Rabbi Wolff – Ein Gentleman vor dem Herrn

rabbi-wolff_1

Der etwas andere Rabbiner

09. Februar 2017, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit Bündnis 90/Die Grünen.

Deutschland 2016, 90 min, FSK: o.A.

R: Britta Wauer

William Wolff, fast 90, ist der wohl ungewöhnlichste Rabbiner der Welt. Der kleine Mann mit Hut wurde in Berlin geboren, hat einen britischen Pass und wohnt in einem Häuschen in der Nähe von London. Immer Mitte der Woche fliegt er nach Hamburg, steigt dort in den Zug und pendelt zu seinen Jüdischen Gemeinden nach Schwerin und Rostock. Samstags nach dem Gottesdienst geht es zurück nach London – es sei denn, er ist bei Verwandten in Jerusalem, auf Fastenkur in Bad Pyrmont oder beim Pferderennen in Ascot. Denn das Leben muss vor allem Spaß machen, findet er. Britta Wauers berührender Dokumentarfilm zeigt den turbulenten Alltag von Willy Wolff und beleuchtet seine bewegte Vergangenheit: Bevor er Rabbiner wurde, war er politischer Korrespondent in London; als Kind floh er mit seiner Familie aus Nazideutschland. Rabbi Wolff ist nicht nur das Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit – eines tief religiösen Menschen, der sich voller Lebensfreude über Konventionen hinwegsetzt. Der Film führt auch auf mitreißende Weise in die Welt des Judentums ein und präsentiert uns einen ganz besonderen deutschen Lebenslauf.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Der Kuaför aus der Keupstraße

kuafoer_keupstrasse_1

Eine Chronik des Versagens

17. November 2016, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen wir in Anwesenheit des Drehbuchautors Maik Baumgärtner Der Kuaför aus der Keupstraße.

Deutschland 2015, 92 min, FSK: o.A.

R: Andreas Maus u.a.

Der Mittwochnachmittag ist mit Bedacht gewählt. Vor und in dem Friseurgeschäft der Brüder Özcan und Hasan Yildirim ist viel los, als sich am 9. Juni 2004 plötzlich 700 zehn Zentimeter lange Tischlernägel mit einer Reichweite von 250 Metern in Projektile verwandeln. Sie verletzen 22 Menschen. So infam der Anschlag ist, so skandalös der Verlauf der Ermittlungen: Verdächtigt werden die Opfer. Erst 2011 wird mit den Enthüllungen über die rechtsextreme terroristische Vereinigung “Nationalsozialistischer Untergrund” auch diese Tat aufgedeckt. Der Prozess dauert bis heute an. In seinem Dokumentarfilm gibt Regisseur Andreas Maus jenen eine Stimme, die lange niemand hören wollte. Die von ihm angewandten Erzählstrategien wollen Distanz schaffen, bewusst nicht emotionalisieren, sondern frei legen, mit welcher Systematik vertuscht, verschwiegen und verdrängt wurde.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Hello, I Am David! Eine Reise mit David Helfgott

helfgott_1

Genie und Wahnsinn am Klavier

13. Oktober 2016, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2015, 100 min, FSK: o.A.

R: Cosima Lange

David Helfgott ist einer der außergewöhnlichsten Pianisten unserer Zeit: Als Wunderkind gefeiert, Meisterschüler am Royal College of Music in London, mit 23 ein triumphaler Auftritt in der Royal Albert Hall, verbringt er nach einem Nervenzusammenbruch viele Jahre in psychiatrischen Kliniken. Der Umschwung kommt, als David Helfgott 1984 Gillian kennenlernt, seine große Liebe und spätere Ehefrau. Mit Gillians Hilfe kehrt er ins Leben zurück – und findet das wieder, worum er so lange gekämpft hat: seine „innere Musik“. 1986 gelingt ihm die gefeierte Rückkehr in die Konzertsäle. Regisseurin Cosima Lange begleitet ihn und seine Frau Gillian auf Europatour mit den Stuttgarter Symphonikern und sagt: „Ich durfte einen Menschen kennenlernen, der verletzbar und naiv wie ein Kind wirkt, der die Intelligenz und das Klavierspiel eines Genies besitzt und die Exzentrik eines Wahnsinnigen.“ Wir erleben David Helfgott in all seiner ansteckenden Emotionalität, Tiefe, Leidenschaft und Impulsivität.

