegeladene, lebenslustige Frau geworden ist.

Britt-Marie war hier

Trainerin wider Willen

19. Dezember 2019, 20 Uhr

Trailer zum Film

Schweden 2019, 94 min, FSK: 0

R: Tuva Novotny D: Pernilla August, Peter Haber, Anders Mossling u.a.

Es ist niemals zu spät, ein neues Leben zu beginnen: Britt-Marie ist mit Leib und Seele Haus- und Ehefrau. Als sie jedoch von der jahrelangen Affäre ihres Mannes erfahren muss, zieht sie kurz entschlossen aus und macht sich auf die Suche nach einem Job. In der Kleinstadt Borg wird für das heruntergekommene Freizeitzentrum ein Betreuer und Fußballtrainer gesucht. Nur leider versteht Britt-Marie weder etwas von Kindern noch von Fußball… Und so räumt sie, wie gewohnt, erst einmal auf und wird dann Fußballtrainerin der örtlichen Jugendmannschaft. Eine warmherzige schwedische Komödie über alten Ballast und neue Perspektiven.