Das zweite Leben des Monsieur Manesquier

Besser spät als nie

Eine zufällige Begegnung in einer kleinen französischen Dorfapotheke führt zwei Männer zusammen, die eigentlich nur eins gemeinsam haben: drei Tage Zeit. Drei Tage, bis der in die Jahre gekommene Bankräuber Milan mit drei Komplizen die ortsansässige Bank überfallen wird. Drei Tage, bis sich der pensionierte Lehrer Manesquier einer dreifachen Bypass-Operation unterziehen muss. Drei Tage, in denen die beiden konträren Charaktere über ihr Leben, ihre Versäumnisse und ihre Träume reflektieren, sich die Frage stellen, was wäre, wenn ich das Leben des anderen geführt hätte? Patrice Lecontes Film ist ein stiller, beinahe philosophischer Film, der dank der beiden Hauptdarsteller und der sensiblen Regie des Meisters des psychologisch fundierten Dramas zum Lächeln ebenso anregt wie zum Nachdenken. Ein kluger und poetischer Film über das Älterwerden und die Freundschaft, verpasste Chancen und die Zufälle des Lebens, die jeden zu dem machen, der er ist.

Frankreich/D/GB/Schweiz 2002, 90 min OmU

Regie: Patrice Leconte

Schauspieler: Jean Rochefort, Johnny Hallyday

Termin(e): 01. Juni 2006, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Requiem

Von allen guten Geistern verlassen

Anfang der 70er Jahre. Die junge Michaela löst sich von ihrem streng katholischen Elternhaus und beginnt in Tübingen zu studieren. Doch bald wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Gequält von epileptischen Anfällen und Wahnvorstellungen sucht sie dort Hilfe, wo sie es gewohnt ist: bei der heiligen Katharina, bei Rosenkränzen und bei ihrem vertrauten Dorfpfarrer. Auch dieser konsultiert keinen Psychiater, sondern einen Kollegen, der sich mit Teufelsaustreibungen auskennt. Als sich Michaelas Gesundheitszustand immer mehr verschlechtert, lässt sie sich schließlich zu einem Exorzismus überreden. Kein Hollywood-Horror, sondern eine auf Tatsachen beruhende Story, die Hans-Christian Schmid (Lichter) ohne spektakuläre Effekte und mit präzisem Blick auf familiäre und religiöse Prägungen inszeniert.

Deutschland 2005, 93 min

Regie: Hans-Christian Schmid

Schauspieler: Sandra Hüller, Burghart Klaußner, Imogen Kogge

Termin(e): 11. Mai 2006, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Brautklau im All

„Brautklau im All“
Stralsunder Jugenkunst-Film

Eine atemberaubende Legetrick-Animation aus der Medienwerkstatt im Speicher am Katharinenberg. Prinzessin Kayal wurde von Space-Monstern entführt. Prinz Perlon ist geschockt und macht sich mit seinen Getreuen auf den abenteuerlichen Weg durchs All, um seine Braut wiederzufinden.

Deutschland (Stralsund) 2006, 10 min

Regie, Produktion, Idee: Frithjof Gawenda, Johannes Menzel

Termin(e): 27. April 2006, 20:00 Die Macher werden anwesend sein! – Scheelehaus, Stralsund

Caché

Die Schuld der Vergangenheit als Bedrohung der Gegenwart

Seit einiger Zeit werden Georges Laurent, erfolgreicher Fernsehmoderator eines Literaturmagazins, anonym Videobänder zugesandt inklusive einer bedrohlich wirkenden Kinderzeichung. Eine stille Art des Terrors, die ihre Wirkung nicht verfehlt. Georges Familienidyll mit Frau und Kind bekommt angesichts dieser unheimlichen Überwachung von unbekannt Risse. Langsam stellt sich heraus, dass ein dunkler Punkt in Georges Kindheit die Ursache dafür ist. Die Schatten der Vergangenheit legen sich nun nicht nur über sein eigenes Leben… Mit den Mitteln des Thrillers nimmt Haneke sich in seinem vielfach preisgekrönten und hochkarätig besetzten Film der Themen Vergessen und Verdrängung an, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Wahrheit irgendwo unter der Oberfläche schlummert.

Frankreich/Österreich/D/Italien 2005, 117 min

Regie: Michael Haneke

Schauspieler: Juliette Binoche Daniel Auteuil Maurice Bénichou Annie Girardot

Termin(e): 13. April 2006, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Die chinesischen Schuhe

Reise durch Chinas Landschaften und Geschichten

Auf den Spuren ihrer Großeltern begibt sich Tamara Wyss den Jangtse flussaufwärts. Gedreht wenige Wochen vor der Fertigstellung des Staudamms, alles ist in Bewegung, nicht nur die Flusslandschaft. Alte Städte werden abgerissen, neue gebaut, der Welt größter Staudamm lässt eine einzigartige Kulturlandschaft unwiederbringlich verschwinden. Im Gepäck hat Tamara Wyss Fotografien und Aufzeichnungen ihrer Großeltern und ein paar kleine chinesische Schuhe. Diese Dinge sind ihr Reiseführer durch das Land und zu den Menschen.

Deutschalnd, China 2004, 104 min Dok-Film

Regie: Tamara Wyss

Termin(e): 23. Februar 2006, 20:00 – Scheelehaus, Stralsund

Gespenster

Findlings-Preisträger vom FilmKunstFest Schwerin 2005

Zwei junge Frauen begegnen sich. Nina, scheu und trotzig; Toni, eine Diebin, die sich die Welt nimmt und keine Chance auslässt. Nina folgt Toni auf ihren Streifzügen durch Berlin. Auch Françoise wandert durch die Stadt. Sie hofft, ihre Tochter Marie wiederzufinden, die hier vor vielen Jahren entführt wurde… Behutsam und aufmerksam, in Einstellungen von konzentrierter Ruhe, Spannung und Wirklichkeit nähert sich Christian Petzold seinen Figuren im Niemandsland von Gegenwart und Vergangenheit.

Deutschalnd 2005, 85 min

Regie: Christian Petzold

Schauspieler: Julia Hummer, Sabine Timoteo, Marianne Basler, Aurélien Recoing, Benno Fürmann

Termin(e): 01. Dezember 2005, 20:00 Regisseur wegen Krankheit nicht anwesend! – Scheelehaus, Stralsund