Spielstätte: Kulturkirche St. Jakobi

Himmelverbot

himmelverbot_1

Mein Freund, der Mörder

31. März 2016, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland, Rumänien 2014, 87 min, OmU, FSK: 12

R: Andrei Schwartz

Er sitze lebenslänglich, weil er eine Staatsanwältin erschossen habe. Als „lausigen Juden“ habe sie ihn beschimpft. Das erzählt Gavriel Hrieb dem Filmemacher Andrei Schwartz. Sie lernten sich bei Dreharbeiten im rumänischen Hochsicherheitsgefängnis Rahova kennen. Der Regisseur empfindet Sympathie für den kleinen Mann mit den melancholischen Augen und als Gavriel nach über zwanzig Jahren Haft auf Bewährung entlassen wird, ist Schwartz als Dokumentarfilmer und Freund an dessen Seite. Doch ihre Gespräche führen immer wieder zum Anfangspunkt zurück: dem Mord. Um Licht ins Dunkel zu bringen, beantragt Schwartz Einsicht in die Mordakte. Der Dokumentarfilm über die schmerzhaften Versuche von Gavriel, in der Welt da draußen wieder Fuß zu fassen, ist zugleich ein Film über eine außergewöhnliche Freundschaft, über Vertrauen und Enttäuschung, Wahrheit und Lüge.

Termin: 31. März 2016, 20:00 – Brauhaus, Alter Markt 5a, Eingang über Knieperstraße 18

Anderson

anderson_1

Star und Verräter

10. September 2015, 20:00

Trailer zum Film

In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zeigen wir Anderson.

Deutschland 2014, 95 min, FSK: o.A.

R: Annekatrin Hendel

Es gab Zeiten, da war der Schriftsteller Alexander Sascha Anderson so berühmt, dass man ihn in gewissen Kreisen nur “A” nannte und jeder wusste sofort, wer gemeint war. Doch die Zeiten ändern sich. Wolf Biermann hatte ihn 1991 mit der Bezeichnung “Sascha Arschloch” als früheren Stasi-Spitzel gebrandmarkt. Spätestens von diesem Moment an war “A” nicht mehr der strahlende Mittelpunkt und Spiritus Rector der Künstler- und Literatenbohème vom Prenzlauer Berg. Zum zweiten Mal beschäftigt sich Annekatrin Hendel mit dem Thema Stasi und Verrat in der DDR. Nach Vaterlandsverräter (2011) gelingt ihr mit diesem Film ein Werk von außerordentlicher Feinfühligkeit und Ausbalanciertheit, das nicht wertet, sondern wie ein Seismograph Menschen und ihre Geschichten, ihre Enttäuschungen und ihre Lebenslügen registriert.

Termin: 10. September 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi

Nirgendland

nirgendland_1

Familiengeheimnis: Sexueller Missbrauch

07. Mai 2015, 20:00

Trailer zum Film

Deutschland 2014, 72 min, FSK: 16

R: Helen Simon

In Kooperation mit dem Wahlkreisbüro Jürgen Suhr, MdL, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der MISS.Beratungsstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt

Tina (57) wurde schon früh eingetrichtert, dass nichts, was in der gutsituierten Familie passiert, nach außen getragen wird. So hält sie still, als ihr eigener Vater sie in ihrer Kindheit über Jahre hinweg sexuell missbraucht und verdrängt diesen Teil ihres Lebens, vergräbt das Trauma in ihrem Unterbewusstsein. Vergräbt es so tief, dass sie die verzweifelten Signale ihrer Tochter Sabine nicht zu interpretieren weiß, als diese unter dem gleichen Täter ebenfalls eine jahrelange Tortur durchleidet. Als der Fall endlich vor Gericht kommt, geht der Täter straffrei aus. Tina muss zusehen, wie in ihrer Tochter Sabine langsam der Lebenswille dahinschwindet. Berührend teilt sich das Schicksal in Erzählungen der Mutter und den Gerichtsprotokollen mit. Im Anschluss an den Dokumentarfilm besteht die Möglichkeit zu einem Gespräch mit der Regisseurin und einer Beraterin der MISS.Beratungsstelle.

Termin: 07. Mai 2015, 20:00 – Kulturkirche St. Jakobi