Herbert

Film/ Herbert

Ring frei für die letzte Runde

16. Februar 2017, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2015, 109 min, FSK: 12

R: Thomas Stuber D: Peter Kurth, Lena Lauzemis, Marko Dyrlich u.a.

Herbert war einmal der Stolz von Leipzig. Meisterboxer, beinahe bei Olympia. Jetzt trainiert er einen jungen Boxer, macht Security, treibt für einen Kredithai Schulden ein. Seine längst erwachsene Tochter hat ihn nicht mehr gesehen, seit sie sechs war. Als er erstmals merkwürdige Muskelkrämpfe verspürt, stellt die Diagnose ALS sein Leben auf den Kopf. Er verliert langsam alles, was ihn ausgemacht hat: seine Muskeln, die Kontrolle über seinen Körper, Macht und Aura. Weil Herbert nie auf andere angewiesen sein wollte, hat er nicht das beste Verhältnis zu seinen Mitmenschen. Erst als er nicht mehr seiner Körperkraft trauen kann, tastet er in seinem großen, von Speck, Muskeln und Tätowierungen gepanzerten Körper nach Gefühlen. Er lädt seine Freundin zum Tanzen ein, auf dem Spielplatz lernt er seine Enkeltochter Ronja kennen. Er weiß, dass jetzt die Zeit für seinen letzten Kampf gekommen ist. Bei aller Melancholie des Krankheitsverlaufs enthält der Film hochkomische, hochpoetische Szenen, grandios sentimental, kraftvoll bewegend.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Rabbi Wolff – Ein Gentleman vor dem Herrn

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Der etwas andere Rabbiner

09. Februar 2017, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen.

Deutschland 2016, 90 min, FSK: o.A.

R: Britta Wauer

William Wolff, fast 90, ist der wohl ungewöhnlichste Rabbiner der Welt. Der kleine Mann mit Hut wurde in Berlin geboren, hat einen britischen Pass und wohnt in einem Häuschen in der Nähe von London. Immer Mitte der Woche fliegt er nach Hamburg, steigt dort in den Zug und pendelt zu seinen Jüdischen Gemeinden nach Schwerin und Rostock. Samstags nach dem Gottesdienst geht es zurück nach London – es sei denn, er ist bei Verwandten in Jerusalem, auf Fastenkur in Bad Pyrmont oder beim Pferderennen in Ascot. Denn das Leben muss vor allem Spaß machen, findet er. Britta Wauers berührender Dokumentarfilm zeigt den turbulenten Alltag von Willy Wolff und beleuchtet seine bewegte Vergangenheit: Bevor er Rabbiner wurde, war er politischer Korrespondent in London; als Kind floh er mit seiner Familie aus Nazideutschland. Rabbi Wolff ist nicht nur das Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit – eines tief religiösen Menschen, der sich voller Lebensfreude über Konventionen hinwegsetzt. Der Film führt auch auf mitreißende Weise in die Welt des Judentums ein und präsentiert uns einen ganz besonderen deutschen Lebenslauf.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Toni Erdmann

Festival Cannes 2016

Schutzengel mit Perücke und Gebiss

05. Januar 2017, 20:00

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Deutschland, Österreich 2016, 162 min, FSK: 12

R: Maren Ade D: Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Wittenborn, Ingrid Burkhard, Ingrid Bisu u.a.

Die Schöne und das Biest: Maren Ades Komödie um eine Vater-Tochter-Beziehung war die Filmsensation des Jahres 2016. Der Musiklehrer Winfried, der sein Provinz-Dasein gerne mit Plastikgebiss, Billigperücke und Fake-Identitäten aufheitert, macht sich Sorgen um seine supererfolgreiche Tochter Ines. Beim Heimatbesuch hängt sie nur am Smartphone, glücklich ist sie jedenfalls nicht. Also sitzt Winfried bald in der Lobby ihrer Unternehmensberater-Firma in Bukarest, Überraschungsbesuch! Papa ist peinlich, und wie. Winfried reist ab – und kehrt in Gestalt von Toni Erdmann wieder zurück, als Coach von Ion Tiriac, wie er behauptet, mit besagtem Klappergebiss, Zottelperücke und Stretch-Limo. Und Ines fängt an, das Spiel mitzuspielen.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Der Kuaför aus der Keupstraße

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Eine Chronik des Versagens

17. November 2016, 20:00

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In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen wir in Anwesenheit des Drehbuchautors Maik Baumgärtner Der Kuaför aus der Keupstraße.

Deutschland 2015, 92 min, FSK: o.A.

R: Andreas Maus u.a.

Der Mittwochnachmittag ist mit Bedacht gewählt. Vor und in dem Friseurgeschäft der Brüder Özcan und Hasan Yildirim ist viel los, als sich am 9. Juni 2004 plötzlich 700 zehn Zentimeter lange Tischlernägel mit einer Reichweite von 250 Metern in Projektile verwandeln. Sie verletzen 22 Menschen. So infam der Anschlag ist, so skandalös der Verlauf der Ermittlungen: Verdächtigt werden die Opfer. Erst 2011 wird mit den Enthüllungen über die rechtsextreme terroristische Vereinigung “Nationalsozialistischer Untergrund” auch diese Tat aufgedeckt. Der Prozess dauert bis heute an. In seinem Dokumentarfilm gibt Regisseur Andreas Maus jenen eine Stimme, die lange niemand hören wollte. Die von ihm angewandten Erzählstrategien wollen Distanz schaffen, bewusst nicht emotionalisieren, sondern frei legen, mit welcher Systematik vertuscht, verschwiegen und verdrängt wurde.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Grüsse aus Fukushima

GRÜSSE AUS FUKUSHIMA

Egal woher wir kommen. Wir können einander helfen

03. November 2016, 20:00

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Deutschland 2016, 108 min, FSK: 12

R: Doris Dörrie D: Rosalie Thomass, Moshe Cohen, Kaori Momoi u.a.

Auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen reist die junge Deutsche Marie nach Fukushima. Als Clown will sie den restlichen Bewohnern, die immer noch in Notunterkünften wohnen, ein wenig Freude bringen. Eine Aufgabe, für die Marie überhaupt nicht geeignet ist. Doch bevor Sie erneut davon läuft, beschließt sie, bei der störrischen alten Satomi zu bleiben, der letzten Geisha Fukushimas, die ihr völlig zerstörtes Haus in der Sperrzone wieder aufbauen will. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die beide – jede auf ihre Art- in der Vergangenheit gefangen sind und lernen müssen, sich von ihren Schuldgefühlen und der Last ihrer Erinnerungen zu befreien. Fünf Jahre nach dem Erdbeben ist Regisseurin Doris Dörrie ins Katastrophengebiet gereist. Mit ruhigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen und bedrückenden Bildern der Katastrophenlandschaft, nur noch von den Geistern der Toten bevölkert, gelingt ihr eine stimmige Verbindung klassischer japanischer und der eigenen Bildsprache.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Hello, I Am David! Eine Reise mit David Helfgott

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Genie und Wahnsinn am Klavier

13. Oktober 2016, 20:00

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Deutschland 2015, 100 min, FSK: o.A.

R: Cosima Lange

David Helfgott ist einer der außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit: Als Wunderkind gefeiert, Meisterschüler am Royal College of Music in London, mit 23 ein triumphaler Auftritt in der Royal Albert Hall, verbringt er nach einem Nervenzusammenbruch viele Jahre in psychiatrischen Kliniken. Der Umschwung kommt, als David Helfgott 1984 Gillian kennenlernt, seine große Liebe und spätere Ehefrau. Mit Gillians Hilfe kehrt er ins Leben zurück – und findet das wieder, worum er so lange gekämpft hat: seine „innere Musik“. 1986 gelingt ihm die gefeierte Rückkehr in die Konzertsäle. Regisseurin Cosima Lange begleitet ihn und seine Frau Gillian auf Europatour mit den Stuttgarter Symphonikern und sagt: „Ich durfte einen Menschen kennenlernen, der verletzbar und naiv wie ein Kind wirkt, der die Intelligenz und das Klavierspiel eines Genies besitzt und die Exzentrik eines Wahnsinnigen.“ Wir erleben David Helfgott in all seiner ansteckenden Emotionalität, Tiefe, Leidenschaft und Impulsivität.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi